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ALTDORF: Ihr Hobby ist zur Passion geworden

Vor über 20 Jahren begann Trudi Ziegler, neue Klosterarbeiten nach alten Vorbildern und Techniken zu fertigen. Nun ist ihr Schaffen im Historischen Museum Uri zu sehen.
Urs Hanhart
Solche filigrane Klosterarbeiten von Trudi Ziegler sind derzeit im Historischen Museum Uri zu sehen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. November 2017))

Solche filigrane Klosterarbeiten von Trudi Ziegler sind derzeit im Historischen Museum Uri zu sehen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. November 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Im ersten Stock des altehrwürdigen Museums in Altdorf gibt es seit gestern viel zu entdecken. Die am Dienstag mit einer Vernissage eröffnete Weihnachtsausstellung zum Thema «Klosterarbeiten – kunstvolle Welt des Glaubens» lädt zu längerem Verweilen ein. Zu bestaunen gibt es nämlich sehr viel. In einem Teil sind unzählige wunderschöne Klosterarbeiten der Flüelerin Trudi Ziegler zu sehen. Abgerundet wird die Sonderschau mit zwei Vitrinen, die sich mit der Klostergeschichte im Kanton Uri beschäftigen. Konzipiert und gestaltet hat diesen Teil Kurator Rolf Gisler.

Handwerk vor dem Vergessen bewahren

«Trudi Ziegler widmet sich schon seit über zwanzig Jahren den Klosterarbeiten. Zu Beginn musste sie sich viel selber erarbeiten. Sie besuchte Klöster im In- und Ausland und studierte dort die vorhandenen Werke bis ins letzte Detail», sagte Walter Bär, Vorstandsmitglied im Historischen Verein Uri, in seiner Austellungseinführung, und er fügte noch an: «Für Trudi Ziegler ist ihr Hobby längst zur Passion geworden. Ihr Ziel ist es, dieses alte Handwerk vor dem Vergessen zu bewahren. Denn heute gibt es nur noch wenige Nonnen, die diese Kunst beherrschen. Glas giessen, Ton modellieren, Stoffe vernähen, Perlen aufsticken, Draht flechten, Papier falten, Metall stanzen – das alles beherrscht sie bis ins letzte Detail. Dabei geht sie mit grosser Geduld und viel Handfertigkeit vor», so Bär.

Manchmal benötige Trudi Ziegler viele Monate oder sogar Jahre, um herauszufinden, wie eine handwerkliche Spezialität damals gemacht worden sei, hielt Bär weiter fest. Mittlerweile sei die Künstlerin im ganzen Alpenraum bekannt und weit über die Landesgrenzen hinaus als versierte Restauratorin von Klosterarbeiten sehr gefragt.

Klosterarbeiten nennt man eine Vielzahl von Gegenständen der Andacht, die früher zur Heiligenverehrung in Klöstern entstanden sind. Deren Ursprung liegt im Reliquienkult. Angefertigt wurden die «Schönen Arbeiten», wie die Klosterarbeiten ­ in alten Schriftstücken auch ­bezeichnet werden, fast ausschliesslich in Klöstern, nicht nur von Frauenorden, sondern auch von Männerkonventen, vor allem von Jesuiten. Jedes Kloster hatte seine speziellen Verfahren, die nur mündlich weitergegeben wurden. Die Schöpferinnen und Schöpfer der Kunstgegenstände blieben meist anonym.

Für Trudi Ziegler «eine ganz spannende Sache»

«Klosterarbeiten zu gestalten, ist für mich das wertvollste und vielseitigste Handwerk, das ich mir vorstellen kann. Was sich alles mit Draht, Wachs, Papier und vielen weiteren Materialien herstellen lässt, ist einfach unglaublich. Klosterarbeiten sind eine ganz spannende Sache», sagte Trudi Ziegler an der Vernissage.

In einem mit einer Bilderschau illustrierten Vortrag gab sie den Gästen interessante Einblicke in ihr filigranes Kunsthandwerk, das enorm viel Geduld erfordert. An einigen in Altdorf ausgestellten Exponaten hat sie wochenlang gearbeitet. Ziegler verriet aber auch, dass sie mittlerweile einige Gleichgesinnte kennen gelernt hat, mit denen sie sich regelmässig austauscht und denen sie ihr enormes Fachwissen weitergibt. In ihren Kursen unterrichtet sie nebst Landsleuten aus der Schweiz auch Interessierte aus Österreich, Deutschland, Italien und sogar aus dem fernen Japan.

Hinweis

Die Weihnachtsausstellung dauert bis am 7. Januar. Sie ist mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet (auch am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar).

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