Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTDORF: Bühne unter Wasser gestellt

Bei den Tellspielen wird es dieses Jahr weniger politisch. Dafür stürmt es auf der Bühne umso mehr. Neben anderen Spezial-Effekten wird es sogar richtig regnen.
Florian Arnold
Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bilder Boris Bürgisser)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bilder Boris Bürgisser)

Florian Arnold

«Eigentlich schade, wenn wir jetzt schon zu viel verraten», meint Bühnenbauer Beni Küng und schmunzelt. Dann beginnt er mit einer langen Aufzählung: ein beweglicher Orchestergraben, der samt Musiker hoch und runter gelassen werden kann; ein barockes Theater im Theater; eine Klappwand zur Hinterbühne; eine Lasershow; Videoeinspielungen; ein echtes Pferd. Und dann wird es erst noch regnen.

Ein Sturm zieht auf

«Früher war das eine teure Installation», weiss Küng. «Heute kann man es relativ einfach auf der Bühne regnen lassen.» Und zwar bedienen sich die Bühnenbauer eines einfachen Tropfschlauchs. Über den Wasseranschluss der Feuerwehr werden die vier Schläuche gespiesen. Diese werden an der Aufhängung, den Seilzügen, befestigt. Mit Licht- und Toneffekten wird dann ein richtiger Sturm auf der Bühne aufziehen.

Der pompöse Effekt – den sich Regisseur Philipp Becker gewünscht hat – bringt einiges an Aufwand mit sich. So musste die Bühne wasserdicht gemacht werden. Am Boden wurden rutschfeste Siebdruckplatten verlegt, am Rand rund zehn Zentimeter hohe Seitenwände befestigt, sodass die Bühne zu einem regelrechten Wasserbecken wird. «Wir bringen zwar eine gewisse Erfahrung mit», sagt der Bühnenbauer. «Doch es wird noch einiges geben, das wir ausprobieren müssen.»

Die Kulisse mit Wald. (Bild: Boris Bürgisser)
«Ich habe gestaunt, was der Kanton Uri zu bieten hat», sagt Bühnenbildner Beni Küng. (Bild: Boris Bürgisser)
Auch mit Gips wird bei den Tellspielen 2016 gearbeitet. (Bild: Boris Bürgisser)
Neben Statuen soll auch ein echtes Pferd über die Bühne rennen. (Bild: Boris Bürgisser)
Die Klappwand zur Hinterbühne (Bild: Boris Bürgisser)
Darf nicht fehlen: die Armbrust. (Bild: Boris Bürgisser)
Ein grosser Ventilator wird in Position gebracht. (Bild: Boris Bürgisser)
Heute kann man es relativ einfach auf der Bühne regnen lassen. Und zwar bedienen sich die Bühnenbauer eines einfachen Tropfschlauchs. Über den Wasseranschluss der Feuerwehr werden die vier Schläuche gespiesen. Diese werden an der Aufhängung, den Seilzügen, befestigt. (Bild: Boris Bürgisser)
Mit Licht- und Toneffekten wird ein richtiger Sturm auf der Bühne aufziehen. (Bild: Boris Bürgisser)
Ein Bühnenbauer beim Hobeln. (Bild: Boris Bürgisser)
18 VorBühnenzüge, sieben Hinterbühnenzüge sowie weitere für die Beleuchtung standen zur Verfügung. (Bild: Boris Bürgisser)
So viel Technik und Show: Wird dabei das Schauspiel nicht zur Nebensache? Barbara Bär widerspricht: «Die Intensität des Stücks wird durch die starken Bilder unterstrichen», so die Präsidentin der Tellspielgesellschaft. «Alles was genutzt werden kann, steht im Einsatz.» (Bild: Boris Bürgisser)
12 Bilder

