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ALTDORF: «Alles : 13» ist seit 20 Jahren kreativ und farbenfroh

Als Pizzakuriere haben sie begonnen, und im vergangenen Jahr verkörperten sie Napoleon. Jetzt feiern die Mitglieder der Fasnachtsgruppe «Alles : 13» Jubiläum – und das mit einem Kostüm, das bis zuletzt jeweils (fast) geheim bleibt.
Die Gruppe «Alles : 13» an der Altdorfer Fasnacht unterwegs als «Pizza-Express», ...

Die Gruppe «Alles : 13» an der Altdorfer Fasnacht unterwegs als «Pizza-Express», ...

Die Altdorfer Fasnachtsgruppe «Alles : 13» feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Der Name stammt von einer 13-köpfigen «biiräweichen» Reisegesellschaft, bei der man jeweils die Rechnung der Konsumation durch die Anzahl Personen teilen liess: eben alles geteilt durch 13. Der Name gefiel und wurde auf die neue fasnächtliche Vereinigung übertragen, obwohl die Gruppe sowohl bei der Gründung als auch in den vergangenen beiden Jahrzehnten höchst selten genau diesen Mitgliederbestand aufweisen konnte.

Wie sich die Gruppe zusammengefunden hat, ist leider nie protokollarisch festgehalten worden. Die Gründung stand einmal im Zusammenhang mit der Teilnahme der Frauen an der Ytrummletä. Zwei männliche Gründungsmitglieder nahmen an diesem Anlass zwar schon jahrelang teil, begnügten sich jedoch in der Regel damit, mit dem Altdorfer Teufelskostüm an der Fasnachtseröffnung teilzunehmen. Dieses traditionelle Gewand konnte dem weiblichen Geschmack hinsichtlich Farbe, Schnitt sowie modischen Accessoires jedoch nicht mehr genügen. So erfolgte aus zwei bestehenden Fasnachtsgruppen und unter Zuzug von kostümierten Newcomern eine Fusion zu einer Interessengemeinschaft, deren Ziel es war, die Altdorfer Fasnacht alljährlich mit einem Sujet-Kostüm zu bereichern.

Von der Bildungspolitik klar distanziert

Auffallend war, dass von der Gründungsgruppe in der personellen Stärke eines Fussballteams nur gerade zwei Mitglieder nicht den Lehrerberuf erlernt hatten. «Alles : 13» konnte sich jedoch bereits durch die erste Sujetwahl vom Image einer Untergruppe des damaligen Lehrervereins Uri distanzieren, indem man nicht ein Sujet auf der bildungspolitischen, sondern auf der kulinarischen Ebene wählte.

Pizzerias waren in Uri zur Zeit der Gründung zwar schon seit rund zwei Jahrzehnten bekannt. Dass vom Pizzaofen aus jedoch eine Express-Hauslieferung erfolgte, war im Jahr 1996 neu. Das Thema war also gewählt. Bereits beim ersten Sujet wurden von der Gruppe drei Grundsätze in Stein gemeisselt: schönes Kostüm, ein Grind und humoristische ­Accessoires.

An der Katzenmusik wollte man nicht «kopflos» teilnehmen und bastelte sich ein – meistens im wahrsten Sinne des Wortes – kopflastiges Sujet. 1997 war dies ein Pizza-Ofen aus Styropor, einem Lieblingsmaterial der Bastelabteilung. Die Kopfbedeckungen – wie der Kampf um deren ausgewogene Stabilität – erlangten bei der Gruppe schliesslich Tradition. Immer konnte der Kopfschmuck in der Vergangenheit jedoch nicht getragen werden. Vor allem Föhn und Sturmwinde verhinderten zweimal die Präsentation.

Details, die das Publikum kaum wahrnimmt

Von Anfang an wurde grossen Wert auf die Details und Accessoires gelegt. So wurde der VW Caddy des «Pizza Express» massstabgetreu mit jedem Kleber und originalgetreuem Schriftzug nachgebaut.

