ALTDORF: In der Pflege drohen Engpässe

In der Schweiz zeichnet sich ein Rückgang an Fachpersonal im Pflegebereich ab. Diese Entwicklung ist ein zentrales Thema an der Urner Gesundheitskonferenz.

Drucken
Teilen
Es ist zu erwarten, dass künftig immer weniger Fachkräfte immer mehr Patienten pflegen müssen. (Bild Boris Bürgisser)

Es ist zu erwarten, dass künftig immer weniger Fachkräfte immer mehr Patienten pflegen müssen. (Bild Boris Bürgisser)

Im Mittelpunkt der Gesundheitskonferenz vom 14. März steht das Thema «Drohender Fachkräftemangel in der Pflege». Denn in der Schweiz zeichnet sich ab, dass künftig immer weniger Fachkräfte mehr Patienten pflegen müssen. In zwei Referaten werden den Teilnehmern die prognostizierte Entwicklung sowie konkrete Handlungsempfehlungen zum Personalerhalt in Gesundheitsunternehmen aufgezeigt.

Komfortabel im Vergleich

Zum Einstieg wird Berater, Forscher und Publizist Beat Sottas ein Referat mit dem Titel «Zu wenig Pflegende oder zu grosszügiger Personalschlüssel?» halten. Er wird aufzeigen, dass die Pflege in der Schweiz im internationalen Vergleich heute eher komfortabel dotiert ist. Aber längerfristig zeichnet sich ein Rückgang an Gesundheitsfachpersonal ab. Die Zahl der pflegebedürftigen Personen und der Bedarf an Pflegeleistungen wird hingegen wegen Alterung, chronischen Krankheiten und Multimorbidität ansteigen. Personalknappheit wird damit zu einem wesentlichen Treiber der künftigen Unternehmensentwicklung im Gesundheitsbereich.

In einem zweiten Referat wird Jonas Konrad, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Nordwestschweiz, einerseits aufzeigen, welche Faktoren für die Laufbahnentwicklung von Fachpersonen in der Pflege relevant sind. Andererseits enthält das Referat auch Empfehlungen zum Personalerhalt. Durch zielgerichtete Massnahmen soll die Attraktivität der Arbeitgeber erhöht werden, um Fachpersonen länger im Betrieb oder Beruf zu halten.

Regierungsrätin Barbara Bär wird zudem über die aktuellen Themen im Urner Gesundheitswesen orientieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. Im letzten Teil erläutert Patrik Zgraggen, Abteilungsleiter im Amt für Gesundheit, die nationalen und kantonalen Aktivitäten im Bereich «Elektronische Patientendossiers».

Zusätzlich wird an der Gesundheitskonferenz 2016 der Urner Preis für Gesundheitsförderung verliehen. Als Preisträger kommen Personen, Institutionen oder Firmen in Frage, die sich für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit im Alter engagiert haben oder dies beabsichtigen.

red

Ganze Bevölkerung willkommen

Die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den Akteuren und Berufsgruppen im Gesundheitswesen sind ein wichtiges Anliegen der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion. Um diesen Austausch zu fördern, veranstaltet sie jährlich eine kantonale Gesundheitskonferenz. Die Konferenz richtet sich aber nicht nur an die Behörden und an medizinische Leistungserbringer, sondern an die ganze Bevölkerung. Alle interessierten Personen sind daher zur kostenlosen Teilnahme im Pfarreizentrum Erstfeld eingeladen. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung erforderlich. Die Anmeldeunterlagen können unter www.ur.ch/afg abgerufen oder unter Tel. 041 875 21 51 und Mail ds.gsud@ur.ch bestellt werden.