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ALTDORF: Der UR-Tango soll weiter leben

Das Rezept von Robert Schmidt ist aufgegangen. Er nahm die Tangomusik und vermischte sie mit der Urner Volksmusik. Das Resultat: Der argentinische Tango ist fröhlicher geworden, Der Ländler hat einen melancholischen Einschlag, eine Moll-Stimmung erhalten.
Die Musiker spielen beim Konzert im November eine Mischung aus Tango- und Ländlermusik. (Bild: Urs Hanhart/UZ (Altdorf, 4. November 2018))

Die Musiker spielen beim Konzert im November eine Mischung aus Tango- und Ländlermusik. (Bild: Urs Hanhart/UZ (Altdorf, 4. November 2018))

Fünfzehn sogenannte UR-Tangos hat der in Erstfeld lebende Robert Schmidt inzwischen geschrieben. Im vergangenen November waren die Kompositionen des Profi-Tango-Pianisten erstmals zu hören. Das UR-Tango-Orchester präsentierte im Theater Uri die neue musikalische Mischung aus Tango und Volksmusik. Zudem standen zahlreiche Gäste auf der Bühne.

Jetzt werden CD und Notenheft vorgestellt

Das Konzert im Theater Uri wurde aufgezeichnet und liegt nun als CD vor. Zudem erscheinen die Kompositionen von Robert Schmidt als Notenheft. Dazu findet am kommenden Freitag, 23. Februar, im Saal des Hotels Höfli in Altdorf das offizielle Abschlusskonzert statt. Auf der CD kommen neben dem UR-Tango-Orchester auch die Gäste gebührend zum Zug. So sind die die Formation Pflanzplätz, Franz Schmidig und auch Jonny Gisler zu hören. Beim Tango-Quartett aus Berlin macht Peter Gisler an der Bassgeige mit.

«Die Idee, Tango und Volksmusik miteinander musikalisch zu verbinden, hatte ich schon lange», sagt Robert Schmidt aus Erstfeld. Der 55-jährige professionelle Tango-Pianist stiess mit seinem Projekt auf offene Ohren. Die Urner Kantonalbank unterstützte ihn im Rahmen ihres Wettbewerbs zum 100-Jahr-Jubiläum.

Robert Schmidt hat sich musikalisch schon seit vielen Jahren der Tango-Musik verschrieben. Begonnen hatte alles mit der Musik der Tango-Legende Astor Piazzolla. Diese liess ihn nicht mehr los. Nach seinem Musikstudium machte er in einem der ersten Tango-Ensembles europaweit mit. Verschiedene kleinere und grössere Formationen folgten. Mit dem Tango-Real-Quartett aus Berlin steht Schmidt seit mehr als 20 Jahren auf den Konzertbühnen.

Die Liebe zog Robert Schmidt von Berlin in den Kanton Uri. «Meine Frau stammt zwar aus dem Aargau. Sie wohnte aber in Erstfeld, als wir uns kennenlernten.» Daher war Robert Schmidt viel im Kanton Uri und fand Gefallen an der Natur, den Menschen und den Tieren. Inzwischen ist er mit seiner Frau ihres Berufes wegen in die Nähe von Winterthur gezogen. Das frühere Zuhause in Erstfeld geniessen sie nun als ihr «Ferienhüsli». Seine Eindrücke und Erlebnisse im Kanton Uri hat er in seinen UR-Tangos festgehalten. Titel wie «Bristenblick», «Am Mathis siini Butschä», «Der Montags Sepp», «Der Jonny spielt», «Vor em Hiis­li» erzählen davon.

Schmidt selber bezeichnet sich als «Lachoonigä». So heisst denn auch eine seiner Kompositionen. Eine Liebeserklärung an den Gothardkanton ist der UR-Tango «Miis Üri». Es ist der einzige UR-Tango, der nicht instrumental gespielt wird, sondern gesungen wird. Im Text zur Tango-Ballade erzählt Schmidt seine eigene Geschichte. Dank der Hilfe seiner Frau Annette Schmidt und von Jeanine Hauser erklingen die Worte in Ürner Mundart. Um sich intensiver mit der Urner Volksmusik auseinanderzusetzen, besuchte Robert Schmidt fleissig die «Mäntigs-Stubetä» im Schützenhaus in Altdorf. Jonny Gisler war oftmals mit von der Partie.

Zuerst fanden Tanzkurse statt, um Urnern die Tangomusik schmackhaft zu machen. Im April 2016 ging das Startkonzert zusammen mit Ländlerkoryphäe Jonny Gisler über die Bühne. Da mischten sich zum ersten Mal Tango und Volksmusik. Das Miteinander kam bei den Musikern und auch beim Publikum gut an. Der Weg war frei für Musikworkshops und für das UR-Tango-Orchester.

Das Orchester ist inzwischen auf 13 Musiker angewachsen

Trotz offiziellem Abschlusskonzert am Freitagabend ist aber noch lange nicht Schluss. Das UR-Tango-Orchester soll weiter bestehen. Dieses wächst übrigens nach wie vor. Kürzlich kam ein Cello dazu, so dass das Orchester auf 13 Musiker angewachsen ist. «Wir müssen aber noch die Finanzierung regeln», sagt Schmidt. «Das Orchester braucht die entsprechenden Noten und Arrangements, um neue Stücke einüben zu können.» Das lohne sich aber ganz bestimmt. «Den Musikern macht es Spass», erklärt er. «Den Schwung sollten wir mitnehmen und weitermachen.»

Zudem finden auch die Tango-Tanzabende im TriffAltdorf wie bisher statt. Robert Schmidt bezeichnet das UR-Tango-Projekt als eine gelungene Sache. «Ich habe viele gute Rückmeldungen erhalten», so Schmidt. «Die Stücke gehen in die Beine, sind auch sehr klangvoll. Und dass die Beteiligten nach dem Projektabschluss mit dem UR-Tango weitermachen möchten, spricht doch für sich.»

Hinweis:

Das UR-Tango-Konzert mit Präsentation von CD und Notenheft findet am kommenden Freitag, 23. Februar, um 20.15 Uhr im Saal des Hotels Höfli statt. Es spielt das UR-Tangoorchester unter der Leitung von Robert Schmidt. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte aufgenommen. Die CD und das Notenheft sind am Konzertabend zum reduzierten Preis erhältlich. Ansonsten kann man sie im Internet bestellen unter www.ortschafft.ch/shop. Ausserdem ist Beides erhätlich beim Musikhaus Gisler in Altdorf.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

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