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ALTDORF: Der spannende Blick ins Urner Staatsarchiv

Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, am Samstag im Staatsarchiv bis zu 800-jährige Schriftstücke zu besichtigen. Die vielen Dokumente sind eine wichtige Quelle zur Erforschung der Geschichte.
Paul Gwerder
Staatsarchivar Hans Jörg Kuhn (links) bei einer Führung zusammen mit Besuchern, die über die sehr gut erhaltenen historischen Dokumente staunen. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 18. November 2017))

Staatsarchivar Hans Jörg Kuhn (links) bei einer Führung zusammen mit Besuchern, die über die sehr gut erhaltenen historischen Dokumente staunen. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 18. November 2017))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Das Urner Staatsarchiv an der Altdorfer Bahnhofstrasse hat viel zu bieten. Neben staatlichen Unterlagen gibt es unter anderem eine Sammlung Urner Zeitungen und Zeitschriften, Wappenbücher, Stammbäume, Karten und Pläne und – als grosse Rarität – viele alte Filme über Uri.

Das Urner Staatsarchiv ist ein Amt der Bildungs- und Kultur­direktion. «Die Aufgabe des Staatsarchivs ist in erster Linie, die staatlichen Dokumente, wie auch die grosse Zahl von privaten Unterlagen und Sammlungen, zu sichern», erklärte Staatsarchivar Hans Jörg Kuhn am Samstagmorgen. Zahlreiche Interessierte liessen sich die Gelegenheit einer Führung durch die Räumlich­keiten nicht entgehen.

Historische Schriftstücke sind erstaunlich gut erhalten

Kuhn und sein Stellvertreter, Rolf Gisler-Jauch, boten auf einem rund zweistündigen Rundgang einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Im benachbarten «Swisscom-Gebäude» an der Bahnhofstrasse 11 sind sehr wichtige Dokumente und Urkunden, aber auch das ganze Film- und Fotomaterial gelagert. «Damit die alten Schriftstücke überleben können, ist es absolut wichtig, dass hier in den klimatisierten Räumen die Luftfeuchtigkeit nicht über 50 Grad steigen darf und die Temperatur das ganze Jahr gleichmässig zwischen 16 und 18 Grad ist», betonte der Staatsarchivar. Besonders interessant war für die Besucher, dass sie die älteste Urkunde im Gebäude, stammend aus dem Jahr 1196, welche die Grenzziehung zwischen Uri und Glarus in dieser turbulenten Zeit regelte, sehen durften. Und ebenso staunten die Gäste, in welch gutem Zustand das geschichtsträchtige Dokument aus dem Jahr 1359 war, in dem sich die Urner Bevölkerung vom Fraumünster für 8448 Gulden loskaufte.

Ein Besucher wollte wissen, weshalb diese Schriftstücke in Schachteln versteckt lagern und nicht ausgestellt würden? «Wir verstecken die unersetzlichen Kulturgüter nicht, sondern versuchen sie primär zu erhalten», erklärte Kuhn. Bei einer Ausstellung wäre das jedoch technisch nicht möglich. «Ich bin selber überrascht, wie gut die 700- bis 800-jährigen Schriftstücke noch erhalten sind», sagte Kuhn. Die Filmsammlung im Staatsarchiv birgt einmalige Zeugnisse aus Uris Vergangenheit. Der älteste Film stammt von der Urner Landsgemeinde im Jahr 1921. Die Originale der wertvollen Filme aus dieser Zeit müssen vor Schaden bewahrt werden und neben der optimalen Pflege wurden Gebrauchskopien hergestellt, welche teilweise beim Staatsarchiv gegen eine Benützungsgebühr ausgeliehen werden können.

Im Untergeschoss des Hauptgebäudes an der Bahnhofstrasse 13 werden in einem Kulturgüterschutzraum wertvolle Sachen gelagert. Hans Jörg Kuhn zeigte, wo sämtliche Regierungsratsprotokolle seit 1848 archiviert sind. Ein besonderer Anziehungspunkt war das Buch mit den 319 Wappen. Der Staatsarchivar zeigte das Urner Stammbuch mit seinen 34 Bändern, in dem rund 280 Geschlechter nachverfolgt werden können. «Dies ist das Spitzenprodukt im Haus, das die meisten Besucher anlockt», erklärt Kuhn. Das sei eine hervorragende Quelle für Familienforscher. «Hier kann jeder Männerstamm nachverfolgt werden. Die Frauen verschwinden, sobald sie geheiratet haben, und mit dem neuen Namensrecht wird die Forschung noch schwieriger.»

Rolf Gisler hofft, dass bis Ende Jahr das Stammbuch im Internet unter www.staur.ch abrufbar sein wird.

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