ALTDORF: Beim Tonart bekommen sogar Musiker eine Gänsehaut

Zweimal ausverkauft: Die Organisatoren des Tonart-Festivals ziehen eine positive Bilanz und schmieden Pläne für die nächste Ausgabe.

Markus Zwyssig
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Steff La Cheffe, Leduc mit Gittarist Oli Keller sowie die Band Take This mit Lina Button und Adrian Stern (von oben links im Uhrzeigersinn). Tonart/Valentin Luthiger

Steff La Cheffe, Leduc mit Gittarist Oli Keller sowie die Band Take This mit Lina Button und Adrian Stern (von oben links im Uhrzeigersinn). Tonart/Valentin Luthiger

Markus Zwyssig

Bekannte Schweizer Musiker und vielversprechende Namen aus England: Die elfte Ausgabe des Tonart-Festivals im Theater Uri zog am Freitag und Samstag viel Publikum an. Das Fazit der Organisatoren fällt positiv aus. «Über 800 Personen besuchten das Festival und sorgten zweimal für ein ausverkauftes Haus», so Ralph Aschwanden, Mediensprecher des Festivals. Philipp Truniger, musikalischer Leiter, freut sich, dass das Programm-Konzept mit Unplugged-Konzerten im grossen Saal und mit einer Band und wechselnden Sängern im Foyer aufgegangen ist.

Musikerlob fürs Festival

Beim Tonart-Festival fühlen sich offensichtlich nicht nur die Zuhörer, sondern auch Musiker wohl. Liam Bailey war bereits zum zweiten Mal dabei. Im vergangenen Jahr trat er in einem Unplugged-Konzert zusammen mit zwei Gitarristen auf der grossen Bühne auf. Diesmal wurde er im Foyer von einer ausgewachsenen Band begleitet. «Das Festival ist gemütlich», sagte er. Auch die Songs der Schweizer Künstler im Foyer, von denen er viele zuvor nicht gekannt hatte, würden für eine gute Atmosphäre sorgen. Die Sänger nahmen sich zum Teil auch die Zeit, andere Künstler auf der Bühne zu erleben. Und sie waren beeindruckt. Steff La Cheffe verriet, dass sie beim Konzert von Andreya Triana Gänsehaut hatte. Wiederkommen möchte Sänger Leduc, der bereits im vergangenen Jahr dabei war: «Man könnte das institutionalisieren, dass wir uns jährlich in Uri treffen.»

Publikum zeigt wenig Taktgefühl

Maverick Sabre, ein vielversprechender Newcomer aus England, hatte das Festival eröffnet. Stimmgewaltig erwies er im grossen Saal Referenz an die Soulmusik mit eigenen Songs und einem Cover von Marvin Gaye. Es war Sabres erstes und einziges Konzert in der Schweiz. Der Engländer überzeugte mit seiner Stimme, gab sich aber etwas distanziert. Zudem spielte er keine Zugabe. Publikumsnäher gab sich tags darauf Andreya Triana. Die Sängerin brachte erneut viel Soul in den grossen Saal. Das Publikum klatschte kräftig mit, liess aber teilweise Taktgefühl vermissen. Ein Highlight bei Trianas Auftritt war nebst eigenen Liedern als Zugabe eine beeindruckende Version von «Sweet Dreams Are Made Of This» von den Eurythmics. Dabei bewies sie, dass sie ihr Loop-Gerät bestens im Griff hat.

Am längsten auf der Bühne standen die Musiker der Band Take This (siehe Interview unten). Sie begleiteten im Foyer am Freitag und Samstag Liam Bailey, Adrian Stern, Lina Button, Lilly Martin, Manillio, Steff la Cheffe, Leduc und Reggie Saunders.

Hinweis

Das Tonart-Festival findet im kommenden Jahr am 10. und 11. März 2017 statt.