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ALTDORF: Gehrigs weit schweifende Reise durch die Musikstile

Fränggi und Maria Gehrig stehen beide vor dem Abschluss ihres Hochschulstudiums. Mit einem gemeinsamen Konzert wollen sie aber nicht nur die Experten beeindrucken.
Markus Zwyssig
Kurze Ruhepause vor dem grossen Auftritt: Maria und Fränggi Gehrig vor dem Eingang des Theaters Uri. (Bild Florian Arnold)

Kurze Ruhepause vor dem grossen Auftritt: Maria und Fränggi Gehrig vor dem Eingang des Theaters Uri. (Bild Florian Arnold)

Fränggi und Maria Gehrig haben Grosses vor. Sie beenden beide ihre musikalische Ausbildung an der Hochschule Luzern – Musik mit dem Master. Fränggi Gehrigs Diplomkonzert respektive Maria Gehrigs Master-Rezital finden in einem speziellen Rahmen statt. Die beiden laden nicht nur die Experten, sondern auch die Bevölkerung ins Theater Uri zu einem gemeinsamen grossen Abschlusskonzert ein.

Viele Freiheiten bei Musikwahl

Fränggi und Maria Gehrig treten am kommenden Donnerstag, 9. Juni, mit verschiedenen Formationen auf, spielen aber auch im Duo. Zu hören gibt es einen Querschnitt des musikalischen Schaffens und der Vorlieben von Fränggi und Maria Gehrig: Jazz, Volksmusik und Klassik. Fränggi Gehrig spielt mit seiner Schwester Maria schon seit Kindsbeinen in der Hüüsmüsig Gehrig. Danach gingen die musikalischen Verbindungen über die Familie hinaus. Erst in den vergangenen Jahren kreuzten sich die Wege wieder immer häufiger. «Ich finde es cool, so etwas Grosses gemeinsam anzugehen», sagt der 30-jährige Andermatter Fränggi.

Ingenieur wird virtuoser Musiker

Dass Fränggi Gehrig heute beruflich voll auf die Musik setzt, war nicht immer absehbar. Zuerst absolvierte er ein Studium als Bauingenieur. Für ihn kam es nach der Matura nicht in Frage, eine Ausbildung als Musiker im klassischen Bereich zu beginnen. «Damals interessierte ich mich musikalisch eher für den Jazz», so Gehrig. «Dieser ist der Volksmusik, wie ich sie mag, in ihrer Art viel näher als die Klassik.» Groove und die Improvisation sind dabei wichtige Elemente. Die Volksmusik liess ihn aber nie ganz los. Immer wieder spielte er im Umfeld der beiden «Hujässler» Markus Flückiger und Dani Häusler. Erst als in der Hochschule Luzern – Musik die Möglichkeit geschaffen wurde, Volksmusik zu studieren, sprang Gehrig auch beruflich auf. Er studierte Akkordeon im Profil Jazz mit Schwerpunkt Volksmusik sowie Komposition.

Bei seinem Masterkonzert spielt Fränggi Gehrig nun Musik von Willi Valotti. Er bringt aber auch Eigenkompositionen auf die Bühne. Gehrig zeigt auf, was er in den vergangenen fünf Jahren gemacht hat. Dabei wird klar, wo er sich am wohlsten fühlt: «Die Volksmusik in all ihren Facetten ist das zentrale Element des Konzerts», sagt er.

Maria Gehrig spielt für ihr Master-Rezital Ausschnitte aus Vivaldis «Die vier Jahreszeiten» und die «Frühlingssonate» von Beethoven. Die Idee zur Eigenkomposition «Swedish moskitos» hatte die 27-Jährige auf einem Trecking in Schweden. Die Musik von Dvorák hat viel mit ihrer zweiten Liebe, der Volksmusik zu tun. Auf dem Programm stehen zudem irische Klänge und Zigeunermusik. Ihre Wurzeln hat Maria Gehrig aber nicht vergessen. «Volksmusik spiele ich, seit ich vier Jahre alt bin», sagt sie. Gefallen findet sie auch an der neuen Volksmusik. Zu den bekannten Namen der Szene gehört die «Alpini Vernähmlassig». Und dieses Instrumentalensemble der Hochschule Luzern prägt Maria Gehrig wesentlich mit.

Bei Maria Gehrigs Musikinstrument, der Violine, bietet sich die klassische Musik natürlich an. «Die Altdorferin Simone Zgraggen war für mich ein grosses Vorbild», verrät sie. Bereits als Kind besuchte sie mit der Familie klassische Konzerte. Begonnen hat sie auf der Blockflöte. Ihr Vater hat Kirchenmusik studiert. «In der Geigenstunde übten wir vorwiegend klassische Werke», erinnert sich Maria Gehrig.

Musik als Broterwerb

Sowohl Fränggi als auch Maria Gehrig bestreiten ihren Lebensunterhalt zum grössten Teil mit Musik. Maria Gehrig spielt Konzerte und unterrichtet an der Musikschule Uri. Ähnlich macht es Fränggi Gehrig: «Wir haben beide Gelegenheiten, vor allem auch an verschiedenen Festivals sowie an privaten Anlässen aufzutreten.» Trotzdem: Die goldenen Zürcher Zeiten, in denen etwa ein Kasi Geisser pausenlos aufspielen konnte, sind vorbei. Von Beizenmusik kann man nicht mehr leben. So unterrichtet auch Fränggi Gehrig mehrere Schüler an der Musikschule Uri. Beim Haus der Volksmusik arbeitet er an verschiedenen Projekten mit. Beide haben aber noch ein anderes finanzielles Standbein: Im Winter unterrichten sie Skischüler. «Der Saisonjob lässt sich gut mit dem Musikmachen kombinieren», sagt Maria Gehrig. «Zudem gibt es einen guten Ausgleich.»

Markus Zwyssig

Hinweis

Fränggi und Maria Gehrig spielen am Donnerstag, 9. Juni, um 20 Uhr im Theater Uri. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte aufgenommen.

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