Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTDORF: Die Urner investieren kräftig in ihre Kleinbrauerei

Die Kleinbrauerei Stiär Biär erneuert ihre Anlagen. Dabei hofft die Firma auf die finanzielle Hilfe ihrer Kunden. Beim neusten Bier sollen die Konsumenten ebenfalls mitreden können.
Markus Zwyssig
Braumeister Udo Zimmermann (links) und Geschäftsführer Urs Wagner degustieren frisch gebrautes Bier. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 15. März 2018))

Braumeister Udo Zimmermann (links) und Geschäftsführer Urs Wagner degustieren frisch gebrautes Bier. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 15. März 2018))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Die einzige professionelle Kleinbrauerei im Kanton Uri hat einiges vor. Im Brauhaus von Stiär Biär am Moosbadweg in Altdorf werden neue Tanks gekauft und ein sogenannter Pasteur in Betrieb genommen. Damit wird die Kleinbrauerei bei der Produktion flexibler. «Pasteurisiertes Bier ist bis zu zehn Monate lang haltbar, ohne dass dies einen wesentlichen Einfluss auf den Biergeschmack hätte», erklärt Urs Wagner. Der 29-jährige Stanser ist der neue Geschäftsführer und Vertriebsleiter bei Stiär Biär. «Diese Anschaffungen helfen uns, die Bierproduktion zu optimieren», sagt er. «Wir sind nun in der Lage, in Zeiten, in denen weniger Bier getrunken wird, unsere Vorräte aufzufüllen. Die bisherigen Produktionsspitzen lassen sich so besser abfedern.» Ziel ist es, dass die Kleinbrauerei in Zukunft jährlich 1500 Hektoliter Bier produzieren kann. Trotz des Ausbaus der Brauerei ist Stiär Biär nach wie vor ein kleinerer Lieferant unter mehreren Mitbewerbern in der Zentralschweiz (siehe Box).

Zahlreiche Anschaffungen in den letzten Jahren

«Wir müssen wieder aktiver werden und an möglichst vielen Anlässen Präsenz zeigen», so das Credo von Urs Wagner. Ein sehr wichtiger Anlass ist das jährliche Oktoberfest im Altdorfer «Winkel». Auch ist Stiär Biär der ­offizielle Bierpartner an der Wirtschafts- und Erlebnismesse «Uri 18», die im September im Altdorfer Eyschachen stattfindet. Die Kleinbrauerei ist aber auch auf dem Zuger Bierschiff oder an der Luga vertreten.

Bei der Kleinbrauerei ist bereits in den vergangenen Jahren einiges passiert. So wurde vor drei Jahren im Brauhaus eine neue Flaschenabfüllanlage installiert, welche sich positiv auf die Qualität des abgefüllten Bieres ausgewirkt hat. Vor eineinhalb Jahren kam ein neuer Drucker und Haft-Etikettierer dazu. Und jetzt gingen die Anschaffungen weiter. Neben den Tanks und der Pasteur-Anlage wurden die Lagerkapazitäten ausgebaut, und die Kleinbrauerei schaffte sich eine Reinigungsanlage für 20-Liter-Bierfässer an.

Aktienkapital wird um eine halbe Million erhöht

Um alle diese Anschaffungen finanziell bewältigen zu können, hofft die Kleinbrauerei auf finanzielle Unterstützung aus dem Stiär-­Biär-Kundengebiet. Mit einer Erhöhung des Aktienkapitals um bis zu 500 000 Franken soll dies alles ermöglicht werden. Bis zum 31. August soll das Aktienkapital demnach auf 1,6 Millionen Franken ansteigen. Bei ­Stiär Biär ist man zuversichtlich, das Ziel zu erreichen. Bereits vor knapp zehn Jahren haben viele Urner Aktien von Stiär Biär gezeichnet und den damaligen Initianten den Start zur professionellen Bierbrauerei ermöglicht. Dies machten die meisten vor allem aus regionaler Verbundenheit und aus Sympathie, denn statt einer Dividende gibt es an der Generalversammlung Gratis-Bier.

Trotz der grosszügigen Unterstützung der Urner hat es die Brauerei nicht einfach. «Wir arbeiten in einem hart umkämpften Markt», sagt Thomas Gisler, Mitglied im Stiär-Biär-Verwaltungsrat. «70 bis 80 Prozent des Biers in den Restaurants wird im Offenausschank konsumiert», gibt er zu bedenken. «Für uns als Kleinbrauerei ist es schwierig, dass wir Fuss fassen können und uns ein eigener Zapfhahn zugestanden wird.» Auch preislich kann Stiär Biär nicht ganz mit den Grossen mithalten. «Weil die Kleinbrauerei im Vergleich zu grossen Brauereien relativ bescheidene Mengen produziert, ist unser Bier ein bisschen teurer», erklärt Gisler. Für ihn liegen aber die Vorteile des eigenen Urner Biers auf der Hand. «Lokale Produkte sind bei den Kunden sehr gefragt», ist er überzeugt. «Mit unserem Bier entsprechen wir diesem Bedürfnis mehr als eine Grossbrauerei mit ihren Massenprodukten.»

Mitbestimmen, wie das Bier schmeckt

Der Brauerei ist es wichtig, den Geschmack des Publikums zu treffen. So will Stiär Biär ein neues Bier lancieren. Die Kunden sollen ihre Meinung dazu kundtun können. Der neue Brau­meister Udo Zimmermann will Bier brauen, das den Urnern schmeckt. Der 38-Jährige hat seinen neuen Job Anfang Februar begonnen. Der aus der Bodenseeregion stammende Zimmermann arbeitete zuvor bei der West Brewery im schottischen Glasgow. Inzwischen wohnt er in Schattdorf. Jetzt soll sein Wissen den Bierfans in der Zentralschweiz zugute kommen. Sein Vorgänger Michael Heilmair ist im vergangenen Jahr aus familiären Gründen weggezogen.


Fehlt Ihre Brauerei oder haben Sie Anmerkungen zur Karte? Schreiben Sie uns: redaktion.online@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.