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ALTDORF: Drei Bilder und ein Schwur

Das Haus für Kunst hat erneut bekannte Urner eingeladen, um über den persönlichen Bezug zu einem ausgewählten Danioth-Bild zu erzählen. Die Gäste hätten dabei nicht unterschiedlicher sein können.
Remo Infanger
Der ehemalige Tellspiel-Schauspieler Gerold Zenoni stellte im Haus für Kunst «seinen Danioth» vor. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 17. August 2017))

Der ehemalige Tellspiel-Schauspieler Gerold Zenoni stellte im Haus für Kunst «seinen Danioth» vor. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 17. August 2017))

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

Drei Urner Persönlichkeiten, drei Heinrich-Danioth-Bilder und drei ganz unterschiedliche Geschichten dazu – das ist «Mein Danioth». Bereits zum fünften Mal lud die Kunstvermittlerin Lotti Etter am vergangenen Donnerstagabend zur Veranstaltung über den Teufelsmaler im Haus für Kunst Uri in Altdorf ein. Jeweils drei Urner wählen für diesen Anlass je ein Danioth-Bild aus dem Archiv aus. Die Gäste erzählen dann ihren persönlichen Bezug zum ausgewählten Gemälde. «Das Bild soll als Impuls für eine Geschichte aus dem eigenen Leben dienen», erklärte Lotti Etter.

Mit der Künstlerin Annemarie Oechslin, der Jugendanwältin Romana Bossi Bisatz und Schauspieler Gerold Zenoni konnten die eingeladenen Gäste – zumindest beruflich – nicht unterschiedlicher sein. Genauso verschieden gingen sie bei der Auswahl des passenden Werks im Danioth-Pavillon vor. Die bildende Künstlerin Annemarie Oechs­lin legte ihren Fokus auf die kleinen und unscheinbaren Werke von Danioth. So wählte sie eine Bleistiftskizze aus dem Jahr 1947 aus, die seine Tochter Cilli in Badehosen zeigt. «Das Bild schaut mit seinen Falten und Flecken aus, als habe es für eine längere Zeit in Danioths Atelier rumgelegen», fand Oechslin. «Aus diesem Grund wirkt es auf mich auch so lebendig.» Die filigrane Skizze erinnere sie an ein eigenes Medium, welches die Künstlerin für ihre Arbeiten brauchte. Mit einer alten Sofortbild-Kamera habe sie nämlich auf Reisen Fotos gemacht, auf die man, wie in der Danioth-Skizze, ein zweites Mal hinschauen müsse, um alles zu erkennen.

Qual der Wahl im Danioth-Pavillon

Anders vorgegangen ist Romana Bossi Bisatz. Auf der Suche nach «ihrem Danioth» habe die Rechtsanwältin fast zwei Stunden im Archiv verbracht. «Bei 400 bis 500 gerahmten Bildern kann das schon eine Weile dauern, bis man ein passendes findet», so Bossi. Entschieden hat sie sich schliesslich für eine Tuschezeichnung, die eine schwebende Frau mit erhobenem Schwert darstellt. Die Auswahl komme nicht von ungefähr, denn die Zeichnung habe die Rechtsanwältin an ihren beruflichen Werdegang erinnert. «Die Frau auf dem Bild hat etwas von einer comichaften und modernen Justitia, der Göttin der Gerechtigkeit», erzählte Bossi.

Starke Beziehung zur Rütlischwur-Szene

Gerold Zenoni hingegen wusste bereits im Voraus, was er im Archiv finden will. «Während meiner 30 Jahre auf der Bühne der Tellspiele habe ich durch die verschiedenen Rollen eine ­starke Beziehung zur Rütlischwur-­Szene entwickelt», erklärte Zenoni. Das sei auch der Grund, warum er sich für das Bild «Fundamentum» mit der Szene auf dem Rütli entschied. Es zeigt eine Abbildung des Danioth-Freskos an der Fassade des Bundesbriefmuseums in Schwyz. Obwohl Zenoni seit 1982 nicht mehr auf der Tellspiel-Bühne steht, bewies er schauspielerisches Geschick, indem er die Rütlischwur-Szene zu seinem Besten gab – ganz zur Begeisterung der fast 60 Anwesenden.

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