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ALTDORF: Ignazio Cassis: «Ich bin ein Urner»

Der Sonderzug von Bern nach Bellinzona machte für eine halbe Stunde Halt in Altdorf. Der neugewählte Bundesrat versprach dabei, sich für den Zusammenhalt der Schweiz und die Anliegen der Gotthardkantone starkzumachen.
Florian Arnold
Ignazio Cassis feierte gestern in Altdorf mit seinen Kollegen aus der Politik (oben links), mit dem Urner Landammann Beat Jörg (oben rechts) und inmitten von Dutzenden Urner Schülern. (Bilder: Urs Hanhart (Altdorf, 28. September 2017))

Ignazio Cassis feierte gestern in Altdorf mit seinen Kollegen aus der Politik (oben links), mit dem Urner Landammann Beat Jörg (oben rechts) und inmitten von Dutzenden Urner Schülern. (Bilder: Urs Hanhart (Altdorf, 28. September 2017))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Der Geräuschkulisse zufolge hätte es geradeso gut Justin Bie- ber sein können, der aus dem Zug stieg: Mit lautem Gekreische wurde der neue Bundesrat Ignazio Cassis in Altdorf empfangen. In den umliegenden Kaufhäusern dürften die Schweizer , Tessiner und Urner Fahnen gestern ausverkauft gewesen sein. Wie wild schwenkten die Altdorfer Schulkinder der 4., 5., 7. und 8. Klassen die Plastikflaggen durch die Luft, im Takt der Seedorfer Blaskapelle. Vom herzhaften Empfang liessen sich auch die Parlamentarier aus Bern mitreissen, die den neuen Bundesrat in seine Heimat begleiteten. SVP-Präsident Albert Rösti sah sich gar dazu berufen, die Schulkinder zu einer Welle anzustiften.

Die Fünftklässlerin Linda Herger begrüsste den neuen «Consigliere federale» – selbstverständlich auf Italienisch. Ein «Forza Ambri» durfte zum Schluss nicht fehlen. Offensichtlich verbindet das Tessin und Uri doch einiges, auch wenn Cassis, der in der Nähe von Luga wohnt, wohl eher für einen anderen Eishockeyclub als das Urner Schulmädchen schwärmen dürfte.

Engagement für Zusammenhalt gefordert

Cassis strich in seiner kurzen Rede hervor, dass er sich für den nationalen Zusammenhalt der Schweiz starkmachen werde. Dieses Ziel lasse sich aber nicht alleine erreichen, und auch der Gesamtbundesrat könne dies nicht alleine schaffen. «Ich fordere Sie alle auf, sich für den Zusammenhalt des Landes zu engagieren», so Cassis’ Appell. Denn ohne das Engagement der Zivilbevölkerung wären Projekte wie der Bau der früheren Gotthard-tunnel oder der Neat nicht möglich gewesen.

Der FDP-Mann sieht sich aber auch als Vertreter der Gotthardregion. «Ich werde mein Bestes tun, damit Berggebiete wie Ihres mit besonderen Bedürfnissen in Bern wahrgenommen werden», so das klare Bekenntnis. Und in Anlehnung an John F. Kennedys legendäre Rede in Berlin meinte Cassis: «Ich bin ein Urner.»

Gleiche Schwierigkeiten gemeinsam wälzen

Auch Landammann Beat Jörg zog ein adaptiertes Zitat bei: «Wir sind Bundesrat.» Uri und das Tessin seien Geschwister mit einer gemeinsamen Geschichte. Diese könne durch den Bau des Neat-Basistunnels noch intensiver fortgeführt werden. Nach der Rede gab sich Jörg zuversichtlich: «Ignazio Cassis hat realisiert, dass das Tessin und Uri dieselben Schwierigkeiten wälzen müssen. Gemeinsam können wir Lösungen finden.»

Nach dem halbstündigen Aufenthalt machte sich der Tross auf Richtung Bellinzona. Den Schulkindern dürfte das Erlebnis noch lange im Gedächtnis bleiben. «Es war cooool», sagten drei Mädchen im Chor. Doch was macht so ein Bundesrat eigentlich? «Das Gleiche wie Trump, aber nicht so dumm.»

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