ALTDORF: Hochwasser: Uri hat sich gewappnet

Zehn Jahre nach dem verheerenden Unwetter sind im Kanton Uri grosse Teile des Hochwasserschutzes umgesetzt. Bis ins Jahr 2019 werden 160 Millionen Franken investiert sein.

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In Schattdorf staute sich ein grosser See. (Bild: PD)

In Schattdorf staute sich ein grosser See. (Bild: PD)

Heute sind die Schutzmassnahmen im Urner Talboden wie auch im Urserental weitgehend vollendet, wie die Urner Regierung in einer Mitteilung festhält. 132 Millionen Franken der zur Verfügung stehenden Mittel sind bis Ende 2014 bereits verwendet worden. Nun folgen weitere Massnahmen, unter anderen etwa am Gangbach in Schattdorf, am Alpbach in Erstfeld, am Palanggenbach in Seedorf und Attinghausen sowie im Dorf Unterschächen. Erste Erfahrungen mit den grösseren Regenfällen der jüngsten Vergangenheit haben gemäss Urner Regierung gezeigt, dass die realisierten Massnahmen die gewünschte Wirkung entfalten.

Entwicklung «hinter den Kulissen»

Die Urner Regierung verweist auch auf die Weiterentwicklung der Notfallorganisation. Die Aufgaben und Kompetenzen der lokalen Rettungskräfte, die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und kantonalen Fachstellen sowie die Organisation des Kantonalen Führungsstabs Uri standen dabei im Zentrum. Unter anderem wurde ein 24-Stunden-Pikettdienst eingerichtet.

Das neue Hochwasserschutzprogramm erstreckt sich über das gesamte Kantonsgebiet. Das grösste Projekt liegt im Urner Talboden. Massnahmen im Einzugsgebiet des Schächens dienten dazu, die Funktionstüchtigkeit der vorhandenen Schutzbauten zu erhalten und den Geschiebeanfall im Unterlauf zu vermindern. An der Reuss und der Stillen Reuss wurden die Abflusskapazitäten stark erhöht. Zudem sind am Chärstelenbach in Bristen Massnahmen getroffen worden, die Schäden am Siedlungsgebiet vorbeugen sollen.

pd/cv

 

Verheerende Auswirkungen

Von den sintflutartigen Niederschlägen vom 20. bis 23. August 2005 waren das Maderanertal, das Schächental und das Isental am stärksten betroffen. Das Wasser hatte hohe Pegelstände, Murgänge und riesige Mengen von Geschiebe zur Folge. Dieses bewirkte, dass sich im Urner Talboden das Wasser staute. Es bildete sich die sogenannte Schattdorfersee, dre sich auf 152 Hektaren ausbreitete. Das Industriegebiet Schattdorf lag metertief im Wasser und Schlamm. Arbeitsplätze, Lagerhallen, Produktionsstätten wurden über Nacht zerstört. Rund 200 Betriebe mit 3000 Mitarbeitenden – also jeder fünfte Arbeitsplatz im Kanton Uri – wurden in Mitleidenschaft gezogen. Wichtige Verkehrsverbindungen waren beschädigt oder unterbrochen; ganze Landstriche und zahlreiche Liegenschaften waren verwüstet.

Bristen heute: Der Chärstelenbach ist gezähmt – und hat mehr Platz erhalten. (Bild: PD)

Bristen heute: Der Chärstelenbach ist gezähmt – und hat mehr Platz erhalten. (Bild: PD)

So sah Bristen 2005 nachdem Hochwasser aus. (Bild: PD)

So sah Bristen 2005 nachdem Hochwasser aus. (Bild: PD)

Die Schächenmündung heute, mit dem fertigen Hochwasserschutz. (Bild: PD)

Die Schächenmündung heute, mit dem fertigen Hochwasserschutz. (Bild: PD)

Die Schächenmündung nach dem Unwetter 2005. (Bild: PD)

Die Schächenmündung nach dem Unwetter 2005. (Bild: PD)