ALTDORF: Ein junges Team sucht nach neuen Helden

Der Urner Sommer gehört Tell. Aber nicht Tell allein: In Altdorf werden derzeit sieben neue Helden geboren. Ein Streifzug durch ein etwas anderes Heldenland.

Drucken
Teilen
Probe zum Stück Im Heldenland zum Telljahr 2008 in Altdorf. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Probe zum Stück Im Heldenland zum Telljahr 2008 in Altdorf. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Da stehen nun sieben Menschen unter dem Sarg des letzten grossen Helden. Es ist die Ausgangssituation des Stücks «Im Heldenland. Ein Theaterprojekt zur alltäglichen Standhaftigkeit», das diesen Sommer die Tellspiele 2008 ergänzt und kontrastiert. Gemeinsamkeit: Auch im «Heldenland» geht es um heroische Momente.

Anders als in der Tellsgeschichte müssen diese Momente aber in langer Auseinandersetzung mit dem Begriff des Heldentums, der Gültigkeit von Heldentaten und den heroischen Seiten des Individuums gesucht, verworfen und neu entwickelt werden. Seit Februar ist das junge Ensemble mit Regisseur Benno Muheim und sieben jungen Spielern mit der Entwicklung von Charakteren und ihren Heldentaten beschäftigt.

Der Luxus, frei nach einer eigenen Theatersprache zu suchen
Für den Altdorfer Theatermacher Muheim ist die Suche nach komischen, absurden und berührenden Momenten modernen Heldentums «eine Herzensangelegenheit». Es ist Neuland, das er und sein Ensemble mit der schrittweisen Entwicklung eines Stücks betreten. Und Muheim freut sich über jeden Meter Land, den sie entdecken: «Es ist ein absoluter Luxus, so frei nach einer eigenen Theatersprache suchen zu dürfen.» Es gehe ihm nicht darum, seinen Spielern eine fixe Story zu präsentieren. Sondern gemeinsam eine neue Heldengeschichte zu erzählen.

Das Ensemble, darunter die Urner Laienspieler Corinne Gnos, Madlen Arnold, Mario Schelbert und Sylvia Arnold, entwickeln und definieren ihre Figuren selbst. Das ist anstrengend. «Und von ganz viel Scheitern geprägt», wie Benno Muheim sagt. Doch seine Augen leuchten.

Noch weitere drei Monate Arbeit warten
Unterstützt wird der 28-jährige Altdorfer vom Schaffhauser Theaterpädagogen und Dramaturgen Jürg Schneckenburger, der bereits sechs Mal das Altdorfer Jugendtheater inszeniert hat und, wie er schmunzelnd sagt, «den Abgang aus Uri nicht schafft». Schneckenburger sieht sich die Ideen der jungen Leute an, sagt, was für ihn funktioniert, was nicht.

Denn nach der Improvisationsphase folgt nun die Zeit der Inszenierung. Muheim schreibt Texte, sucht nach gültigen Momenten, legt Abläufe fest. Noch ist die Reise am Anfang. Sie wird weitere drei Monate dauern.

Manuela Kalbermatten

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.