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ALTDORF: Dirndl und Lederhosen prägen das Bild

Am Oktoberfest herrschte «Stimmung total». Mehrere Musiken heizten den Festbesuchern mächtig ein. Die Organisatoren zeigen sich vollumfänglich zufrieden.
Scharenweise und passend gekleidet strömten die Leute am Samstag auf die Altdorfer «Winkel-Wiesn». (Bild: Nadia Schärli)

Scharenweise und passend gekleidet strömten die Leute am Samstag auf die Altdorfer «Winkel-Wiesn». (Bild: Nadia Schärli)

Paul Gwerder

Das Urner Oktoberfest lockte die Leute auch in diesem Jahr in Scharen an (siehe auch «Zentralschweiz am Sonntag»). Schon um 14 Uhr strömten Hunderte von Besucherinnen und Besuchern ins rund 1200 Leute fassende Zelt auf der «Winkel-Wiesn». Dort wurden die Gäste in der ersten Stunde von der Blaskapelle Schächental unter der Leitung von Dirigent Bruno Arnold musikalisch unterhalten und eingestimmt.

Es begann mit einer Hochzeit

Warum eigentlich Oktoberfest, wenn am 5. September gefeiert wird?, fragten sich viele. Die am meisten gehörte Antwort: Auch das grosse Vorbild, das Münchner Oktoberfest fängt ja jeweils im September an. Die Antwort findet man auch auf der offiziellen Homepage des Münchner Oktoberfests: «Das erste Oktoberfest im Jahr 1810 fand zu Ehren der Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt. Die Feierlichkeiten begannen am 12. Oktober 1810 und endeten am 17. Oktober mit einem Pferderennen. In den folgenden Jahren wurde das Fest wiederholt, später dann verlängert und zeitlich vorverlegt. Dabei spielt natürlich auch das bessere Wetter im September eine Rolle: Die Nächte sind wärmer, und so lässt es sich auch in den Gartenbereichen der Zelte und beim Flanieren über die Wiesn länger aushalten – ohne Frösteln. Das letzte Oktoberfest-­Wochenende liegt aber auch heute noch im Oktober.»

Der grosse Tag des Braumeisters

Der Samstag war auch der Tag des Bierbrauers Michael Heilmair: «2014 haben wir genau 5950 Liter ‹Stiär Biär› ausgeschenkt. Dieses Jahr habe ich 6600 Liter in Fässern bereit, und zudem hätte ich noch einen Notvorrat von 1000 Litern, das sollte genügen», meinte er vor Festbeginn. Kurz vor 15 Uhr kam es dann zum Anstich des Fasses. Nicht mit dem obligaten Hammer, sondern mit dem Bierkrug gab Matthias Simmen, der frühere Weltklassebiathlet, einige wohldosierte Schläge, und schon floss das Bier zum traditionellen «O’zapft is!» von Braumeister Heilmair. Danach gab es kein Halten mehr. Die Serviertöchter hatten alle Hände voll zu tun, um die Gäste mit dem frischen Bier zu bedienen. Die meisten Besucherinnen und Besucher bestellten wie in Bayern «oa Mass Bier bitt scheen». Dies entspricht genau 1 Liter im 1,3 Kilogramm schweren Masskrug. Danach hiess es «Prost!».

Bevor aber im Festzelt auf der «Winkel-Wiesn» richtig angestossen werden konnte, galt es übrigens, den Krug am Henkel mit allen Fingern festzuhalten und ja nicht die Hand ans Glas zu legen, da sonst die Gefahr des Sich-selber-Verletzens beim Anstossen respektive des Quetschens der Finger bestehen könnte ... Zu einem richtigen «Wiesn»-Erlebnis gehörte auch in Altdorf ein Hendl, frisch vom Grill, oder viele andere bayrische Spezialitäten.

Die richtigen Oktoberfest-Besucher kamen auch im entsprechenden Outfit ans Fest: die Damen im Dirndl und die Herren mit den obligaten Lederhosen und einem dazu passenden Trachtenhemd. «Das gehört einfach zum Oktoberfest, darin fühle ich mich wohl, und man ist dabei», meinte etwa Silvia Schuler in ihrem prächtigen Dirndl. Eine andere junge Frau meinte zudem: «In diesem Kleid kann ich zeigen, was ich habe», und lachte dabei herzerfrischend.

«Die Lumpen» heizen ein

Nach der Blaskapelle Schächental war die Reihe am Ländlertrio Rossstock­grüäss, bevor die bisher vielen unbekannte Bandella Spontanella aus Erstfeld einzuheizen begann. Diese Formation aus Erstfeld setzt sich aus Musikern zusammen, die unterschiedlichste Stilrichtungen bevorzugen. Mit ihren Oldies und Gassenhauern trafen sie den Geschmack des immer lauter werdenden Publikums perfekt. Zu «Marina, Marina», zum «Schneewalzer» oder zu «Alpärosä» schaukelten alle mit. Als dann Banjo-Spieler Fredy Schilter auch noch das «Tirolerlied» anstimmte, hielt es viele stimmgewaltige Sänger im Zelt nicht mehr auf den Bänken. Damit war der Weg geebnet für den Auftritt der bayrischen Oktoberfest-Band Die Lumpen, die für wirklich grossartige Stimmung unter dem Motto «Feiern wie die Bayern» sorgte. Kurz: Das war Oktoberfest-Stimmung pur und total. Im prallvollen Zelt wurde getanzt, geschunkelt und gefeiert – wie beim Original in München. Bis am frühen Morgen ging es im Zelt bayrisch, zünftig, ur(ch)ig, aber auch rockig und fetzig zu.

Rund 5500 Liter Bier konsumiert


Fazitgw/bar. OK-Präsident Christian Gisler zeigte sich sehr zufrieden: «Auch wenn es nicht mehr so heiss war wie im vergangenen Jahr, bin ich absolut erfreut über den Festablauf und den Besucheraufmarsch», meinte er. «Mit der Firma Stiär Biär haben wir zudem einen perfekten Urner Partner für dieses Fest gefunden, das schon zum vierten Mal in dieser Art und Weise von Floorball Uri organisiert wurde.»

Über 2700 Besucher im Durchlauf
Auch der Medienverantwortliche des «Ürner» Oktoberfests, Dominik Gisler, zog ein äusserst positives Fazit: «Im Durchlauf wurden rund 2700 bis 2800 Besucher registriert. Bis zum Festende durften wir eine äusserst gute altersmässige Durchmischung feststellen, was wohl auch eine der Besonderheiten unseres Oktoberfests darstellt», sagte Gisler. Die Stimmung sei wohl ausgelassen, aber durchaus friedlich gewesen, und es habe auch nur ein paar wenige, kaum nennenswerte Zwischenfälle gegeben. Gisler schätzt, dass rund 5500 bis 5600 Liter Bier konsumiert worden sind. Ein besonderes Lob sprach er den rund 180 Helfern aus, die am Samstag und Sonntag im Einsatz standen: «Sie haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Bereits zwölf Stunden nach dem Festende konnte man auf dem Winkelplatz nicht mehr feststellen, dass hier gerade erst eines der grössten Urner Feste stattgefunden hatte.»

Michael Heilmair (rechts) und der ehemalige Topbiathlet Matthias Simmen beim Fassanstich. (Bild: Paul Gwerder)

Michael Heilmair (rechts) und der ehemalige Topbiathlet Matthias Simmen beim Fassanstich. (Bild: Paul Gwerder)

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