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ALTDORF: Der Dorfbach fliesst seit 700 Jahren

Ein neues Buch zeigt, wie die Altdorfer Lebensader dem Hauptort zu wirtschaftlichem Aufschwung verhalf. Doch auch heute ist der Kanal noch wichtig.
Franziska Herger
Die fünf Projektverantwortlichen präsentierten gestern Nachmittag ihr gemeinsames Werk am Dorfbach (von links): F. X. Brun, Roland Humair, Pascal Stadler, Hans Stadler und Gerhard Danioth. (Bild: Franziska Herger (Altdorf, 9. Juni 2017))

Die fünf Projektverantwortlichen präsentierten gestern Nachmittag ihr gemeinsames Werk am Dorfbach (von links): F. X. Brun, Roland Humair, Pascal Stadler, Hans Stadler und Gerhard Danioth. (Bild: Franziska Herger (Altdorf, 9. Juni 2017))

Kurz nach der Gründung der Eidgenossenschaft, im Jahr 1317, tauchte er zum ersten Mal in den Büchern von Altdorf auf: der Dorfbach, damals noch «Mühlebach» genannt – ein künstlicher Kanal von der Bürgler EWA-Kurve bis zum Urnersee. 700 Jahre später ehren der Gemeinderat und die Wasserkommission Altdorf das 5 Kilometer lange Gewässer mit einem historischen Werk: «Der Dorfbach. Eine Altdorfer Lebensader seit 700 Jahren». Gestern feierte das Buch Vernissage.

Die Bezeichnung als Lebensader sei nicht übertrieben, sagte der Historiker Pascal Stadler, der das Werk gemeinsam mit dem Ingenieur Gerhard Danioth verfasst hat. «Ohne den Dorfbach hätte sich Altdorf nie zu einem bedeutenden Marktflecken entwickeln können.» Wie diese Entwicklung verlief, zeigt das Buch auf: Über die Jahrhunderte siedelten sich Mühlen, Werkstätten sowie Gewerbe- und Industriebetriebe entlang des Kanals an. Im 18. Jahrhundert gab es in Altdorf 28 wasserbetriebene Gewerbe. Auch die Anfänge der Dätwyler AG stehen in Verbindung mit dem Dorfbach: Das Kühlwasser aus dem Kanal war einer der Gründe für die Verlegung des Unternehmens von Zürich nach Altdorf.

Der Bach als Brand- und Hochwasserschutz

Heute verläuft der Kanal zu ei­nem grossen Teil unterirdisch. Zusammen mit seiner Sichtbarkeit hat auch das Wissen um den Dorfbach abgenommen. Das soll sich mit dem historischen Band ändern, so Stadler: «Das Buch richtet sich an alle Altdorfer.» Leiter des Projekts war Roland Humair, der Historiker Hans Stadler stand den Autoren beratend zur Seite, und die Fotos lieferte F. X. Brun.

Auch heute wird der Dorfbach noch genutzt: Der aus der Wasserkraft produzierte Strom reicht für jeden sechsten Alt­dorfer Haushalt. Der Gemeinde dient der Kanal zur Entwässerung, wodurch er auch zum Hochwasserschutz beiträgt. Im Fall eines Brandes liefert der Bach Löschwasser. Und seit der teilweisen Renaturierung ist er auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere. «Der Titel der Lebensader stimmt also auch heute noch», so Stadler.

Franziska Herger

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

Das Buch «Der Dorfbach. Eine Altdorfer Lebensader seit 700 Jahren» ist ab Ende Juni bei der Gisler 1843 AG in Altdorf oder unter www.gisler1843.ch für 20 Franken erhältlich.

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