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ALTDORF: Ein Manifest soll die alten Hallen retten

Das Eyschachen-Areal soll sich zu einem Gewerbe- und Industriequartier entwickeln. Architekten versuchen aber dabei, einzigartige Konstruktionen zu erhalten.
Urs Hanhart
Die Ausstellung in einer der drei Flachlagerhallen sorgt für interessante Denkanstösse. (Bild Urs Hanhart)

Die Ausstellung in einer der drei Flachlagerhallen sorgt für interessante Denkanstösse. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

«Flachlagerhallen im Eyschachen – unbekannte Einzigartigkeit» – so lautet der Titel einer spannenden Ausstellung, die am Freitag im Areal westlich des Bahnhofs Altdorf eröffnet wurde. Konzipiert worden ist sie vom Architekturforum Uri in Zusammenarbeit mit der in Muttenz beheimateten Fachhochschule Nordwestschweiz und der Accademia di architettura di Mendrisio. Hintergrund ist die Absicht, dass sich das Eyschachen-Areal mit dem bewilligten Quartiergestaltungsplan (QGP) zu einem Gewerbe- und Industriequartier entwickeln soll. Die bestehenden denkmalgeschützten Betongebäude (Sacklager und Getreidesilo, erbaut 1911/12) bleiben erhalten. Die Flachlagerhallen mit ihrer einzigartigen Konstruktion von 1939 sind hingegen zum Abbruch freigegeben worden. Immerhin lässt der QGP die Option eines Erhalts der Hallen ausdrücklich zu.

Vielfältige Nutzungsideen

Wie geht man mit bestehenden Strukturen um? Wie verändert sich die Bedeutung eines Gebäudes mit der Zeit? Umnutzen oder Tabula rasa? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Fachhochschule Nordwestschweiz und die Accademia di architettura. Die Visionen sind vielfältig. Die Palette reicht von öffentlichen Nutzungen über Gewerbeideen bis hin zu Wohnnutzungen. Zudem prüften die Studenten auch die Möglichkeiten zum Erweitern oder Aufstocken der Hallen – alles dargestellt mit Modellen, Plänen und Bildern.

«Wir haben diese Hallen lieben gelernt», sagte Marianne Burkhalter, Professorin an der Accademia di achitettura an der Vernissage. «Die Studierenden sind von den Bauten begeistert.» Sorgfältig und kenntnisreich hätten sie neue reelle Nutzungen entwickelt, die dem Areal und seinen Gebäuden zu neuem Leben verhelfen könnten.

An der Vernissage leitete Pius Knüsel, Kulturvermittler, auch eine Podiumsdiskussion mit einheimischen und externen Fachleuten. Stefan Cadosch, Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architekturvereins, betonte: «Das fünfteilige Gebäudeensemble im Eyschachen repräsentiert zwei Weltkriege.» Eine solche Dichte an Bauten für Notsituationen gäbe es weltweit sonst nirgends. «Das sind unglaubliche Werte, die von diesen Bauten ausgestrahlt werden.» Cadosch betonte, er kenne Investoren, die genau solche Ausgangslagen suchten.

Manifest für Hallenerhalt

Die Flachlagerhallen sollen erhalten bleiben. Dazu haben die Ausstellungsbesucher die Möglichkeit, das «Manifest vom Eyschachen» zu unterzeichnen. «Wir fordern, dass die hölzernen Flachlagerhallen mit ihren unbestrittenen Qualitäten nebst dem Sacklager und dem Getreidesilo zu erhalten sind, damit sie weiterhin Identität im neuen Gewerbe- und Dienstleistungsquartier stiften können», heisst es im Manifest. «Die Hallen sollen nicht konserviert werden, sondern ertüchtigt und weiterentwickelt.» Sie sollen also für eine kommende Generation gebrauchsfähig gemacht werden, ohne die Charakteristik zu verlieren. Dabei sind auch Überformungen und Erweiterungen denkbar, sofern die charakteristischen strukturellen Merkmale der Hallen erhalten bleiben.

Hinweis

Die Ausstellung ist am 23. und 24. April sowie am 30. April und 1. Mai jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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