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ALTDORF: Hochkomplexe Oase für das hohe Alter

Das Alters- und Pflegeheim Rosenberg wird 35 Jahre alt. Mit einem Tag der offenen Tür, einem Rundgang, Festwirtschaft und musikalischer Unterhaltung wurde das Jubiläum gefeiert. Anwesend waren zahlreiche Gäste des Gesundheitswesens und der Gemeinde.
Robi Kuster
Die Rosenberg-Bewohner präsentieren ihre Produkte. (Bild: Robi Kuster (Altdorf, 23. September 2017))

Die Rosenberg-Bewohner präsentieren ihre Produkte. (Bild: Robi Kuster (Altdorf, 23. September 2017))

Robi Kuster

redaktion@urnerzeitung.ch

In der langen Geschichte des Alters- und Pflegeheims Rosenberg wurde vieles angepasst und erneuert. Heute ist es nicht mehr nur ein Alterswohnsitz für ältere Menschen, die etwas Bequemlichkeit im Alter suchen. Hier verbringen die meisten ihren letzten Lebensabschnitt und sind oft ganz auf fremde Hilfe angewiesen. Umso komplexer muss die Infrastruktur sein.

Gross war das Interesse der Bevölkerung am Tag der offenen Tür. Geschäftsleiterin Claudia Schilter begrüsste am Samstagmorgen zahlreiche Gäste zu einem rund einstündigen Rundgang im mittlerweile 35-jährigen Alters- und Pflegeheim Rosenberg in Altdorf. Das Rosenberg bietet Platz für 130 Bewohner. Das Alters- und Pflegeheim ist ein wichtiger Arbeitgeber. Zudem finden 19 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Jahr für Jahr werden rund 40 Anlässe für die Bewohner organisiert.

Immer wieder standen auch Renovierungen an, so wurde 2015 der Klosterplatz erneuert. Die Cafeteria erhielt 2014 ein «Lifting», und für die Hausbewohner wurde vieles bequemer und rollstuhlgängig gemacht, so 2014 der neue Schlenderweg. Die Anstrengungen für die Sicherheit sind enorm. Am Samstag konnten sich die Besucher selber ein Bild machen, wie es ist, mit Einschränkungen im Hör- und Sehbereich zu leben.

Beeindruckende Zahlen

Auch für die betagten Menschen geht das Wohl durch den Magen. Pro Tag werden 60 Liter Suppe zubereitet und 800 Teller abgewaschen. Pro Monat braucht es rund 270 kg Brot, und im Jahr sind es 20 400 Liter Milch und 1500 Kilogramm Kaffee. 12 Serviceangestellte kümmern sich um das leibliche Wohl der Bewohner.

Ähnliche Zahlen gibt es aus der Lingerie. Hier werden jährlich 7450 Waschgänge gezählt. 113 Tonnen Wäsche müssen sortiert, gewaschen, getrocknet, ­gefaltet, gebügelt und verteilt werden. Als erstes Heim hat das Rosenberg auf ein neuartiges Reinigungssystem umgestellt. Es beruht auf vorbefeuchtete Textilien (Mikrofasertücher), um weniger Wasser, Reinigungsmittel und Entkalkungsmittel zu verbrauchen. Auch soll eine Keimverschleppung verhindert werden. Ein grosser Anteil daran hat auch der Ersatz von Teppichen durch PVC im Wohnbereich und in den Treppenhäusern. Doch nicht nur das Haus selber benötigt manchmal eine Verschönerung. Der hauseigene Coiffeursalon bedient im Jahr 5300 Kunden. In der Cafeteria zeugen der Verbrauch von 33 000 Zuckersticks und der Konsum von 22 370 Liter Mineralwasser von einer intensiven Auslastung.

Aktivierung gross- geschrieben

Grosser Wert wird auf die Aktivierung der Hausbewohner gelegt. Rita Schuler gab am Samstagmorgen Anleitungen zum Töpfern. Sämtliche Dekorationen im Haus werden von den Bewohnern hergestellt. «Auch der angegliederte Rosenberg-Kindergarten trägt zur Aktivierung bei und hat sich für die Betagten sehr bewährt», so Claudia Schilter. Zur Aktivierung gehören aber noch andere Tätigkeiten wie backen, basteln oder einfache Schreinerarbeiten.

Wo viel gearbeitet wird, gibt es auch viel Abfall. Das Rosenberg ist diesbezüglich bestens eingerichtet. Der Maschinen- und Werkzeugpark für Rasen, Sträucher und Abfallentsorgung lässt sich sehen. Eindrücklich waren auch im Untergeschoss die elektrischen Speicheranlagen. Wer im verwinkelten Gebäude nicht durch Rundgang-Hinweistafeln geleitet worden wäre und noch nie im Rosenberg war, hätte den Ausgang kaum mehr gefunden. Wichtig ist aber, dass die rund 175 Mitarbeitenden den richtigen Weg finden, wenn sie den Bewohnern eine umsorgte Atmosphäre und ein schönes Daheim bieten wollen. Die Herzlichkeit und Wertschätzung gegenüber den Betagten war spür- und die Professionalität sichtbar.

Klares Ja zur Land-Abtretung

Abstimmung. Die Altdorfer stimmen einer Abtretung der Liegenschaftsanteile des Alters- und Pflegeheims Rosenberg klar zu (2360 Ja zu 315 Nein). Die Liegenschaft entspricht einem Verkehrswert von 350 000 Franken.

Das Alters- und Pflegeheim Rosenberg wird heute von der Einwohnergemeinde Altdorf, der Korporationsbürgergemeinde Altdorf sowie der Korporation Uri geführt. Durch das neue Gesetz über die Langzeitpflege muss die Einwohnergemeinde Altdorf wesentlich mehr an die Langzeitpflege zahlen, indem sie die Restkostenfinanzierung vollständig übernimmt. Daher soll nun neu die Gesamtverantwortung bei der Einwohnergemeinde liegen. Noch diesen Herbst soll eine öffentlich-rechtliche Körperschaft gegründet werden. Im Gegenzug wird die Korporationsbürgergemeinde wieder alleinige Landbesitzerin der Rosenberg-Parzelle. Die Einwohnergemeinde respektive die neue Betreiberin wird jährlich einen Mietzins zahlen. Der Gemeindeanteil von 25 Prozent an der Liegenschaft wird nun im Wert von 350 000 Franken der Korporationsbürgergemeinde abgetreten.

(MZ)

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