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ALTDORF: Auch der «Kriminaltango» ertönte

In der sechsten Runde von «Greedi üüsä» stellte sich der ehemalige Polizeikommandant Reto Habermacher den Fragen des Moderators und des Publikums. Ignaz Walker war ein ernstes Thema. Es gab aber auch einiges zu lachen.
Remo Infanger
Reto Habermacher im Gespräch mit «Greedi-üüsä»-Moderator Ruedi Bomatter (links). (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 15. Dezember 2017))

Reto Habermacher im Gespräch mit «Greedi-üüsä»-Moderator Ruedi Bomatter (links). (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 15. Dezember 2017))

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

Es braucht nicht viel für einen unterhaltsamen Gesellschaftsabend. Man nehme einen namhaften Gast mit starkem Bezug zum Kanton Uri und konfrontiere ihn mit Moderator Ruedi Bomatter. Diese beiden setzt man an einen Tisch vor das Publikum, und eine originelle Musikformation sorgt für die nötige Würze. Um das Ganze noch abzuschmecken, darf auch das Publikum dem Gast via SMS Fragen stellen. Das ist das Abendmenü namens «Greedi üüsä», das im Foyer des Theaters Uri serviert wird.

Gast bei der sechsten Auflage vom vergangenen Freitagabend war Reto Habermacher, der ehemalige Kommandant der Kantonspolizei Uri. Der 63-Jährige, der vor zwei Jahren sein neues Amt als Direktor des Schweizerischen Polizeiinstituts (SPI) in Neuenburg angetreten hat, stand Bomatter Red und Antwort.

Der Mann der vielen Überstunden

Moderator Bomatter wollte gleich zu Beginn vom «Verkehrspapst am Gotthard» und vom «Mann der vielen Überstunden», wie er den Gast betitelte, wissen, warum er denn hier sei und nicht nebenan am Christkindlimarkt Glühweine kippe. «Ich finde es spannend, nach all den Tätigkeiten bei der Polizei aus meinem Leben zu erzählen und auch auf kritische Fragen zu antworten», sagte Habermacher. Auf einer Leinwand zeigte der Moderator auch Bilder aus Habermachers Zeit im Militär und zog auf einem Foto gleich Parallelen zu Sylvester Stallone als Rambo. «Etwas breiter als Stallone bin ich schon», meinte Habermacher. Ein Schusswaffen-Narr sei er aber nie gewesen, weder im Militär noch bei der Polizei. «Rambo-Typen braucht es bei der Polizei keine», so Habermacher. «Und wenn sogar der Kommandant zu Schusswaffen greifen müsste, ist so einiges falsch gelaufen», erklärte der Jurist aus Altdorf.

Für Lacher sorgte die musikalische Untermalung. Theo Ziegler mit seiner Ukulele, Pascal Kälin an der Philicorda und Ruedi von Rotz am Bass spielten unter dem Namen «Monsieur Soussol et ses Amis» auf den Gast abgestimmte Songs. So machte die Band mit Hazy Osterwalds «Kriminaltango in der Taverne» etwa Anspielungen auf den Fall Ignaz Walker und den Nachtclub in Erstfeld. Überhaupt gab der kontroverse Kriminalfall einiges zu reden, zumal der Erstfelder Barbetreiber gerade auch zu Habermachers Zeit als Urner Polizeikommandant immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. So äusserte sich der «Greedi-üüsä»-Gast etwa auch zum Gerücht, er sei nach Neuenburg gegangen, um vor dem Fall Walker zu flüchten. «Die Stelle in der Westschweiz habe ich angenommen, weil ich mich einer neuen und spannenden Herausforderung stellen wollte», so der Direktor des SPI. Mit dem Fall Walker habe der Abgang überhaupt nichts zu tun gehabt.

Brand hatte auch positive Seiten

Ein dunkles Kapitel in Habermachers 22-jähriger Amtszeit war sicher die Brandkatastrophe von 2001 im Gotthardtunnel, die elf Todesopfer forderte. Der Gesprächsgast wurde gefragt, wie man mit solchen Ereignissen umgehe. «Auf solche Einsätze ist man trainiert», so Habermacher. «Man hat keine Zeit, um lange zu überlegen, man funktioniert einfach.» Natürlich beschäftige das einen auch auf persönlicher Ebene, doch man müsse gerade als Polizist damit abschliessen können. Ironischerweise habe die Brandkatastrophe aber auch zu schöneren Ereignissen in seiner Laufbahn geführt. «So makaber das klingen mag, aber gerade die vielen Folgeprojekte im Nachgang zum Brand im Tunnel haben Spass gemacht und ein gutes Gefühl vermittelt», erklärte Habermacher. Eine Frage aus dem Publikum lautete schliesslich, weshalb Habermacher noch nicht an den Ruhestand denke und mit 62 Jahren nochmals eine neue Beschäftigung angenommen habe. «Ich arbeite eben gerne», so die Antwort.

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