Aufbau für die Tellspiele 2016

Schiller neu interpretiert

So viel Technik und Show: Wird dabei das Schauspiel nicht zur Nebensache? Barbara Bär widerspricht: «Die Intensität des Stücks wird durch die starken Bilder unterstrichen», so die Präsidentin der Tellspielgesellschaft. «Alles was genutzt werden kann, steht im Einsatz.» Es sei immer wieder faszinierend, welche Überzeugungen und Vorstellungen die einzelnen Regisseure mitbringen würden, um Schiller wieder auf eine andere Weise zu interpretieren. Die diesjährige Inszenierung werde weniger politisch werden als in den vergangenen Jahren, so Bär. «Die Gedanken über die Freiheit stehen im Zentrum.» Auch die Frau-Mann-Thematik werde aufgerollt, was auch viel Komik beinhalte. Somit werde es im Drama einige lustige Momente geben.

«Wir spielen damit, dass man die Technik des Theaters möglichst offen legt», sagt Bühnenbauer Küng. So werden die Seilzüge an den Seiten nicht wie üblich hinter einem Vorhang versteckt. Ausserdem werden die Schauspieler die Technik selber bedienen und den Bühnenumbau bewerkstelligen. «Es braucht ein hundertprozentiges Zusammenspiel», sagt Barbara Bär, die selber auch als Schauspielerin auf der Bühne stehen wird. «Es ist niemand da, der eine Lücke füllt. Sondern jeder von uns hat sehr viel Eigenverantwortung zu tragen.» Das werde sehr viel Konzentration vom Ensemble abverlangen.

Uri hat viel zu bieten

Tatkraft war auch schon beim Bühnenbau gefragt, denn vieles wurde mit freiwilligen Helfern bewerkstelligt. «Wir erleben die Altdorfer sehr engagiert», sagt der Bühnenbildner. Eine Motivation sei gewesen, die vielfältigen Möglichkeiten des Theaters auszuschöpfen. «Ich habe gestaunt, was für eine Infrastruktur der kleine Kanton Uri zu bieten hat.» 18 VorBühnenzüge, sieben Hinterbühnenzüge sowie weitere für die Beleuchtung standen zur Verfügung. «Momentan haben wir noch einen einzigen Zug, an dem nichts hängt. Aber wahrscheinlich wird der auch noch besetzt.»

Tradition birgt Spannung

Küng erklärt: «Jede Szene hat ihre eigene Sprache.» So beginne das Stück sehr klassisch mit einem barocken Theater, ehe es zu einer Lasershow und Videoeinspielungen auf einem transparenten Vorhang kommen wird. «Gerade weil Tell Tradition hat, war es spannend, eine eigene Interpretation zu entwickeln», so Küng.

Die Verantwortlichen haben längst abgeklärt, dass sich all die Ideen auch umsetzen lassen. Vor eineinhalb Jahren bereits wurde mit Holzkonstruktionen geprobt, und man testete auch die Wassereffekte. «Die Theaterleitung war begeistert», erinnert sich Barbara Bär. Und so sei denn auch die Zusage für diese Inszenierung gekommen. Ab kommenden Montag finden die ersten Proben mit dem Ensemble auf der eingerichteten Bühne statt. Dort wird sich zeigen, was funktioniert, und was noch verbessert werden muss.

Ein Geheimnis bleibt

Bleibt noch eine Frage: Wie funktioniert der Apfelschuss? «Das soll natürlich geheim bleiben», so Küng. So viel sei aber verraten: Tell wird durch den Saal schiessen. «Ob das mit unserer Eigenkonstruktion gelingt, müssen wir noch ausprobieren», so Küng. «Aber es ist sicher nicht schlecht, dass Schiller das Stück so geschrieben hat, dass nicht alle den Schuss mitbekommen.»

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Theater Uri entsteht zurzeit das aufwendige Bühnenbild für die Tellspiele – mit vielen Spezialeffekten und Details. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Beni Küng, Bühnenbildner: «Ich habe gestaunt, was der Kanton Uri zu bieten hat.» (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Beni Küng, Bühnenbildner: «Ich habe gestaunt, was der Kanton Uri zu bieten hat.» (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.