ALTDORF: Experten loben Urner Kleinviehzüchter

Die Urner Kleinviehschau war ein voller Erfolg. Sie lockte viele Besucher an, und von den auswärtigen Experten bekamen die hiesigen Züchter viele Komplimente.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Das Urner Kleinvieh war gestern im Eyschachen bei grossen und kleinen Experten begehrt. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Oktober 2017))

Das Urner Kleinvieh war gestern im Eyschachen bei grossen und kleinen Experten begehrt. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Oktober 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Insgesamt 238 herausgeputzte Schafe (hauptsächlich weisse Alpenschafe und etwas mehr als ein Dutzend Schwarzbraune Bergschafe) und 239 Geissen (vor allem Toggenburger Ziegen, Gämsfarbige Ziegen und Saananziegen) buhlten am Mittwoch im Eyschachen in Altdorf um die Gunst der Experten sowie die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher, darunter viele Kinder und auch Senioren. Dank mehrheitlich sonnigen und vor allem trockenen Wetters konnten sich die Vierbeiner an der Urner Kleinviehschau im besten Licht präsentieren.

OK-Chef Karl Schilter zeigte sich bestens gelaunt. Dementsprechend fiel auch sein Zwischenfazit in der Mittagspause aus: «Dank der idealen Bedingungen war der Publikumsaufmarsch bereits am Vormittag recht gross. Am Nachmittag erwarten wir noch deutlich mehr Leute.» Zudem sei die Stimmung auf dem Ausstellungsplatz ausgezeichnet. Ein kleiner Wermutstropfen war für Schilter die Tatsache, dass die Gesamtzahl nicht ganz an diejenige des Vorjahres herankam. Das lag in erster Linie daran, dass von den ursprünglich angemeldeten 613 Tieren nur deren 477 tatsächlich aufliefen.

Schweizweit vorne mit dabei

Die Urner Kleinviehzüchter haben allen Grund, stolz auf ihre Tiere zu sein. Von den auswärtigen Experten ernteten sie jedenfalls viel Lob für ihre Arbeit. «Die Qualität stimmt», sagte Sandro Gmür aus Agasul bei Effretikon im Kanton Zürich, der am Mittwoch als Ziegenexperte an der Urner Kleinviehschau amtete. «Es hat viele starke Tiere hier. Die Gruppen sind sehr ausgeglichen, was es für uns nicht einfach macht, eine Rangierung vorzunehmen.» Er gab sich sehr beeindruckt von den Urner Ziegen, zumal das Niveau durchgehend als hoch einzustufen sei. Im nationalen Vergleich müssen sich die Urner Geissen alles andere als verstecken. «Die Tiere können schweizweit zweifellos ganz vorne mithalten», so Gmür. «Das gilt für alle Hauptrassen, die hier aufgeführt worden sind.» Der Zürcher war das erste Mal in Altdorf als Experte im Einsatz. «Das ist eine wunderschöne Veranstaltung», so sein Fazit. «Für mich hat es sich in jeder Hinsicht gelohnt, hierherzukommen.»

Rückgang macht Experten nachdenklich

Grosse Komplimente gab es aber auch für die Urner Schafzüchter, und zwar aus dem Munde von Hans-Rudolf Wegmüller aus Walkringen im Kanton Bern, der am Mittwoch bereits zum wiederholten Mal im Urner Hauptort als Experte im Einsatz war. «Die hier gezeigten Schafe weisen fast durchgehend ein hohes Niveau auf», betonte er. «Und die besten sind auch im gesamtschweizerischen Vergleich im Spitzenfeld anzusiedeln. Im Kanton Uri wird sehr gute Zuchtarbeit geleistet.» Etwas nachdenklich stimmte Wegmüller der Umstand, dass im Vergleich zu den Vorjahren weniger Schafe aufgeführt wurden. Er findet es wichtig, dass die angestammten Rassen, darunter das Weisse Alpenschaf, auch weiterhin gepflegt und gefördert werden und nicht zu viele Züchter zu exotischen Schafrassen abwandern beziehungsweise umsatteln.

Hinweis

Ranglisten sind zu finden unter www.viehausstellung-uri.ch.