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Älpler wollen Schaukäserei bauen

Vier Älplerfamilien planen im Gebiet Biel-Kinzig gemeinsam eine Käserei. Zudem soll die Korporation Uri der Gemeinde Gurtnellen finanziell unter die Arme greifen.
Elias Bricker
Die Älpler in den Gebieten Kinzig und Surenen arbeiten bei der Käseherstellung eng zusammen. (Bild: Archivbild: Luzerner Zeitung)

Die Älpler in den Gebieten Kinzig und Surenen arbeiten bei der Käseherstellung eng zusammen. (Bild: Archivbild: Luzerner Zeitung)

Vier Älplerfamilien spannen zusammen: Sie planen, am Kinzigpass eine gemeinsame Käserei zu bauen, in der künftig die Milch von insgesamt rund 140 Kühen verarbeitet werden soll. Total rechnen sie mit Investitionen von rund 720000 Franken. 10 Prozent soll die Korporation Uri übernehmen. Der Korporationsrat muss an seiner Sitzung am Freitag, 22. Juni, im Rathaus in Altdorf über den Betrag befinden.

Die Älplerfamilien bewirtschaften die vier Unterstäfel Ober Gisleralp, Unter Gisleralp, Hinter Wissenboden und Vorder Wissenboden südlich des Kinzigpasses sowie das Oberstafelgebiet Rindermatt nördlich des Passübergangs (Gemeinden Bürglen und Spiringen). Die Alpen Hinter Wissenboden und Rindermatt befinden sich im Eigentum der Korporation. Bis anhin produzierte praktisch jeder Betrieb seinen eigenen Käse. Seit zwei Jahren verarbeiten drei Alpen jedoch versuchsweise bei der Hütte von Alois Arnold-Reichmuth die Milch gemeinsam. Dazu stellten sie einen Käser ein. Nun soll die Zusammenarbeit intensiviert werden: Auf der Alp Unter Gisleralp, auf halber Strecke zwischen Ratzi und Biel, soll eine neue Käserei gebaut werden. Die Einrichtung können die Bauherren, die nun eine gemeinsame GmbH gründen, mehrheitlich von den bisherigen Betrieben übernehmen. Da das Gebäude direkt am Schächentaler Höhenweg zu stehen kommt, soll auch ein Verkaufsladen integriert werden. Dank einer Glaswand können die Wanderer von dort direkt dem Käser über die Schulter schauen.

Im Gebiet Surenen-Äbnet (Gemeinde Attinghausen) verarbeiten die Älpler die Milch hingegen bereits seit rund 60 Jahren gemeinsam. Aktuell liefern vier Alpen ihre Milch in die Käserei. Doch künftig soll auch die Milch vom Steinäbnet den ganzen Sommer auf Usser Äbnet verkäst werden. Somit verarbeitet der Käser künftig Milch von rund 150 Kühen. Nun soll die mehr als 30 Jahre alte Sennhütte für 890000 Franken saniert und erweitert werden. Die Käserei wird komplett neu eingerichtet, die Dienstwohnung renoviert und die Energieversorgung, die in der Vergangenheit öfters ein Problem war, verbessert. Die Korporation soll sich mit 124000 Franken am Projekt beteiligen. Das letzte Wort hat aber der Korporationsrat an seiner nächsten Sitzung.

Gurtnellen kann Kosten nicht alleine stemmen

Zudem muss sich der Korporationsrat an der nächsten Sitzung mit der Wasserversorgung der Gemeinde Gurtnellen befassen. Diese ist teilweise über 100 Jahre alt. Einzelne Bauwerke entsprechen längst nicht mehr dem Stand der Technik oder dürfen aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt werden. Der Gemeinderat hat deshalb ein Projekt zur Gesamterneuerung erarbeitet. Dieses kostet, exklusive des bereits ausgeführten Teilprojekts Gorneren, rund 2,9 Millionen Franken. Die Einwohner von Gurtnellen hatten dem Vorhaben bereits 2015 zugestimmt. Doch obwohl die Gemeinde den Steuerfuss erhöht und die Wassertaxen angehoben hatte, kann sie das Projekt nicht alleine stemmen. Neben Bund, Kanton, Feuerlöschfonds und Dritten soll sich nun auch die Korporation mit 145000 Franken beteiligen. Denn die Wasserversorgung erschliesst auch Landwirtschaftsbetriebe.

Überdies soll sich die Korporation an einer Strassensanierung im Kanton Schwyz beteiligen. Denn die der Strassenabschnitt Schwarzenbach-Sahli im Bisisthal muss für 565000 Franken in Stand gestellt werden. Da dieser auch der Erschliessung von Urner Alpen dient (Ruosalp, Alplen und Bitzi) wird die Korporation 27 Prozent der Kosten übernehmen, dies gemäss einer Vereinbarung mit der Oberallmeindkorporation Schwyz, der Genossame Muotathal und dem Elektrizitätswerk des Bezirks Schwyz. Der Korporationsbeitrag entspricht rund 70740 Franken.

Korporation kauft Landwirtschaftsland

Der Korporationsrat befindet an der nächsten Sitzung zudem über eine neue Stipendienverordnung. Bisher legte sie die Beiträge jeweils im Budget fest. Mit der Verordnung soll der Engere Rat nun die rechtlichen Grundlagen erhalten, um Ausbildungsbeträge zu sprechen.

Weiter beabsichtigt die Korporation, eine rund 1000 Quadratmeter grosse Parzelle im Wiler bei Erstfeld zu kaufen. Diese gehört einer Erbengemeinschaft und ist von Korporationsland umgeben. Grundsätzlich kann die Parzelle von Gesetzes wegen nur von Landwirten erworben werden. Doch da die Korporation damit einen bestehenden Landwirtschaftsbetrieb stärken möchte, kann sie von einer Ausnahmeklausel Gebrauch machen.

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