Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALPWIRTSCHAFT: Alpschweine aus Kroatien bereichern das Landschaftsbild

Seit rund einem Monat tummeln sich unterhalb des Fleschkiosks 20 Turopolje-Schweine. Mit dem Projekt soll aufgezeigt werden, dass die Alpung von Schweinen auch unter heutigen Bedingungen möglich ist.
Die Turopolje-Schweine, die im Gebiet Selez gesömmert werden, eignen sich für die Alphaltung besonders gut. (Bild: Tanja Kutzer (Bürglen, Juli 2017))

Die Turopolje-Schweine, die im Gebiet Selez gesömmert werden, eignen sich für die Alphaltung besonders gut. (Bild: Tanja Kutzer (Bürglen, Juli 2017))

In der Schweiz leben fast genauso viele Schweine wie Rinder, nämlich je zirka 1,5 Millionen. Im Gegensatz zu Rindern werden Schweine heute allerdings nur noch vereinzelt auf Alpen gehalten, und zwar um die bei der Käseherstellung anfallende Schotte zu verwerten. Die meisten Schweine leben in Ställen und werden mit Getreide gefüttert. Weidegang gibts kaum, weil die heutigen Rassen zu schwer sind für Alpweiden und das Raufutter nur unzureichend verwerten können. Dennoch wird diese Art der Tierhaltung sehr oft als tierfreundlich angepriesen, und die Produkte werden unter dem Siegel Alpschwein vermarktet.

Mit dem Projekt «Alp-Weideschwein» möchte KAGfreiland (siehe Box) einen Weg aufzeigen, wie auch heute noch die Alpung von Schweinen artgerecht erfolgen und damit ein wertvoller Beitrag zur Ökonomie und Ökologie der Alpwirtschaft geleistet werden kann. Auf mehreren Schweizer Alpen will man erste Erfahrungen mit Schweinen der extensiven Rasse Turopolje gewinnen. Das Projekt richtet sich in erster Linie an Alpbetriebe, die sich für eine bessere Haltung ihrer Tiere interessieren, sich darüber hinaus in der Landschaftspflege engagieren und bedrohten Haustierrassen einen Fortbestand sichern möchten.

20 Turopolje-Ferkel auf Alp Selez

Gemäss Tanja Kutzer, Geschäftsleiterin ad interim und zuständig für die Fachstelle Nutztierhaltung bei KAGfreiland, ist das Interesse am Projekt sehr gross. Auch Dani und Mirjam Gisler, welche die Alp Selez und die höher gelegene Alp Schön Chulm in Bürglen bewirtschaften, sowie Bärti Gisler, der Betreiber des Flesch­kiosks, beteiligen sich daran. Vor rund einem Monat wurden 20 Turopolje-Ferkel auf die Alp Selez gebracht. Diese Rasse ist nach dem kroatischen Gebiet Turopolje benannt und soll sich für die Alphaltung besonders gut eignen. Die Vorteile gegenüber dem Hausschwein sind das geringere Gewicht (zirka 80 bis 90 Kilogramm Endmastgewicht), eine hohe Resistenz gegenüber Kälte und Krankheiten, ein dickes Borstenkleid, das gegen Sonnenbrand schützt, und die hervorragende Eignung für eine extensive Weidehaltung. Die mittelgrosse Rasse war vom Aussterben bedroht und zählt auch heute noch zu den gefährdeten, ursprünglichen Schweinerassen.

Ziel des KAGfreiland-Projekts ist es, die genauen Haltungs­ansprüche der Tiere (Grösse der Weide, Sonnenempfindlichkeit, Fütterung) zu eruieren, die Auswirkungen auf die Flora und Landschaftsgestaltung zu dokumentieren sowie die Mastleistung und Produktqualität zu analysieren. Das Projekt wird in einer Kooperation zwischen KAGfreiland und Pro Valladas durchgeführt. Die Projektdauer erstreckt sich über anderthalb Jahre, der Gesamtaufwand dürfte sich auf rund 80000 Franken belaufen.

Das Wohl der Tiere hat oberste Priorität. Dank grosser Weide, Stall, Sonnensegel, Suhle, Wassertrog und Zusatztränke fühlen sich die Tiere richtig wohl auf der Alp Selez. Sie werden täglich betreut und auch regelmässig gewogen. Zudem wird auch das Verhalten der Tiere beobachtet und ihre körperliche Entwicklung dokumentiert.

Auch für Wanderer eine grosse Attraktion

Bereits zeigen auch die Wanderer grossen Spass an den 20 Turopolje-Schweinen. Vom heimeligen Fleschkiosk aus hat man die Gelegenheit, die weiss bis grau gefärbten Tiere mit den schwarzen Flecken zu bewundern. Ein direkter Besuch an der Weide ist jederzeit möglich – die neugierigen Schweine danken es mit grossem Gegrunze und Gequieke.

Wer die «Alpsäuli» auf der Alp Selez besuchen will, hat mehrere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Man kann in Brügg hinter Bürglen die Luftseilbahn Ruogig–Fleschsee besteigen. Nach einem rund 30-minütigen Fussmarsch erreicht man die Schweineweide. Wer etwas länger wandern will, der erreicht den Fleschkiosk und die Alpsäuli auch von der Berg­station der Luftseilbahn Flüelen–Eggberge aus.

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

Mehr Informationen und Details zum Projekt gibt es auf der Website www.alpsäuli.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.