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ALTDORF: «Es gibt keine unmusikalischen Kinder»

Am Instrumentenparcours zeigte sich, welche Instrumente bei den Jugendlichen beliebt sind. Doch egal, für was sie sich entscheiden: Musik, so die Überzeugung der Musikschule, hat einen hohen Bildungswert.
Unter der Anleitung des Musiklehrers versucht Jan Amrhein die ersten Takte auf dem Schlagzeug zu schlagen. (Bild: GW (Altdorf, 17. März 2018))

Unter der Anleitung des Musiklehrers versucht Jan Amrhein die ersten Takte auf dem Schlagzeug zu schlagen. (Bild: GW (Altdorf, 17. März 2018))

Am Samstagmorgen kamen unzählige Kinder mit ihren Eltern oder Grosseltern aus dem ganzen Kanton ins Schulhaus Bernarda und in die Aula Hagen. Dort hatte die Musikschule Uri einen Instrumentenparcours eingerichtet. In über zwei Dutzend Räumen konnten die Kinder die ganze Palette an Instrumenten besichtigen und ausprobieren.

Auch Andri Dittli aus Schattdorf übte unter der Anleitung von Musiklehrerin Barbara Domedi am Klavier. «Ich spielte jetzt drei Jahre lang Fagott und möchte wieder einmal etwas anderes ausprobieren», so der 10-Jährige. «Es ist wichtig, dass die Kinder motiviert sind und Freude und Geduld mitbringen», hielt Domedi fest. «Das A und O für das Erlernen eines Instrumentes ist jedoch das Üben.» Und Ruth Fenn, die schon seit 30 Jahren Musikunterricht erteilt, schreibt im Brief an die Eltern: «Ich behaupte, dass es keine unmusikalischen Kinder gibt, wenn die methodische Wegweisung zu ihren Herzen findet.» Weiter rät Fenn: «Bewahren Sie Ihr Kind vor Leistungsdruck, und geben Sie ihm die Chance, sein individuelles Lerntempo zu finden.»

Gitarre und Klavier stehen hoch im Kurs

Die Mädchen und Knaben zogen eilig von einem Zimmer ins andere und probierten die verschiedenen Instrumente unter kundiger Anleitung der Musiklehrer aus. Die Auswahl reichte von Block- und Panflöten, Gitarren, Keyboard, Hackbrett, Harfe, Uku­lele, Violine, über Querflöte, Schwyzerörgeli, Posaune, Saxofon, Oboe, Fagott bis hin zum beliebten Schlagzeug. Das Musikhaus Gisler aus Altdorf war mit einer Instrumentenausstellung vor Ort; so konnten viele Informationen aus erster Hand in Erfahrung gebracht werden. «Bei den Mädchen steht das Klavier immer noch im Zentrum des Interesses, während bei den Knaben die Gitarre und vor allem das Schlagzeug sehr beliebt sind», sagte Martin Giese, der die Musikschule seit neun Jahren leitet.

1205 Kinder aus rund 20 Gemeinden haben im letzten Schuljahr unter der Leitung von rund 65 Lehrpersonen – die meisten in einem Teilzeitpensum angestellt – am Musikunterricht teilgenommen. Am meisten Kinder, nämlich 192, nahmen Unterrichtsstunden am Klavier, während 132 das Gitarrenspielen lernten. 60 Kinder übten am Schwyzerörgeli, 144 machten an der gemein­samen Grundschule im Blockflötenunterricht mit.

Das begehrteste Instrument bei den Knaben war ganz klar das Schlagzeug. Schlagzeuglehrer Beat Krättli: «Es ist schon ein Vorteil, wenn schon ein gewisses Talent beim Neuling da ist, das macht vieles einfacher.» Auf die Frage, wie schwierig es ist, Schlagzeug zu spielen, sagt er: «Es gibt keine leichten und schwierigen Instrumente.» Für ihn sei jedes schwierig zu spielen. «Deshalb müssen die Musikschüler insbesondere am Anfang recht viel Geduld mitbringen.» Einer, der sich am Schlagzeug versuchte, war der Flüeler Jan Amrhein: «Es würde mich schon reizen, aber ich bin mir noch nicht sicher, welches Instrument ich bevorzugen werde.»

«Musik ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Allgemeinbildung», hiess es am Instrumentenparcours verschiedentlich. Sie habe einen grossen Bildungswert und sei aus unserer Geschichte und Kultur nicht wegzudenken.

Musik hilft bei der Persönlichkeitsentwicklung

Kinder und Jugendliche, die sich intensiv musikalisch betätigen, würden neben ihrer seelischen Entwicklung auch ihre intellektuellen Fähigkeiten beeinflussen. Auch für die Persönlichkeitsentwicklung sei die aktive Beschäftigung mit Musik sehr hilfreich, da beim Musizieren beide Hirnhälften in ständigem Austausch stehen. Durch die Kombination mit der feinmotorischen Betätigung (Finger, Arme, Füsse) sei das Kind ganzheitlich gefordert.

Die Musikschule Uri bietet allen im Kanton Uri wohnhaften Kindern und Jugendlichen in Erstausbildung bis zum 20. Lebensjahr eine qualifizierte musikalische Ausbildung in allen Stilrichtungen an. Der Unterricht ist vom Kanton Uri subventioniert und findet bei genügender Schülerzahl auch in der Wohngemeinde statt. «Übrigens feiert die Musikschule Uri im nächsten Jahr mit einem riesigen Event seinen 40. Geburtstag», ergänzte Musikschulleiter Giese.

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

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