ALTDORF: Im alten Haus entsteht neues Computerwissen

Im Suworow-Haus ist die international tätige Firma Crayon eingezogen. Das Gebäude mit den dicken Mauern bot aber zuerst Probleme beim Nutzen der modernen Technologie.

Markus Zwyssig
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Rolf Stadler, CEO der Firma Crayon, mit dem Laptop vor dem Suworowhaus. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Rolf Stadler, CEO der Firma Crayon, mit dem Laptop vor dem Suworowhaus. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Im alten Suworow-Haus in Altdorf hat neustes Computerwissen Einzug gehalten. Die weltweit im IT-Bereich tätige Firma Crayon hat dort ihren Schweizer Sitz aufgebaut. Sie berät grosse Betriebe bei der Auswahl der richtigen Computer-Software.

Der CEO der Schweizer Niederlassung ist ein Urner: Rolf Stadler erinnert sich gut an die ersten Vorbereitungen in Altdorf im vergangenen Sommer. Viel arbeitete der 44-jährige CEO aus Schattdorf damals mit dem Laptop an der frischen Luft – und dies nicht nur, weil das Wetter schön war. Draussen war auch die Internetverbindung besser. Das alte Haus musste zuerst aufgerüstet werden, damit auch der Handy-Empfang hinter den dicken Mauern gut funktionierte. «Ich habe von der Urner Wirtschaftsförderung profitiert», sagt Stadler. Der Kanton habe sich dafür eingesetzt, das die Swisscom-Leitungen zum Haus verbessert werden. «Davon dürfte die ganze Hellgasse profitierten», glaubt Stadler.

Vom Elektromonteur zum CEO

Rolf Stadler ist beruflich ein Quereinsteiger. Zuerst lernte er beim EWA Elektromonteur, wurde Kontrolleur und besuchte die Meisterschule. Dann wechselte er in die IT-Branche, bildete sich weiter zum eidgenössisch diplomierten Verkaufsleiter, wurde Niederlassungsleiter und später Geschäftsführer bei einem internationalen Arbeitgeber. Der 44-jährige CEO der Crayon Schweiz AG ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Stadler findet es einen grossen Gewinn, nach vielen Jahren mit einem langen Arbeitsweg wieder in Uri zu arbeiten. Wann immer möglich geniesst er auch mittags das Essen zusammen mit der Familie. «Das ist Lebensqualität», so Stadler. Etwas, das er sehr geniesse. Auch am Abend sei er schneller als früher zu Hause. «Das ist sogar dann der Fall, wenn ich länger arbeite. Schliesslich entfällt der Arbeitsweg.»

Das Werben um neue Kunden

Fünf Monate lang hat sich Rolf Stadler zusammen mit seiner Frau Monika intensiv vorbereitet, und im Dezember war es so weit: Die Crayon Schweiz AG konnte eröffnet werden. Nun ist die Firma intensiv damit beschäftigt, Kunden zu finden. Stadler hat den IT-Bereich für Unternehmen ab 250 PCs im Visier. Er denkt an Verwaltungen von Städten und grösseren Gemeinden, Banken, Hotels oder Dienstleistungsbetriebe. In Uri wären das von der Grösse her etwa die kantonale Verwaltung, das Spital oder die Dätwyler AG.

Stadler hat in Altdorf ein Team von Experten aus dem Computerbereich um sich versammelt, um Crayon in der Schweiz zu etablieren. Zurzeit sind zehn Personen bei der Firma angestellt. Vom IT-Leiter, Elektroingenieur, Betriebswirtschafter zum Hochschul- oder zum KV-Absolventen haben die Mitarbeitenden ganz unterschiedliche Ausbildungen gemacht. Alle haben einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund.

4-Stern-Hotel fehlt

Der neue Sitz in Altdorf stösst in der Fachwelt auf Interesse. Hochrangige Gäste etwa von Microsoft waren schon bei der Crayon Schweiz AG in Altdorf zu Gast. Doch für Stadler ist klar: «In Uri fehlt ein 4-Stern-Hotel.» Nicht ganz einfach dürfte es für ihn werden, die 40 Personen der Crayon-Geschäftsleitung standesgemäss einzuquartieren.

Nicht ganz einfach ist es, beruflich stets auf einem guten Stand zu sein. «Der Wandel in unserer Branche erfolgt extrem schnell», sagt Stadler. «Fast jede Woche haben wir eine Online-Schulung.» Der Firma geht es nicht darum, möglichst viele Software-Lizenzen zu verkaufen. Crayon will die Kunden in erster Linie beraten. «Bei den vielen Programmen, die Firmen im Einsatz haben, ist es schwer, den Überblick zu behalten», so Stadler. Durch Optimie­rungen bei den Lizenzen lasse sich meist einiges an Geld sparen. Die Firma verspricht, neutral zu beraten und weder an Hersteller noch an Verkaufszahlen gebunden zu sein. Die Betriebe sollen nur kaufen, was sie wirklich nutzen. «Bei 90 Prozent der Kunden ist Sparpotenzial vorhanden», sagt Stadler.