ALTDORF: Der Pfarrer nimmt kein Blatt vor den Mund

Ruedi Bomatter feierte seine Premiere als Talkmaster. Zum Erfolg des Abends trug aber auch der eingeladene Gast bei.

Markus Zwyssig
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Der Altdorfer Pfarrer Daniel Krieg stellte sich den Fragen von Talkmaster Ruedi Bomatter (rechts). (Bild Urs Hanhart)

Der Altdorfer Pfarrer Daniel Krieg stellte sich den Fragen von Talkmaster Ruedi Bomatter (rechts). (Bild Urs Hanhart)

Bei der ersten Ausgabe der Talkshow «Greedi üüsä» im Foyer des Theaters Uri standen die Kirche und der Glauben im Zentrum. Der Altdorfer Theo Ziegler alias Monsieur Soussol und der Schwyzer Pascal Kälin alias D’Artagnan hatten passende Songs ausgesucht. Mit dem Gospel «Kumbaya My Lord» begann der Abend schon fast besinnlich. Bei «Mercedes-Benz» von Janis Joplin und vor allem bei «Highway To Hell» von AC/DC – in einer ungewohnten neuen Version – wurde es dann aber deftiger. Talkmaster Ruedi Bomatter hatte gut recherchiert und scheute sich nicht, angriffige Fragen zu stellen. Pfarrer Daniel Krieg war um keine Antwort verlegen. So erfuhr das Publikum, dass es tatsächlich glutenfreie Hostien gibt. Um Weihrauchallergien vorzubeugen, habe man sich in der Pfarrei St. Martin zu einem dezenten Einsatz entschieden. Auf mögliche Liebesbeziehungen angesprochen, sagte Krieg, dass es für einen Pfarrer gelte, Grenzen zu setzen. «Ich habe kein Verhältnis, auch nicht zum Bischof.» Mit dem habe er das Heu sowieso nicht auf der gleichen Bühne. Trotzdem müsse man aber miteinander respektvoll umgehen.

Gewohnheiten aufgeben

Der Priestermangel mache auch vor dem Kanton Uri nicht Halt. «Wir müssen uns in den nächsten Jahren damit abfinden, dass nicht mehr überall ein Gottesdienst gefeiert werden kann», sagte Krieg. Das könne auch bedeuten, dass man Gewohnheiten aufgeben müsse. So erzählte Krieg davon, dass es nicht einfach sei, die beiden Pfarreien St. Martin und Bruder Klaus näher zusammenzuführen.

Auszeit und nicht Burn-out

Daniel Krieg nimmt ab dem 11. April eine viermonatige Auszeit. Auf eine entsprechende Frage von Ruedi Bomatter entgegnete er jedoch, er habe kein Burn-out. Vielmehr gehe es darum, bei all der Hektik einmal etwas zu entschleunigen.

Für Pfarrer Krieg sind leere Gotteshäuser ein Abbild der Gesellschaft. Ein Patentrezept für besser besuchte Gottesdienste hat er zwar auch nicht. Eines ist für ihn aber klar: «Der Pfarrer muss zu den Leuten gehen.» Darum habe er auch gerne bei der Talkshow mitgemacht. Angesichts des gut besetzten Foyers meinte er: «Wer weiss, vielleicht gibt es ja nach dem heutigen Abend vermehrte Besuche in der Kirche.»

Die Idee zu «Greedi üüsä» stammt von Heinz Keller, Leiter des Theaters Uri. Er freute sich nach der Veranstaltung über die gelungene Premiere. «Ich bin zuversichtlich, dass wir auch für die kommenden Ausgaben wieder spannende Gäste finden werden.»

 

Hinweis

Am Samstag, 11. Juni, findet im Foyer des Theaters Uri in Altdorf die nächste Ausgabe von «Greedi üüsä» statt.