Damit nicht genug. Der «Pizza-Express» umfuhr den Pizzaofen mittels Batterieantrieb. Leider war die Schnelligkeit nicht expresswürdig und so konnten die Zuschauer die Bewegungen des Lieferdienstes im Massstab 1:32 gar nicht feststellen. Da der Pizzaofen als erstes Werk schon recht arbeitsintensiv war, begnügte man sich hinsichtlich Kostüm noch mit der Berufsuniform des Kochs.

Eselsbrücken müssen geschaffen werden

Das Sujet wird heute im Spätherbst gewählt. Rein statistisch bieten sich dann nicht immer gleich viele fasnachtswürdige Themen an. Vor allem hat man die Wahl dem Grundsatz unterstellt, dass ein Fasnachtssujet, das beschriftet werden muss, der Gruppe nicht würdig ist. Da nun aber nicht jedes Fasnachtsthema dreidimensional, tragbar und einfach darzustellen ist, erkannten die Zuschauer das Sujet in der Vergangenheit nicht immer gleich gut. Erklärungsbedarf war angebracht. So etwa beim «Tropfenzähler», als man mit einem Infusionsschlauch die Schwerverkehrsdosierung am Gotthard darstellen wollte.

Es gab jedoch auch Sujets, die aus ästhetischen und thematischen Argumenten überzeugten, und selbst Mitglieder in Erklärungsnotstand gerieten, wie sie nun eine Eselsbrücke von blauen Handschuhen zur Blauzungenkrankheit des Rindviehs schlagen sollten.

Grundsätzlich ist das Sujet geheim

Traditionell ist, dass die Mitglieder ihr Sujet eigentlich bis am besagten Mittwochabend geheim halten. Doch innerhalb der Gruppe gibt es jedes Jahr ein Sicherheitsleck. Ursprünglich bestand das Instrumentarium aus Trommeln und einer Pauke, welche die Ausnahme zur Regel bildete. Jahrelang wurde auch ein «Plattenwärmer», die Bonsai-Ausgabe einer Trommel, mitgeführt. Beim «Gässlä» wurde das Gebläse zwar nicht schmerzlich, aber musikalisch vermisst. So beschlossen vor allem einige Frauen, fortan den Männern mit Posaunen den Marsch zu blasen. Ein abtrünniger Trommler wollte sich in der Katzenmusik möglichst weit vorne positionieren und glaubte deshalb, das musikalische Niveau für eine Trompete erreicht zu haben. Als jedoch nach einem wohltuenden Beizenhalt die Bürgler Ausgabe des Trompeters von Säckingen bei seinem ersten Auftritt die Bourbaki-Melodie für die Gruppe anstimmen wollte, fragte sich diese: «Was wird denn da gespielt?»

Inzwischen hat der Trompeter in der Bläserklasse 18 plus einiges dazugelernt, und die Gruppe kann somit an dieser Fasnacht das katzenmusikalische Instrumentarium in seiner ganzen Bandbreite abdecken.

Noch kein anerkanntes Ehrenmitglied

Altersmässig bewegt sich die Gruppe mit einer höher liegenden Ausnahme zwischen Ü 45 und U 60. Der einzige 60er in der Gruppe hat sich denn auch selbstredend altershalber zum Ehrenmitglied erklärt. Einstimmigkeit blieb ihm versagt. Da die Gruppe jedoch noch keine gültigen Statuten hat, befindet sich die Ernennung und deren Anerkennung im rechtsleeren Raum. An der diesjährigen Fasnacht feiert «Alles : 13» das 20-Jahr-Jubiläum mit einem würdevollen Sujet. Jedoch nicht allein. Schliesslich gab es vergangenes Jahr noch andere Jubiläen zu feiern – aber eben: Das Sujet bleibt bis am Mittwochabend geheim. (red)

...«Danioth-Teufel», ...

...«Danioth-Teufel», ...

... und «Napoleon». (Bild: PD)

... und «Napoleon». (Bild: PD)

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