ALTDORF: Fangemeinde feiert WM-Silber

Das Urner Radball-Team Roman Schneider und Dominik Planzer gewann zum fünften Mal in Serie eine WM-Medaille. Allerdings will das Team noch mehr.

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Hinter der Medaille steckt ein ganzes Team: (von links) Thomas Marty, Dominik Planzer, René Häusler, Christian Bär und Roman Schneider. gw

Hinter der Medaille steckt ein ganzes Team: (von links) Thomas Marty, Dominik Planzer, René Häusler, Christian Bär und Roman Schneider. gw

Dominik Planzer blieb am Samstag ehrlich: «Ich konnte nach dem Final der Radball-Weltmeisterschaften keine Luftsprünge machen. Denn wir wollten Weltmeister werden.» Der Urner und sein Teamkollege Roman Schneider mussten sich in Johor Bahru, Malaysia, nach der Niederlage im Final mit der Silbermedaille begnügen. Doch Planzer ergänzte: «Heute sehe ich das anders und bin auch mit der Silbermedaille zufrieden, denn diese war der Lohn für die guten Leistungen in der vergangenen Saison.»

Allen Grund zum Feiern

Dies sieht René Häusler, Präsident von Radsport Altdorf, genauso: «Wir haben heute allen Grund, hier zu feiern, denn es ist nicht alltäglich, dass ein Radballteam zum fünften Mal in Serie eine WM-Medaille gewinnt», sagte er am Samstag in der Winkelturnhalle. Zur Medaillenfeier geladen waren neben den Gewinnern viele Behördenmitglieder, Sponsoren und natürlich die grosse Fangemeinde von Roman Schneider und Dominik Planzer.

«In Malaysia war alles anders und spezieller, angefangen vom asiatischen Essen bis zu den tropischen Temperaturen», erinnert sich der Präsident. «Sportlich gesehen war es eine absolute Extraklasse, was das Team dort gezeigt hat.» In der Vorrunde sei alles in Grund und Boden gespielt worden. Erst im Halbfinal gegen Deutschland wurde es eng, doch die Altdorfer hielten sich im Rennen. Im Final gegen Österreich wurde es wieder knapp. Das Glück war jedoch nicht mehr auf der Seite der Urner.

«Nach einer kurzen Enttäuschung konnten wir auch diese Medaille mit den beiden Supertypen feiern», sagte Häusler. «Denn sie gewannen nicht nur Silber an der WM, sondern sie wurden im vergangenen Jahr auch Schweizer Meister und Gesamtweltcupsieger.»

Ein Teamerfolg

«Wir sind nur die Spitze des Eisberges, von dem nur ein Teil sichtbar ist», sagte Roman Schneider. Im Unsichtbaren seien der Präsident, Trainer Thomas Marty sowie Coach Christian Bär. Dazu kämen die treuen Fans mit den gelben Shirts mit der Aufschrift «Alles geili Siächä». «Sie feuern uns an jedem Auswärtsspiel frenetisch an, sodass eigentlich jeder Match für uns ein Heimspiel ist», so Schneider. «Dies ist das Fundament für unsere Erfolge, denn wir müssen eigentlich nur noch aufs Velo steigen und spielen», meinte Schneider lachend.

Regierungsrat Beat Jörg sprach den Medaillengewinnern seine Anerkennung aus: «Ich staune immer wieder, wie die Radballer es schaffen, mit dem Rad einen sechshundert Gramm schweren Ball zu bewegen und diesen erst noch mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde kontrolliert im gegnerischen Tor zu versenken.» Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Präzision und ein feines Gespür für die richtige Balance seien dabei zentral. «Für mich sind die beiden Vizeweltmeister leuchtende Vorbilder für uns alle, denn sie beweisen einmal mehr, dass auch Sportler eines kleinen Kantons, in dem die Rahmenbedingungen stimmen, fähig zu Spitzenleistungen sind und den Vergleich mit der grossen weiten Welt jederzeit aufnehmen können.» Zu den Rahmenbedingungen gehöre auch eine perfekte Infrastruktur. «Es ist lobenswert, dass ‹Radsport Altdorf› ein Projekt mit einer eigenen Radsporthalle lanciert hat.» Und so sicherte denn Beat Jörg die volle Unterstützung von seiner Direktion und ihm selber für dieses Vorhaben zu. Mit diesem Ziel vor Augen meinte Roman Schneider: «Vielleicht haben wir uns die Goldmedaille je aufgespart, um sie dann in der neuen Halle feiern zu können.»

Paul Gwerder