ALTDORF: «Einen Hit wie ‹Ewigi Liäbi› schreibt man nur einmal»

Padi Bernhard spielt mit Mash am Bar-Fest. Im Gespräch erklärt er, wie er sich mit seinem Hit versöhnt hat und wie er sich die Zukunft der Musikindustrie vorstellt.

Interview Markus Zwyssig
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Mash-Sänger Padi Bernhard im Probenraum der Band in Goldau. (Archivbild Pius Amrein)

Mash-Sänger Padi Bernhard im Probenraum der Band in Goldau. (Archivbild Pius Amrein)

Padi Bernhard, Sie haben Ihre alte Band Mash wiederbelebt. Weshalb?

Bernhard: Ich hatte einfach Lust dazu. Mit der Bernhard-Band habe ich einige meiner besten Songs eingespielt. Trotzdem wollte ich die alten Songs wieder auf die Bühne bringen. Mash hat sich aus einer Schülerband entwickelt. Heute sind viele Musiker der Bernhard-Band dabei. Vor der Tournee gingen wir ins Studio, um neue Songs für eine CD aufzunehmen.

Lohnt es sich heute überhaupt noch, eine CD auf den Markt zu bringen?

Bernhard: Vor etwas mehr als 10 Jahren verkauften wir von unserer CD «Nid vo Bärn» 50 000 Exemplare. Klar, das war wegen des Songs «Ewigi Liäbi», der hat eingeschlagen wie eine Bombe. Von der Nachfolge-CD verkauften wir 17 000 Exemplare in einer Woche. Heute müssen wir froh sein, wenn wir von einer neuen CD insgesamt ein paar tausend Exemplare absetzen können. Damit können wir heute kaum noch die Kosten einspielen. Daher wollen wir in Zukunft andere Wege gehen.

An was denken Sie?

Bernhard: Wir wollen Songs anbieten zu einem bestimmen Ereignis, etwa vor einer Fussball-WM oder zu Weihnachten.

Dabei denken Sie wohl eher an Downloads als an eine klassische CD.

Bernhard: In eine CD steckt man sehr viel Energie, Zeit und Geld. Das ist ein grosser Aufwand für zwölf neue Songs. Es braucht auch noch ein gutes Booklet und eine besondere Verpackung. In Zukunft läuft es wohl vor allem über Downloads. Wer will, kann sich die Songs ja immer noch auf eine CD brennen.

Jetzt spielen Sie mit Mash am Bar-Fest in Altdorf. Die letzten Auftritte in Uri liegen wohl schon 10 Jahre zurück?

Bernhard: Ja, sogar noch ein bisschen länger. Das war Mitte November 2002. Ich erinnere mich noch, dass ich in einem Uri-T-Shirt auf der Bühne stand. Die Auftritte im Kanton Uri waren immer etwas Spezielles.

Weshalb?

Bernhard: Die Urner Fans kamen in Scharen. Der «Winkel» war jedes Mal propenvoll. Und die Stimmung war toll. Ich habe die Auftritte wirklich in sehr, sehr guter Erinnerung. Aber es gibt noch mehr, was mich mit Uri verbindet.

Und das wäre?

Bernhard: Meine Frau ist eine Urnerin. Sie kommt aus Erstfeld. Als Teenager war ich oft in Uri im Ausgang. Auch heute habe ich viele Freunde und Kollegen hier. Im Bernheart-Chor singt der Urner Dani Arnold mit. Auch Chormitglied Hedi Weber kommt aus dem Kanton Uri. Sie wohnt heute zwar in Goldau, aber ihre ganze Verwandtschaft ist im Urnerland zu Hause.

Apropos Bernheart-Chor. Gibt es den noch?

Bernhard: Wir haben einen Verein gegründet. So sehen wir uns mindestens einmal im Jahr. Ich möchte schon wieder etwas mit dem Chor machen. Ich muss nur noch genügend Zeit dazu finden. Bisher war ich mit Mash sehr stark beschäftigt.

Worauf dürfen sich die Urner freuen?

Bernhard: Wir spielen ein Best-of-Programm, denn schliesslich gibt es Mash bereits seit rund 20 Jahren. Es ist der Abschluss der aktuellen Tournee. Wir holen alle unsere Party-Nummern hervor und werden kurz vor dem Jahresende nochmals so richtig Gas geben. Neben den alten Songs haben wir auch neue im Repertoire. Daneben spielen wir ein paar Songs der Bernhard-Band. Und natürlich fehlt «Ewigi Liäbi» nicht.

Können Sie das Lied heute überhaupt noch hören?

Bernhard: Als das Lied vor zwölf Jahren zum Hype wurde, fand ich es schade, dass man mich nur darauf reduziert hat. Heute jedoch sehe ich es anders. Es ist eine Ehre und ein Privileg. Unser bekanntester Songs ist ein Evergreen, ein Volkshit. So etwas schreibt man wohl nur einmal im Leben. Und ich bin stolz darauf, dass uns das gelungen ist.

Interview Markus Zwyssig