ALTDORF: 2. Röhre: CVP Uri spricht sich deutlich für ein Nein aus

Leo Brücker (links) und Ruedy Zgraggen lieferten sich an der Parteiversammlung der CVP Uri eine intensive Diskussion über den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard. Gleich wie die Regierung vertritt die grösste Urner Partei nun die Nein-Parole für die Abstimmung vom 28. Februar 2016.

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Leo Brücker (links) und Ruedy Zgraggen an der Versammlung der CVP Uri. (Bild Anian Heierli)

Leo Brücker (links) und Ruedy Zgraggen an der Versammlung der CVP Uri. (Bild Anian Heierli)

MZ. Der Entscheid der Parole gegen den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard fiel am Parteitag der CVP Uri nach eingehender Diskussion deutlich aus: 115 Nein- standen 55 Ja-Stimmen gegenüber. Sowohl Befürworter als auch Gegner hatten kräftig mobilisiert. Mehr als 170 Personen fanden sich im Winkel in Altdorf zum Parteitag ein.

Das Zünglein an der Waage

Die Abstimmungsparole der CVP Uri war mit Spannung erwartet worden. Die Partei spielt in Uri das berühmte Zünglein an der Waage. Die anderen Kantonalparteien haben ihre Parolen zwar noch nicht offiziell gefasst. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass sich sowohl die FDP als auch die SVP für ein Ja zu einer Sanierungsröhre am Gotthard aussprechen. Die SP und die Grünen Uri dürften sich ebenso deutlich für ein Nein entscheiden.

Der Attinghauser Landrat Ruedy Zgraggen (Pro) und der Altdorfer Landrat Leo Brücker (Kontra) zeigten in einer Gesprächsrunde ihre Argumente auf. «Bau und Unterhalt einer zweiten Gotthardröhre sind zirka 3 Milliarden Franken teurer als eine Sanierung mit Verladelösung», sagte Brücker. Man müsse nämlich auch den zukünftigen Unterhalt des Tunnels berücksichtigen. Die zweite Röhre bringe Mehrverkehr auf der gesamten Transitachse von Basel bis Chiasso. Der Sanierungstunnel sei nur ein Vorwand für diejenigen, die schon immer eine zweite Röhre bauen wollten, so Brücker. Es sei unredlich zu behaupten, mit der zweiten Röhre könne der Stau im Urner Oberland verhindert werden. Er stellte die Frage: «Wie soll das ohne Kapazitätserhöhung gehen?»

Für Brücker gibt es keine andere Antwort als ein klares Nein. Der Strassentunnel könne während der Sommerzeit für den Personenverkehr offen gehalten werden. Die LKW könnten mit einer Kurz-RoLa zwischen Erstfeld und Biasca und einer Lang-RoLa für den Transitverkehr von Grenze zu Grenze verladen werden. Das sei auch das, was der Alpenschutzartikel fordere. Dazu gebe es die Verladelösung zwischen Göschenen und Airolo für die PW. Gegen eine zweite Röhre am Gotthard sprachen sich auch alt Ständerat Hansruedi Stadler und Frau Landammann Heidi Z’graggen aus.

Ruedy Zgraggen hatte ins Feld geführt, eine Kurz-RoLa sei keine Lösung. Mit einem Verlad sei der Verkehr nicht zu bewältigen. Ein Sanierungstunnel am Gotthard sei eine durchdachte Lösung, die nachhaltig Sicherheit bringe. Mehrfach wurden Wirtschaft und Tourismus als Argumente angeführt. Unterstützung erhielt Zgraggen insbesondere von Ständerat Isidor Baumann.

CVP kommt mit Bisherigen

Unumstritten waren die Kandidaturen für den Regierungsrat: Mit 157 Ja gegen 10 Nein (3 Enthaltungen) sprach sich eine deutliche Mehrheit klar für ein Dreierticket aus. Die drei Bisherigen wurden für eine weitere Amtsdauer nominiert: Heidi Z’graggen mit 152 Stimmen, Beat Jörg mit 161 Stimmen und Urban Camenzind mit 165 Stimmen. Jörg wurde zudem für das Landammannamt mit offenem Handmehr nominiert.