Altdorf
Hoher Besuch für kleine Kapelle: Bischof weiht neu restaurierte St.-Josefs-Kapelle ein

Nach acht Monaten Renovation erstrahlt die Kapelle in neuem Glanz. Sie wurde am Sonntag durch den Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain eingeweiht.

Christof Hirtler
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Weihung des Altars der St.-Josefs-Kapelle durch Bischof Joseph Maria Bonnemain.

Weihung des Altars der St.-Josefs-Kapelle durch Bischof Joseph Maria Bonnemain.

Bild: Christoph Hirtler (Altdorf, 24. Oktober 2021)

An diesem strahlend schönen Herbstsonntag hat sich im Inneren der Hauskapelle ein besonderes Bild geboten. Zwei grosse Monitore und ein Kamerateam sind Zeichen, dass der Gottesdienst weltweit live übertragen wird. Feierlich der Einzug, angeführt von Ministranten, gefolgt von Patres und Missionaren der Mariannhiller, dem Dekan und Ortspfarrer von Altdorf und dem Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain. «Heute findet hier eine Verdichtung bedeutsamer Ereignisse statt», begann der Bischof seine Predigt, «wir feiern im Jahr des heiligen Joseph den Weltmissionssonntag und die Auferstehung Christi, die Grundlage aller kirchlichen Feiern.» Und weiter: «Die Kirche ist vom Wesen missionarisch, ist Mission, hat eine Sendung, einen Heilsauftrag für die ganze Welt. So sind wir sehr dankbar für das missionarische Wirken der Mariannhiller hier in Altdorf und weltweit.»

Nach dem Glaubensbekenntnis verliessen die Priester in einer Prozession die Hauskapelle, um die neu renovierte St.-Josefs-Kapelle zu weihen. Für die Weihe des Altars und der Kirche ist allein der Bischof zuständig. Nach dem Weihegebet und dem Besprengen des Altars und der Kapelle mit Weihwasser folgten fünf eindrückliche Rituale: Die Salbung des Altars mit wohlriechendem Chrisamöl, das Segnen der Wände der Kapelle mit Kreuzzeichen, die Beräucherung des Altars mit Weihrauch, das Auflegen der Altartücher und das festliche Anzünden der Lichter.

«Wir wollen nicht gehen, wir bleiben da»

Im Festzelt dankte Pater Damian Weber dem Architekten Stefan Danioth, dem Präsidenten der Stiftung Mariannhiller, Volker Zaugg, dem Geschäftsführer Tobias Schenker und dem Baukommissions- und Stiftungsratsmitglied Stefan Flury für die gelungene Renovation der
St.-Josefs-Kapelle und der Äbtissin des Benediktinerklosters Seedorf Schwester Maria Imelda für die gewebten Altartücher. «Nach dem Wegzug der Kapuziner und der Schliessung des Frauenklosters in Altdorf, sind mit dem Frauenkloster St.Lazarus und den Mariannhiller Missionaren noch zwei Ordensgemeinschaften in Uri verblieben», sagte Pater Damian am Schluss seiner Ansprache und fügte hinzu: «Wir wollen nicht gehen, wir bleiben da.»

Die Gründung des Ordens geht auf den Voralberger Trappisten Franz Pfanner zurück, der 1882 ein Kloster in Südafrika gründete. Aufgrund der tiefen Marienverehrung nannte er das Kloster Maria-Anna-Hügel – Mariannhill. Mariannhill hat sich seit seiner Gründung zur
Missionszentrale entwickelt. Es entstanden Niederlassungen in Österreich, Deutschland, in den USA, Kanada und ab 1927 auch in der Schweiz, in Altdorf. Ein wichtiger Teil der missionarischen Tätigkeiten der Mariannhiller Missionare war und ist die Missionsprokura. Zur Durchführung von Projekten in Afrika, Kolumbien und Papua-Neuguinea wurde und wird Geld gesammelt, um «den missionarischen Dienst in allen Facetten zu finanzieren und so den Menschen in ihrer Entfaltung zu helfen.»

Mit dem Kauf des Grundstücks in Altdorf 1927 übernahmen die Mariannhiller auch die 1902 gebaute St.-Josef-Kapelle. Bereits 1937/1938 erfolgte eine erste Gesamtsanierung, 1976/1977 die zweite. Unmittelbar nach dem Josefstag (19. März) dieses Jahres begannen die Arbeiten für die dritte Gesamtrestauration der St.-Josefs-Kapelle. Eingebaut wurde ein neues Unterdach, auch die vergoldete Turmkugel und das geschmiedete Kreuz erfuhren eine sorgfältige Oberflächenrestaurierung. Die Portal-, Decken- und Wandmalereien wurden behutsam instand gestellt. Zudem erhielt die Kapelle eine vollständig neu gestaltete Sakristei und einen modernen Altar nach den Entwürfen des Architekten Stefan Danioth.

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