Coronahilfe
In Uri wurden bereits 4,6 Millionen an Härtefallhilfe ausbezahlt

Die Regierung fordert für den 22. März zusätzliche Lockerungen. In Uri soll vermehrt auf Covid-19 getestet werden – dies insbesondere in Schulen und Betrieben.

Markus Zwyssig
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Noch sind Restaurants und Cafés geschlossen. Die Regierung will, dass sich das bald ändert.

Noch sind Restaurants und Cafés geschlossen. Die Regierung will, dass sich das bald ändert.

Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 1. Februar 2021)

Urner Betriebe haben insgesamt 131 Gesuche für Beiträge aus dem Wirtschaftsförderungsfonds eingereicht (Stand: 12. März). 71 Gastrobetriebe haben Beiträge von rund 3,4 Millionen Franken im Schnellverfahren erhalten. Über weitere 23 Beiträge von über 1,2 Millionen Franken aus dem Wirtschaftsförderungsfonds hat der Regierungsrat nach dem ordentlichen Verfahren entschieden. Somit wurden bis Mitte März insgesamt 4,6 Millionen Franken ausbezahlt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des Regierungsrats hervorgeht. Der Kantonsanteil an diesen Beiträgen liegt bei einem Drittel, während der Bund sich mit zwei Dritteln daran beteiligt.

Impffortschritt und Massentests in Richtwert miteinbeziehen

Für die Regierung sind die vom Bundesrat vorgeschlagenen Öffnungsschritte zu zögerlich. Das geht aus der veröffentlichten Mitteilung hervor. Die Regierung teilt die Einschätzung, dass das Impftempo für die Bewältigung der Pandemie von zentraler Bedeutung ist. Deshalb müssten sowohl der Impffortschritt als auch Massentests baldmöglichst als Richtwerte miteinbezogen werden, wenn es um nächste Öffnungsschritte gehe. Mit der neuen Teststrategie entstehe ein verzerrtes Bild: «Weil dank flächendeckender Tests zunehmend auch asymptomatische Personen als positive Fälle erfasst werden, entwickeln sich die Werte voraussehbar selbst dann in die falsche Richtung, wenn aus rein epidemiologischer Sicht keine negative Veränderung eingetreten ist.» Dieser Umstand sei bei den Richtwerten zwingend zu berücksichtigen und entsprechend zu korrigieren.

Restaurants sollen am 22. März vollständig öffnen dürfen

Die Regierung fordert für die geplante Öffnung vom 22. März zusätzlich, dass Privatveranstaltungen im Innenbereich für 15 Personen erlaubt sind oder dass Kinder und geimpfte Personen nicht mitzuzählen sind, wenn die Grenze bei zehn Personen bleibt. Im Hinblick auf Ostern, Weissen Sonntag und Pfingsten sollen spezifische Erleichterungen gelten. Die Beschränkung des Präsenzunterrichts auf maximal 15 Personen an Hochschulen ist aus Sicht der Regierung unrealistisch und nicht umsetzbar. Die Homeoffice-Pflicht sei zugunsten einer Empfehlung aufzuheben und die Maskentragpflicht in Mehrpersonenbüros solle entfallen, wenn die Mindestabstände eingehalten würden. Schliesslich fordert die Regierung, Restaurants vollständig zu öffnen und nicht nur die Terrassen.

Regierung spricht sich für gezielte Tests aus

Der Kanton Uri hat dem Bund bereits Anfang März ein Testkonzept eingereicht, das das gezielte repetitive Testen symptomloser Personen beinhaltet. Ein Pfeiler des Konzepts beschreibt das repetitive Testen des Personals in Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Betrieben und Firmen. Dabei wird ein gepoolter PCR-Speicheltest mit der Analyse in einem privaten Labor angewendet. Bei einem Pooling werden die Speichelproben von mehreren Personen miteinander vermischt und gemeinsam analysiert. Wird in einem solchen Pool Covid-19 nachgewiesen, werden die einzelnen Proben untersucht, um die positiv getestete Person zu eruieren. Das kantonale Testkonzept, das vom Bund grünes Licht erhalten hat, wird nun an die jüngste Testoffensive des Bundesrats angepasst. «Mit den wiederkehrenden Tests in Unternehmen und an Schulen wollen wir Infektionen bei Personen ohne Symptome finden», wird Gesundheitsdirektor Christian Arnold in der Mitteilung zitiert.

«Dadurch können wir die weitere Verbreitung des Virus noch früher eindämmen.»

Erste Versuche mit repetitiven Tests in Gesundheitseinrichtungen und Urner Betrieben fanden in den vergangenen Wochen statt. Die präventiven seriellen PCR-Speicheltests stehen auch den Schulen der Oberstufe zur Verfügung. In einem ersten Schritt sollen die Tests im Obergymnasium der Kantonalen Mittelschule Uri und am Berufs- und Weiterbildungszentrum angeboten werden. In einem zweiten Schritt sind serielle Tests an weiteren Oberstufenschulen möglich. Betriebe, die regelmässig präventive PCR-Speicheltests durchführen möchten, können einen Antrag beim Amt für Gesundheit einreichen. Das Antragsformular findet man unter der Adresse: https://antwort.ur.ch/s/serielle-massentests.