ALTDORF: Der Eyschachen steht zum Verkauf

Das Gebiet Eyschachen soll dereinst ein grosses Gewerbe- und Industriequartier werden. Dieses Vorhaben wird nun vorangetrieben: Der Bund hat seinen Teil des Gebiets zum Verkauf ausgeschrieben. Der Kanton Uri zeigt Interesse.

Carmen Epp
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Hier im Eyschachen soll ein Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann (Altdorf, 18. Januar 2017))

Hier im Eyschachen soll ein Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann (Altdorf, 18. Januar 2017))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Der Eyschachen in Altdorf ist eines der letzten grossen, noch weitgehend unbebauten Areale im Urner Talboden, die für Industrie, Dienstleistungen und Gewerbe eingezont sind. Das will die Urner Regierung nutzen, als zentralen Teil des Projekts «Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden» (Esput).

Noch besteht der Eyschachen jedoch im Wesentlichen aus zwei Parzellen zu je 55000 Quadratmetern. Eine Parzelle gehört dem Kanton Uri, die andere der Armasuisse. Das dürfte sich nun bald ändern: Der Bund hat seine Parzelle zum Verkauf ausgeschrieben. Bis Ende Februar ­können sich Interessenten um den Kauf der Parzelle bewerben, der Richtpreis beträgt gemäss Ausschreibung 4,7 Millionen Franken.

Potenzial von bis zu 2500 Arbeitsplätzen

Wie der Eyschachen dereinst aussehen könnte, ist im Quartiergestaltungsplan ersichtlich, den die Urner Regierung Ende 2014 verabschiedet hat. Demzufolge stehen im Gebiet Eyschachen rund 83000 Quadratmeter für Neubauten zur Verfügung, der Rest der Fläche verteilt sich auf Strassen, Fahrrad- und Fusswege, Parkfelder sowie Grünbereiche.

Auf 3 der insgesamt 26 Baubereiche stehen denkmalgeschützte Bauten aus dem Jahr 1912: das Eidgenössische Getreidelager von Robert Maillard und das Silogebäude von Eduard Züblin. Beide Baudenkmäler sollen gemäss Quartiergestaltungsplan als Wahrzeichen des Eyschachens erhalten bleiben, könnten aber umgenutzt werden. Insgesamt besitzt das Gebiet nach Berechnungen des Kantons Potenzial zur Ansiedlung von rund 2000 bis 2500 Arbeitsplätzen.

Damit die geplanten Überbauungen gemäss Quartiergestaltungsplan realisiert werden können, müssen die heutigen Grundstücke arrondiert werden. Das heisst: Die beiden Parzellen, die heute eingezeichnet sind, werden aufgelöst und neu in 20 Parzellen eingeteilt. Wie dies im Detail geschieht, haben Kanton und Armasuisse in einem Vorvertrag genau geregelt. Der Käufer des Grundstücks übernimmt mit dem Landkauf auch diese Bestimmungen. Somit ist gesichert, dass sich der Eyschachen im Sinne der Regierung als Industrie- und Gewerbegebiet entwickeln kann.

Kanton hat Vorkaufsrecht

Am einfachsten ginge das, wenn der Kanton die Parzelle des Bundes kaufen würde. Diese Option steht denn auch schon seit geraumer Zeit im Raum. So hielt der Regierungsrat 2011 in einem ­Bericht an den Landrat zum Esput fest: «Die Armasuisse kann das Areal nicht direkt an den Kanton verkaufen. Vielmehr braucht es dazu zwingend eine öffentliche Ausschreibung.» Dies ist nun also der Fall.

Der Kauf der Parzelle des Bundes durch den Kanton ist zwar naheliegend. Entschieden sei aber noch nichts, wie Emil ­Kälin, Generalsekretär der Volkswirtschaftsdirektion, auf Anfrage sagt. Der Kauf würde über das ­Finanzvermögen laufen, was in der Kompetenz des Regierungsrats liegt. Mit anderen Worten: Die Regierung kann abschliessend über den Kauf befinden.

Der Urner Regierungsrat ­werde sich im Februar mit dem Thema auseinandersetzen und klären, ob der Kanton bei der Armasuisse ein Angebot einreicht. Falls der Kanton das tut – und darauf weist Kälin explizit hin – kann er ein so genanntes Vorkaufsrecht ausüben. Das heisst, dass der Kanton das ausgeschriebene Grundstück der Armasuisse zum Preis des Höchstbietenden erwerben kann.