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ALTDORF: 14 Interessenten für Eyschachen

Die Parzellen im Eyschachen werden aktiv vermarktet. Neben dem bereits beschlossenen Verkauf an die Firma Kässbohrer Schweiz AG finden Gespräche mit weiteren Interessenten statt.
Carmen Epp
Der Eyschachen soll als Werkmatt Uri zu einem grossen Gewerbe- und Industriequartier werden. (Bild: Roger Grütter (Altdorf, 25. Mai 2017))

Der Eyschachen soll als Werkmatt Uri zu einem grossen Gewerbe- und Industriequartier werden. (Bild: Roger Grütter (Altdorf, 25. Mai 2017))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Der Eyschachen in Altdorf ist mit 12 Hektaren das aktuell grösste verfügbare und bebaubare Arbeitsplatzareal im Kanton Uri. Das will die Urner Regierung nutzen und das Gebiet unter dem Namen Werkmatt Uri zu einem grossen Gewerbe- und Industriequartier machen. Insgesamt besitzt das Gebiet nach Berechnungen des Kantons Potenzial zur Ansiedelung von bis zu 1100 Arbeitsplätzen.

Die Bürgler CVP-Landrätin Claudia Gisler steht dieser Prognose kritisch gegenüber. Dies, zumal in den letzten Jahren bestehende Unternehmen nicht in Uri gehalten werden konnten. Gisler stellte deshalb im November 2015 in einer Interpellation eine ganze Reihe an Fragen zur Nachfrage nach Parzellen beim Entwicklungsschwerpunkt Eyschachen. Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor.

14 Interessenten suchten das Gespräch

Im Dezember 2016 hat der Kanton Uri eine erste Werkmatt-Parzelle von 6000 Quadratmetern an die Firma Kässbohrer Schweiz AG verkauft. Diese will dort rund 30 neue Arbeitsplätze schaffen (unsere Zeitung berichtete). Parallel dazu habe der Regierungsrat im September 2017 eine Projektorganisation aufgestellt und im Dezember 2017 eine Umsetzungsstrategie für die Werkmatt Uri verabschiedet, heisst es in der Antwort. Die Projektorganisation nehme auf Basis dieser Grundlage seit Januar 2018 ihre Aufgaben umfassend wahr.

Die Aktivitäten zur Vermarktung der Werkmatt Uri richten sich gemäss Regierungsrat sowohl auf bestehende als auch auf auswärtige oder neue Unternehmen aus. Bis Ende Januar seien bereits «zahlreiche Anfragen» bei der Volkswirtschaftsdirektion Uri eingegangen. Mit 14 Interessenten seien «vertiefte Gespräche» geführt worden. Vier davon sind bestehende Unternehmen aus dem Kanton Uri, sechs sind auswärtige oder neu geplante Unternehmen, und die restlichen vier Interessenten sind Immobilienentwickler und Investoren.

Wie fruchtbar diese Gespräche waren, lässt der Regierungsrat in seiner Antwort offen. Er hält einzig fest, dass die Gespräche «von unterschiedlicher Tiefe» gewesen seien. Einzelne Kontakte hätten bereits zu einem frühen Zeitpunkt ein Ende gefunden. «Andere Kontakte hingegen führen weiter, werden vertieft und haben den Charakter von konkreten Verkaufsverhandlungen.»

Landrätin Gisler wollte ausserdem wissen, welche Rahmenbedingungen mögliche Unternehmen erfüllen müssten und ob diese überhaupt den Bedürfnissen der Interessenten entsprächen. Hierzu verweist der Regierungsrat auf den Quartiergestaltungsplan und dessen Sonderbauvorschriften.

Bedingungen haben auch zum Rückzug geführt

In den bisher geführten Gesprächen und Verhandlungen habe sich gezeigt, dass die Sonderbauvorschriften des Quartiergestaltungsplans hohe Anforderungen stellen und zu «einigen Herausforderungen» führen würden. Insbesondere die geforderte Arbeitsplatzdichte, die Mindestbauhöhe oder der Ausschluss des Bereichs Wohnen hätten teilweise Fragen aufgeworfen oder gar zum Rückzug von möglichen Projekten geführt. In diesen Fällen verweise die Volkswirtschaftsdirektion die Interessenten jeweils auf weitere verfügbare Bauflächen in Uri, die nicht im Besitz des Kantons sind.

Nachhaltige wirtschaftliche Nutzungen als Ziel

Die hohen Anforderungen an Bauvorhaben in der Werkmatt Uri sind aus Sicht des Regierungsrats gerechtfertigt und auch explizit gewollt. Als eine der letzten grossen Landreserven in Uri soll das Areal im Sinne eines Generationenprojekts nachhaltige wirtschaftliche Nutzungen im regionalen Gesamtinteresse ermöglichen. Der Regierungsrat erachtet die hohen Nutzungsanforderungen deshalb als richtig und zielführend und strebt derzeit keine Anpassungen an.

Neben dem Quartiergestaltungsplan mit den Sonderbauvorschriften lasse die Umsetzungsstrategie den Interessenten auch viel Spielraum. Sie bezeichne keine weiteren einschränkenden Kriterien, beispielsweise für spezifische Branchen oder Unternehmen. Als Voraussetzung werden aber von den Kaufinteressenten konkrete Projekte und Realisierungsfristen gefordert, die den ernsthaften Willen für eine Überbauung der Parzellen aufzeigen.

Im Gesamtinteresse des Kantons verkaufen

Das übergeordnete Ziel sei es, das Areal Werkmatt Uri fortlaufend und im Gesamtinteresse der Urner Volkswirtschaft zu verkaufen. «Einem Verkauf sollen Projekte zugrunde liegen, welche die Schaffung zukunftsgerichteter und wertschöpfungsintensiver Arbeitsplätze zur Folge haben, sei es im Industrie-, Gewerbe- oder Dienstleistungssektor.» Dabei sei auf eine gute Diversifikation zu achten, «um Ausfallrisiken durch Klumpenbildung zu vermeiden».

Hinweis

Die regierungsrätliche Antwort auf die Interpellation von Claudia Gisler wird in der Session des Urner Landrats vom 21. März behandelt.

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