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ALTDORF: Anlage macht Reinigung verträglicher

Die Paul Baldini AG hat 1,5 Millionen Franken in eine neue Strassenschacht- und Abwasserbehandlungsanlage investiert. Jetzt wurde sie feierlich eingeweiht. Die fachkundigen Gäste konnten die Verarbeitung des Materials live miterleben.
Georg Epp
Thomas Planzer erläuterte den Gästen Details der neuen Anlage. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 22. Juni 2017))

Thomas Planzer erläuterte den Gästen Details der neuen Anlage. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 22. Juni 2017))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Die Strassenreinigung im Kanton Uri ist fest in den Händen der Paul Baldini AG – und dies seit Jahrzehnten. Doch neue Richtlinien des Bundesamts für Umwelt sowie des kantonalen Amts für Umweltschutz, die seit Anfang Jahr in Kraft sind, haben das Urner Recycling-Unternehmen nun gezwungen, Anpassungen im Betrieb vorzunehmen. Das Presswasser, mit dem die Strassenschlammsammler gereinigt werden, darf aufgrund der neuen Gesetzeslage nicht mehr länger in die Schächte zurückgegossen werden.

Damit das schadstoffbelastete Wasser nicht auswärts gereinigt werden muss, hat das Urner Unternehmen seine erst 15-jährige Strassenschacht- und Abwasserbehandlungsanlage durch eine neue Anlage ersetzt (siehe Beilage der «Urner Zeitung» vom 14. Juni). Vergangene Woche wurde sie nun eingeweiht.

Durch die Anlage wird dem Umweltschutz Rechnung getragen, und Fahrtwege in andere Kantone können so erspart werden. Sie ist ein Vielfaches grösser und kann auch für Havarieunfälle genutzt werden. Und: Mit der neuen Anlage können neu auch ölhaltige Schlämme bearbeitet werden.

Neueste Technik und Erfahrung integriert

Nach einem Jahr Bauzeit inklusive Probephase konnte die neue Anlage am vergangenen Donnerstag mit Stolz den Partnern präsentiert werden. Eingeladen waren die Partner Kanton, Gemeinden, Amt für Umweltschutz, Abwasser Uri, Amt für Betrieb Nationalstrassen, Amt für Tiefbau und weitere.

Thomas Planzer, technischer Betriebsleiter der Paul Baldini AG, nutzte die Gelegenheit, die Geschichte der neuen Anlage aufzurollen. Die Anlagetechnik, aber auch die rechtlichen Grundlagen haben sich stark verändert, und die alte Anlage genügte den neuesten Anforderungen nicht mehr. Man entschloss sich, den Kunden einen Mehrwert zu schaffen und 1,5 Millionen Franken in eine neue Anlage zu investieren. Man knüpfte Kontakte mit der Firma Marquis aus Füllinsdorf und liess die Technik und das Zusatzwissen der Firma mit langjähriger Erfahrung einfliessen, um eine Anlage nach neuestem Stand zu realisieren. Obwohl die neue Strassenschacht- und Abwasserbehandlungsanlage nahezu fünfmal mehr Kapazität hat als die alte, wurde die Anlage zum «kleinen Bruder» der grossen Marquis-Anlage in der Nähe von Basel. Andreas Marquis, Geschäftsführer und -inhaber der Marquis-Gruppe, erläuterte technische Details und beantwortete Fragen der fachkundigen Gäste. In zwei Gruppen aufgeteilt konnte die Anlage im Detail besichtigt werden. Am Nachmittag konnte die Verarbeitung von Strassenschachtmaterial live miterlebt werden.

In sieben grossen Tankanlagen mit einem Volumen von zirka 280 Kubikmetern wird das Schlammwasser vom Festmaterial getrennt. Der feste Rückstand wird nur vorverarbeitet und gelangt danach in die neu konzipierte grosse Anlage im Kanton Zug. Diese wird zusammen mit der Firma Marquis und der Firma Fretz, einer Tochterfirma der Paul Baldini AG, in Baar erstellt und betrieben. Wie Reto Hürlimann, Geschäftsführer der Firma Fretz, informierte, ist das Bauland gesichert. Ende 2017 soll eine Baubewilligung vorliegen, sodass die Anlage 2019 in Betrieb genommen werden könnte.

Der Grund für die neue Anlage: Der schwierige Waschprozess kann nur mit einer Menge ab 10000 Kubikmetern erfolgreich und zukunftsweisend durchgeführt werden. Die Anforderungen an die gewaschenen und ausgeschiedenen Produkte steigen von Jahr zu Jahr. Das gemeinsame Ziel des Anlageverbundes ist es, diese hohen Anforderungen gemeinsam zu meistern. Somit soll der schwierigste Entsorgungsteil zentral an einem verkehrstechnisch gut erschlossenen Punkt mit nahen Wiederverwertungsmöglichkeiten betrieben werden.

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