ALTDORF: 43 Personen verlieren die Stelle

Die Wirtschaftskrise trifft die Urner Heimarbeitswerkstätten hart. Der Betrieb mit Werkstätten, Ateliers und Arbeitsgruppen im ganzen Kantonsgebiet wird Ende 2014 eingestellt.

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Eine Frau bei der Arbeit im Textilatelier Uri in Altdorf. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Eine Frau bei der Arbeit im Textilatelier Uri in Altdorf. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Ende 2014 schliesst der Kanton Uri die Abteilung Heimarbeit. 31 Personen mit einer Anstellung zwischen 40 und 100 Prozent verlieren ihre Stelle. Betroffen von der Schliessung sind die Standorte Altdorf im RUAG-Areal, sowie die Werkstätten Unterschächen, Isenthal und Gurtnellen. Dazu kommen zwölf Personen, die in den Gemeinden Hospental, Andermatt, Wassen, Meien, Gurtnellen, Silenen, Isenthal, Altdorf und Schattdorf auf Stücklohnbasis arbeiten.

Grund sind laut einer Mitteilung des Kantons Uri die fehlenden Aufträge und der intensive Preisdruck. Dieser habe dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren die Aufträge des Bundes ins Ausland vergeben worden sind. Nun hat der Bund bekanntgegeben, die beiden wichtigsten Aufträge der Heimarbeit Uri im Umfang von rund 670'000 Franken im Lauf des Jahres 2014 einzustellen. Dies entspricht zirka 55 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens. «Es ist nicht möglich, diese Umsatzverluste auch nur annähernd durch neue Aufträge zu kompensieren oder aufzufangen», schreibt die Urner Regierung. Zudem läuft im Jahr 2014 der Bundesbeitrag von 80'000 Franken pro Jahr definitiv aus. Trotz guter Leistung der Mitarbeiter sei ein wirtschaftlich vertretbarer Betrieb von Heimarbeit Uri unter diesen Umständen nicht mehr möglich.

Der Regierungsrat bedauert die Schliessung von Heimarbeit Uri ausserordentlich und er wird sich für sozial verträgliche Lösungen für die Angestellten einsetzen. Die Schliessung erfolge schrittweise im Jahr 2014 erfolgen. Es wird ein Konsultationsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen die Angestellten Gelegenheit erhalten, Vorschläge zur Vermeidung von Kündigungen zu machen. Das Amt für Arbeit und Migration unterstützt die Mitarbeiter bei der Suche nach sozial verträglichen Lösungen. Die Volkswirtschaftsdirektion ist bestrebt, bestehende Kunden und Aufträge soweit möglich an Unternehmen oder Organisationen im Kanton Uri weiter zu vermitteln.

Die Heimarbeit Uri gibt es seit 1946. Inhaberin ist der Kanton Uri. Die Heimarbeit stellt etwa Helmüberzüge für die Armasuisse her sowie Kleidungsstücke, Tischwäsche und Fasnachtskleider.

pd/rem