ALTDORF: Energie-Effort hoch über dem Urner Hauptort

Auf dem Dach eines Altdorfer Unternehmens haben die Gemeindewerke Erstfeld ihre 150. Solaranlage realisiert. Dafür stand auch ein Bergführer im Einsatz.

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Comed-Geschäftsleiter Othmar Herzog (links) und Walti Tresch, Bereichsleiter Erneuerbare Energien, freuen sich über die Inbetriebnahme der 150. Solar­anlage der Gemeinde­werke Erstfeld. (Bild: PD)

Comed-Geschäftsleiter Othmar Herzog (links) und Walti Tresch, Bereichsleiter Erneuerbare Energien, freuen sich über die Inbetriebnahme der 150. Solar­anlage der Gemeinde­werke Erstfeld. (Bild: PD)

red. Vom Altdorfer Lehnplatz aus ist von der Solaranlage der Computerfirma Comed AG nichts zu sehen. Während des Baus der Anlage dürften die Passanten aber nicht schlecht gestaunt haben. Denn auf dem Dach kraxelten Monteure, die wie Bergsteiger zum Teil mit Seilen gesichert ihre Arbeiten verrichteten. Einer von ihnen ist der Bergführer Florian Tresch aus Silenen. Er wird von den Gemeindewerken als Freelancer bei schwierigen Montagen von Solaranlagen zugezogen, die besondere Sicherheitsvorkehrungen bedingen.

Grösste Anlage in Erstfeld

Seit fünf Jahren planen, bauen und betreuen die Erstfelder Gemeindewerke Solaranlagen – von kleinen Projekten für den SAC und Alphütten bis zur grössten Solaranlage im Kanton Uri, nämlich jene auf dem Stall der Erstfelder Bauernfamilie Loretz-Muheim. Diese Anlage liefert seit einem Jahr Solarstrom für 30 Haushalte. Auch Othmar Herzog, Geschäftsleiter der Firma Comed AG, setzt auf das Know-how der Gemeindewerke. Auf dem Dach des Comed-Hauptsitzes in Altdorf hat er eine Fotovoltaik-Anlage erstellen lassen, die auf einer Modulfläche von 95 Quadratmetern rund 15 000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugt. Damit gehört sie zu den mittelgrossen Anlagen. Auf sie ist Walter Tresch, Bereichsleiter Erneuerbare Energien bei den Gemeindewerken Erstfeld, besonders stolz. Sie ist nämlich die 150. Solaranlage, die von den Erstfelder Solarprofis geplant, erstellt und in Betrieb genommen wurde.

Beitrag zur Energiewende

Comed-Geschäftsleiter Herzog sieht seine PV-Anlage als kleinen Beitrag seines Unternehmens zur Energiewende. «Wir arbeiten schon jetzt mit energiesparenden Geräten. Mit der Solaranlage zeigen wir der Kundschaft, dass diese EDV-Anlagen mit umweltfreundlichem Strom zu betreiben sind», sagt Herzog. Die Comed AG ist ein Spezialist für Hochverfügbarkeits-Serversysteme, die 24 Stunden in Betrieb sind. Im Gebäude der Comed AG profitieren 25 Personen vom Solarstrom. Noch eine Option ist die Nutzung des Garagendaches für eine Warmwasseranlage.

Herzog selber weiss als ausgebildeter technischer Instruktor viel über die Technik von Solaranlagen. Das Berechnen, Planen und Ausführen seiner Solaranlage hat er jedoch Walter Tresch und dessen Team überlassen. Um Bewilligungen, um die KEV-Anmeldung und generell um das Realisationsverfahren brauchte er sich nicht zu kümmern. «Es ist eine gute Sache, dass ich mich als Kunde nicht mit den Details auseinandersetzen muss», sagt Herzog. Er habe aber mit Genugtuung festgestellt, dass die Politik alles getan hat, damit beim Bau der PV-Anlage keine Steine in den Weg gelegt werden.

Ein Zeichen gesetzt

Die Gemeindewerke Erstfeld starteten ihren Effort im Bereich erneuerbare Energien gezielt vor fünf Jahren mit dem Bau von Sonnenkollektoren zur Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung. «Dieses Geschäft ist zwar atypisch für eine Energieversorgungsunternehmung. Aber wir wollten ein Zeichen setzen gegen die stetige Zunahme des Energieverbrauchs und die Leute animieren, Energie zu sparen und selber Strom zu produzieren», sagt Bereichsleiter Tresch. Innert kurzer Zeit wurde der Bau von Solaranlagen zu einem Standbein des Unternehmens. Inzwischen sind die Gemeindewerke das einzige Urner Unternehmen, das einen eigenständigen Geschäftsbereich für Sonnenkollektoren und Fotovoltaikanlagen hat. Die Gemeindewerke produzieren zu 100 Prozent «naturemade-star!»-zertifizierten Ökostrom. 2010 hat der Fachverband Swissolar ihnen das Zertifikat «Solarprofi» verliehen.