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ALTDORF: Allen «Lehnhof»-Mitarbeitern wurde gekündigt

Das Traditionshaus «Lehnhof» wird offenbar nicht nach den Vorstellungen der Besitzer geführt. Alle 15 Mitarbeiter haben auf Ende September die Kündigung erhalten. Die Besitzer suchen nach einem neuen Pächter.
Florian Arnold
Der Lehnhof zählt zu den historisch interessantesten Gebäuden des Altdorfer Dorfkerns. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 24. August 2017))

Der Lehnhof zählt zu den historisch interessantesten Gebäuden des Altdorfer Dorfkerns. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 24. August 2017))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Sämtliche Mitarbeiter des Restaurants Lehnhof mitten in Altdorf haben Anfang Woche die Kündigung erhalten. Dies bestätigten gestern mehrere Betroffene gegenüber unserer Zeitung. Die Entlassungen wurden auf den 30. September ausgesprochen, womit die branchenüblichen Fristen eingehalten wurden. Unter den Gekündigten befinden sich Familienmütter und -väter sowie eine Frau, die soeben eine Erwachsenenbildung als Köchin begonnen hat.

Die Besitzer Tino und Valo Gisler waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie unserer Zeitung aber zugetragen wurde, sollen sie mit dem Betrieb der Gaststätte nicht einverstanden gewesen sein. Bei einer Unterredung mit den Mitarbeitern, die bis anhin direkt bei den Besitzern angestellt waren, soll Tino Gisler angekündigt haben, nun einen Pächter für den «Lehnhof» zu suchen. Engagierte Mitarbeiter werde er diesem weiterempfehlen. Unter den Mitarbeitern herrsche grosse Unsicherheit, berichten Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollen. Viele würden sich bereits jetzt nach neuen Jobmöglichkeiten umsehen. Ihnen sei ein sauberer Abschluss wichtig. Jedoch soll der Gastrobetrieb bis am letzten Tag aufrechterhalten bleiben.

«Mini Beiz, dini Beiz» für sich entschieden

Erst vor kurzem war das junge «Lehnhof»-Team positiv aufgefallen. In der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz», in der sich vier Urner Gastrobetriebe massen, gelang es ihm, mit einem kreativen Menü den Wettbewerb für sich zu entscheiden. Die Sendungen wurde Ende März, Anfang April 2016 ausgestrahlt. Danach wurde das Restaurant eine Zeit lang förmlich überrannt. Besonders das Dessert, ein Tiramisù serviert in einem Tontöpfli, war den Gästen, die von weit her anreisten, in Erinnerung geblieben.

Schlagzeilen um den «Lehnhof» sind in Uri aber nichts Neues. Vor dem Umbau, der 2013 in Angriff genommen wurde, hatte sich ein Altdorfer Fachgremium mit fragwürdigen Begründungen gegen den Umbau gestellt. Die beiden Besitzer hatten daraufhin an­gekündigt, den «Lehnhof» nicht mehr als Gaststätte zu betreiben, sollten sie das Gebäude nicht nach ihren Vorstellungen umgestalten können. Damals liess sich Tino Gisler in unserer Zeitung folgendermassen zitieren: «Es geht uns beim Projekt Lehnhof nicht in erster Linie um die Rendite. Das Objekt gefällt mir und meinem Bruder ganz einfach. Der ‹Lehnhof› und der ‹Kaffeesack› gehören zu Altdorf, sie passen wunderschön ins Dorfbild. Aber das tun sie ja auch dann, wenn dort nicht mehr gewirtet wird.»

Schliesslich kam es zu einer Einigung. Der Umbau von mehreren Millionen Franken konnte 2014 fertiggestellt werden. Als erster Pächter nach den Umbauten konnte ein erfahrener Schwyzer gefunden werden. Dieser jedoch blieb nur ein Jahr und machte danach einer jüngeren Generation Platz. Heute führt Philippe Engi den Betrieb. Anders als der Schwyzer Vorgänger ist er kein Pächter, sondern wie seine Mitarbeiter bei den Besitzern direkt angestellt.

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