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ALTDORF: Buschauffeuse Cindj Gamma: «Man ist ganz dabei oder gar nicht»

Cindj Gamma ist Buschauffeuse, Samariterin mit Leib und Seele, steht für den Rotkreuz-Notruf im Einsatz, war Security-Frau und Transporthelferin im Kantonsspital. Porträt einer «gewöhnlichen» Urnerin mit aussergewöhnlichen Vorlieben.
Salome Infanger
Cindy Gamma fährt die Fahrgäste in Uri von A nach B. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. April 2017))

Cindy Gamma fährt die Fahrgäste in Uri von A nach B. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. April 2017))

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch

Sie ist kein Promi, keine Frau, die tagtäglich auf politischer, sportlicher, wirtschaftlicher oder kultureller Ebene für Furore sorgt. Cindj Gamma ist vielmehr eine «ganz gewöhnliche und normale» Urnerin. Und doch kennt man sie in breiten Kreisen, begegnet man ihr doch immer wieder in der Öffentlichkeit.

Die 38-jährige Altdorferin arbeitet(e) in Bereichen, die nicht unbedingt als frauentypisch gelten. Sie ist Busfahrerin bei der Auto AG Uri, war Mitarbeiterin des Sicherheitsdiensts MAM Wache. Ursprünglich hatte sie aber nichts mit Fahrzeugen oder Kontrollgängen am Hut. Die gelernte Verkäuferin bediente die Kundschaft im Coop-Tällträff in Altdorf. «Busfahren war aber schon früh ein Traum von mir», sagt Gamma. Dieses Ziel verfolgte sie konsequent, absolvierte zuerst die Taxiprüfung, später kamen die Lastwagen- und die Carprüfung dazu. Danach arbeitete sie während mehrerer Jahre bei einer Lastwagenfirma, die Stückgut transportiert.

Security-Job als Abwechslung

Als Gamma diesen Job vor zehn Jahren aufgab, nahm sie eine Stelle beim Sicherheitsdienst MAM Wache an. «Diese Tätigkeit bot mir grosse Abwechslung», sagt Gamma rückblickend. Vier Jahre lang machte sie Verkehrsdienste, Nachtrunden und sorgte für die Sicherheit an Festen unterschiedlichster Art. «Das ist auch für eine Frau kein Problem», betont Gamma. «Leute, die man zurechtweisen muss, reagieren bei einer Frau häufig weniger aggressiv.» Bei einem Mann seien die Hemmungen geringer, auch einmal handgreiflich zu werden.

Als Samariterin weiss Gamma, wie man mit schwierigen Situationen umgeht. Seit 18 Jahren ist sie Mitglied im Samariterverein Altdorf. Seit dem 17. März präsidiert sie den Verein. «Wenn man in einem Verein ist, soll man sich auch dafür einsetzen», so Gammas Überzeugung. «Entweder ist man ganz dabei oder gar nicht.» Das Schlimmste, was sie bei ihrem Einsatz als Samariterin erlebt habe, sei ein Fall gewesen, bei dem K.-o.-Tropfen im Spiel waren.

Gamma absolvierte die Samariterlehrerausbildung und einen Transporthelferkurs. «Wir bilden uns aber vor allem intern weiter», erklärt sie. «Einmal pro Monat findet eine Übung für alle Mitglieder statt.» Im Verein engagiert sie sich beim Postendienst an Veranstaltungen oder im Bereich Betreuung. «Als Präsidentin kommt sicher noch mehr Arbeit auf mich zu», weiss Gamma. «Spielt keine Rolle», erwähnt sie ganz gelassen. Sie schätzt die Kollegschaft unter den Samaritern und die Tatsache, dass sie andern Leuten helfen kann.

Ihr Engagement beschränkt sich aber nicht nur auf den Samariterverein. Sie wirkt auch bei der mobilen Sanitätshilfestelle und beim Notruf des Schweizerischen Roten Kreuzes mit. Die mobile Sanitätshilfestelle ist ein Rettungsdienst mit Helfern aus allen möglichen Berufsgruppen, die in Ausnahmefällen oder bei einem tragischen Grossereignis die regulären Einsatzkräfte des Kantonsspitals Uri unterstützen. Gamma ist in der Gruppe Logistik tätig. Diese schaut, dass das Material am richtigen Ort ist und plant die Abläufe. «Glücklicherweise wurden wir noch nie gebraucht», freut sich Gamma – obwohl sie gerne aktiv ist und dabei etwas Sinnvolles macht. «Bei mir muss schon meistens etwas laufen», sagt die ledige Altdorferin.

In 15 Minuten vor Ort sein

Beim Rotkreuz-Notruf muss es oft schnell gehen. Personen, welche die Nothilfe beanspruchen, können über eine spezielle Uhr einen Alarm auslösen. Das betrifft Leute, die wissen, dass sie zum Beispiel wegen gesundheitlicher Probleme plötzlich in eine Notlage geraten können. Vielen von ihnen ist es dank des SRK-Notrufs möglich, noch zu Hause zu wohnen. Denn sie können darauf vertrauen, dass schnell Hilfe angefordert werden kann. «Unser Team ist für neun Personen in Altdorf und Umgebung verantwortlich, die wir bei einem Alarm innerhalb von 15 Minuten erreichen müssen», erklärt Gamma. Ein Notruf kann zu jeder Zeit, 365 Tage im Jahr, eingehen. Falls sie nicht erreichbar oder verhindert ist, wird der nächste Helfer aufgeboten. Vier Jahre lang war sie zudem Transporthelferin im Kantonsspital Uri.

Mit der Arbeit beim Sicherheitsdienst hat sie aufgehört, als sie vor sechs Jahren begann, zu 100 Prozent als Busfahrerin zu arbeiten. Cindj Gamma gefällt diese Tätigkeit immer noch. «Ich schätze den Kontakt mit den Leuten und das Fahren an sich. «Der Job lässt einem viel Freiheit», betont sie. Und wann hat sie genug vom Busfahren? Sie schmunzelt. Schliesslich gibt es immer Jobs für Leute wie Cindj Gamma, die vor allem andern Menschen helfen wollen.

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