Altdorf
Gericht spricht stellvertretende Filialleiterin frei

Eine 42-jährige Frau wurde von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, insgesamt 27'000 Franken aus einem Tresor entwendet zu haben. Nun ist ein Freispruch erfolgt.

Markus Zwyssig
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Die Staatsanwältin warf der ehemaligen stellvertretenden Filialleiterin einer Urner Filiale eines Grossverteilers mehrfachen Diebstahl vor. Die Frau aus Serbien habe im November und Dezember 2013 zweimal einen sogenannten Safebag, in dem sich jeweils ein fünfstelliger Geldbetrag befand, im Buchhaltungssystem doppelt eingetragen und diesen vor der Abholung durch den Sicherheitsdienst bereits verbucht. Dadurch entstanden Doppelbuchungen der gleichen Safebags. Einmal handelte es sich um 17'000 Franken, ein anderes Mal um 10'000 Franken.

Bei der Filiale gibt es einen äusseren Tresor, den sogenannten Tagestresor, und einen inneren Tresor, den Banktresor. Weil effektiv 27'000 Franken weniger in den inneren Tresor verbucht und bei der Bank einbezahlt wurden, als im System ersichtlich, hätte sich im äusseren Tresor grundsätzlich ein Plus von 27'000 Franken befinden müssen. Weil dies jedoch nicht der Fall war, ist für die Staatsanwältin klar, dass die stellvertretende Filialleiterin das Geld entwendet haben muss. Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 40 Franken, also insgesamt 6000 Franken. Diese soll bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren ausgesprochen werden. Zusätzlich verlangte sie eine Busse von 1200 Franken. Die Verteidigerin hatte hingegen einen Freispruch gefordert.

Nun hat der Landgerichtspräsident II sein Urteil gefällt. Die Frau wird nun nach dem Grundsatz in dubio pro reo (im Zweifel für die Angeklagte) vom Vorwurf des mehrfachen Diebstahls freigesprochen. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwältin hat die Ausfertigung des begründeten Urteils verlangt, wie sie auf Anfrage mitteilte.