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ALTDORF: Indischer Kardinal besucht Uri

Kardinal Baselios Cleemis aus Indien besucht seinen Priester Jon Joy, der in Altdorf als Vikar tätig ist. Zudem sucht er den Kontakt zu den Schweizer Katholiken.
Anian Heierli
Kardinal Baselios Cleemis Thottunkal besucht während dieser Tage in Altdorf Vikar Jon Joy. (Bild Anian Heierli)

Kardinal Baselios Cleemis Thottunkal besucht während dieser Tage in Altdorf Vikar Jon Joy. (Bild Anian Heierli)

Anian Heierli

So etwas hat es in Uri noch nicht gegeben. Der indische Kardinal Baselios Cleemis Thottunkal ist in Altdorf zu Besuch und macht sich ein Bild vom Kanton, den Schweizer Katholiken und vor allem von Priester Jon Joy.

«Ich will wissen, was Jon Joy macht»

Doch weshalb beehrt ein derart hoher katholischer Würdenträger den Kanton Uri? Kardinal Baselios Cleemis ist Gross-Erzbischof der syro-malankarischen Kirche in Trivandrum, der auch Jon Joy angehört. Und Joy ist seit zwei Jahren in Altdorf als Vikar tätig, um dem aktuellen Priestermangel in der Schweiz entgegenzuwirken. «Ich möchte wissen, was Jon Joy macht und wie es ihm in Altdorf geht», erklärt der Kardinal. «Denn immerhin ist Jon Joy einer meiner besten Priester.»

Die Entscheidung, Jon Joy nach Uri zu schicken, hat der Kardinal ganz bewusst getroffen: «Letztlich repräsentiert er hier in der Schweiz auch Indien.» Und Kardinal Baselios Cleemis ist sehr zufrieden: «Ich bin froh, dass Jon Joy gut in Altdorf angekommen ist», betont er. Denn sein Bestreben als Katholik bestünde darin, zwischen den Völkern Brücken zu bauen, Verständigung zu schaffen und Frieden zu stiften.

Würdenträger zum Anfassen

Kardinal Baselios Cleemis ist einer, der den Kontakt zur Bevölkerung sucht. Mit anderen Worten: Er ist ein katholischer Würdenträger zum Anfassen. Deshalb ist sein Terminkalender für seinen Aufenthalt in der Schweiz prall gefüllt. Der Kardinal wird unter anderem ein Gespräch mit dem Churer Bischof Vitus Huonder führen, eine indische Schwester im Kloster Ingenbohl treffen und sich auch das Kloster Einsiedeln anschauen. Am Samstag hält er eine Messe mit der indischen Gemeinde in Zürich. Am Weissen Sonntag wird er in Altdorf in der Kirche Bruder Klaus die Messe und den Dankgottesdienst in St. Martin feiern. Und gestern Freitag hat er mit Altdorfer Jugendlichen und Firmlingen indisches Essen gekocht. Weiter besucht er die beiden Hilfsorganisationen Caritas Luzern und Kirche in Not. Denn Baselios Cleemis ist Präsident der katholischen Bischofskonferenz in Indien und auch der indischen Caritas.

Ein Haus für 1500 Franken

Durch seinen Besuch erhofft sich der Kardinal auch Hilfe für Indien, die nötig ist. Noch ist die Armut in weiten Teilen der weltgrössten Demokratie ein grosses Problem. Dagegen kämpfen die indischen Katholiken an. Mittels Spenden und freiwilligen Helfern haben sie seit 2011 786 kleine Häuser für die ganz Armen gebaut. «In einem Jahr sind es 1000», ist Baselios Cleemis überzeugt. In Indien koste ein einfaches Haus mit Küche, Zimmer und Wohnzimmer rund 100 000 Rupien. Das entspricht in etwa 1500 Franken. Die indischen Katholiken unter der Leitung von Baselios Cleemis betreiben aber auch Krankenhäuser, ein Palliativ Center und eine Klinik für Leprakranke. «Ich stelle mir die Frage, wie mein Besuch in Uri das Leben der Leute die nichts haben, verbessern kann», erklärt der Kardinal. «Das ist für mich Spiritualität. Denn die Frage nach Geld, ist immer auch mit Scham verbunden.» Und Gott helfe beim Überwinden dieser Scham.

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