ALTDORF: Die Schweizer Volkskultur erhält eine neue starke Stimme

Im Haus der Volksmusik ist neu die IG für Volkskultur einquartiert. Beide Seiten sprechen von einer Win-win-Situation.

Markus Zwyssig
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Fahnenschwinger in Aktion. Die neu in Altdorf beheimatete IG macht sich für alle Bereiche der Volkskultur stark. (Bild Urs Hanhart)

Fahnenschwinger in Aktion. Die neu in Altdorf beheimatete IG macht sich für alle Bereiche der Volkskultur stark. (Bild Urs Hanhart)

Das Haus der Volksmusik in Altdorf nimmt eine zusätzliche Aufgabe wahr. Die Interessengemeinschaft für Volkskultur in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (IG Volkskultur) hat ihren Sitz neu im Urner Hauptort. Markus Brülisauer, der sich im Haus der Volksmusik um Administration, Buchhaltung und Nachwuchsprojekte kümmert, leitet seit Anfang Jahr in einem Teilpensum die Geschäftsstelle der IG.

«Es ist eine Win-win-Situation», sagt Gody Studer, der in der Geschäftsleitung der IG Volkskultur für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Dadurch erhalte einerseits das Haus der Volksmusik neuen Auftrieb. Andererseits sei man bei der IG froh, für die Geschäftsstelle professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

100 000 Franken für Nachwuchs

Die Schweizerische Kulturstiftung Pro Helvetia übernahm im Zusammenhang mit dem neuen Kulturförderungsgesetz die Aufgabe, den Nachwuchs bei der Laienkultur zu fördern. Um diesem Auftrag auch in der Szene der Volkskulturverbände nachkommen zu können, ging Pro Helvetia mit der IG Volkskultur eine Leistungsvereinbarung ein. «Ab sofort stehen uns jährlich 100 000 Franken zur Verfügung, die wir für die Jugend- und Nachwuchsförderung einsetzen können», so Studer.

Die Aufgabe sei aber auch mit Mehrarbeit verbunden. «Wir mussten unsere Strukturen grundsätzlich hinterfragen», so Studer. Der Geschäftsleitung der IG sei klar geworden, dass die Arbeit nur noch unter Beizug professioneller Hilfe kompetent erledigt werden könne.

Die IG ist ein Zusammenschluss von zehn nationalen Volkskulturverbänden, welche gesamthaft rund 300 000 Mitglieder zählen. Mit dabei sind unter anderem der Eidgenössische Jodlerverband, der Schweizer Blasmusikverband oder die Schweizerische Chor- sowie die Trachtenvereinigung. Vertreten sind grosse Organisationen mit bis gegen 100 000 Mitglieder ebenso wie kleinere mit einigen Hundert Personen. Unter dem Dach der IG sind Sänger, Jodler, Blas- und Volksmusikfreunde, Trachten- und Volkstheaterleute sowie Tambouren, Zupfmusikanten und Akkordeonliebhaber vertreten.

«Wir wollen den verschiedenen nationalen Organisationen eine wirkungsvolle Stimme sein», sagt Studer. «Im Zentrum steht für uns die Lobbying-Arbeit.» Dazu gehöre der Kontakt zu den Bundesstellen ebenso wie zu den Medien, so Studer. Regelmässig trifft man sich mit Radio und Fernsehen. «Die Volkskultur in den Medien darf nicht abgebaut werden», wird Studer bestimmt. So wehrte man sich, als der damalige Radiosender DRS 1 die Volksmusik auf den Spartensender Musikwelle 531 beschränken wollte.

Vitali soll neuer Präsident werden

Die IG hat prominente Köpfe in der Leitung. Nun steht ein Wechsel bevor. Am 22. Februar findet in Olten die Mitgliederversammlung statt. Bisheriger Präsident der Geschäftsleitung war alt Nationalrat Hanspeter Seiler. Als Nachfolger wird der Luzerner FDP-Nationalrat Albert Vitali vorgeschlagen.