Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTDORF: Integratives Musical feiert Premiere

Die Theatergruppe Eigägwächs spielt das Musical Pippin. Mit dabei sind unter den insgesamt 50 Mitwirkenden auch acht Menschen mit einer geistigen Behinderung.
Markus Zwyssig
Fabian von Mentlen steht zurzeit im Theater Uri als Pippin im Zentrum des gleichnamigen Musicals. (Bild: Mathias Arnold (Altdorf, 3. Januar 2018))

Fabian von Mentlen steht zurzeit im Theater Uri als Pippin im Zentrum des gleichnamigen Musicals. (Bild: Mathias Arnold (Altdorf, 3. Januar 2018))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Ein farbenfrohes Spektakel mit poppiger Musik und vielen Tanzszenen: Die Theatergruppe Eigägwächs spielt auf der Bühne im Theater Uri das Musical von Prinz Pippin, der in die Welt hinauszieht, um sein Glück zu finden. Gestern feierte das Broadway-Musical in Altdorf Premiere.

Regie führt Rolf Sommer. Er ist in der Theaterszene kein Unbekannter. Seit 15 Jahren steht er als Schauspieler für Musicals wie «Heidi», «Ewigi Liebi», «Die Schweizermacher» «Io Senza Te» oder «Anatevka» auf der Bühne. Jetzt hat der 41-Jährige Urner die Rolle gewechselt. «Es ist für mich total spannend, einmal derjenige zu sein, der sagen darf, wie gespielt werden soll», sagt Sommer. Er habe Respekt gehabt, in die Fussstapfen von Lory Schranz zu treten, welche über etliche Jahre mit viel Herzblut in der Urner Theaterszene zahlreiche Grossprojekte realisiert hat.

Sommer rührt denn auch als Regisseur mit einer etwas weniger grossen Kelle an. So hat er die Zahl der Mitwirkenden um die Hälfte runtergeschraubt. Statt hundert stehen jetzt fünfzig Laien auf der Bühne. War bei der letzten Produktion noch ein kleines Orchester dabei, sind es nun acht Musiker. Nichts desto trotz unterhält die Band, die unter der Leitung von Michel Truniger jeweils live spielt, bestens.

«Geistig Behinderte sind eine echte Bereicherung»

Nebst Kindern, Jugendlichen, und Erwachsenen stehen acht Menschen mit einer Behinderung auf der Bühne. Das ist bei der Theatergruppe Eigägwächs Tradition. Für Sommer war es etwas Neues. «Die acht sind eine echte Bereicherung.» Ihre Freude wirke ansteckend. Die Behinderten sind gut integriert, schlüpfen in verschiedenste Rollen, Singen mit, dürfen auch mal ein Tänzchen wagen oder mit dem Feuerwehrschlauch zu Hilfe eilen.

Bekannte Musicals wie «Hair», «West Side Story» oder «Grease» sind Garantie für ein volles Haus. «Die wiederkehrende Auswahl solcher Blockbuster ist aber auch ein bisschen langweilig», sagt Sommer. «Es gibt viele andere Stücke, die ebenfalls brillant sind, aber kaum je aufgeführt werden.» Daher hat er sich nun für «Pippin» entschieden. Das Musical war am Broadway in New York ein grosser Erfolg. Hierzulande ist es aber kaum bekannt. Die Theatergruppe Eigägwächs ist ein kleines Wagnis eingegangen. Doch dieses ist kalkulierbar. Die grosse Zahl der Mitwirkenden und die Erfolge der letzten Jahre mit Stücken wie «Der Kleine Prinz», «Aladdin» oder «Mary, die Zaubernanny» motivieren viele, Tickets zu kaufen. 80 Prozent der Tickets für die zehn Aufführungen sind verkauft. Weil der Vorverkauf sehr gut gelaufen ist, haben sich die Organisatoren dazu entschieden, ab der dritten Vorstellung (Freitag, 19. Januar) zusätzlich den Altdorfer Saal zu öffnen. Dadurch haben mehr Zuschauer Platz.

Die Hauptrolle im Musical Pippin spielt der 19-jährige Altdorfer Fabian von Mentlen. Er ist erstmals bei einem Musical dabei und hat für seinen Auftritt sogar Gesangsstunden genommen. Fürs Theaterspielen bringt er aber Erfahrung mit, denn er machte dreimal beim Kollegitheater mit.

Ob Rolf Sommer auch in kommenden Produktionen der Theatergruppe Eigägwächs wieder Regie führt, ist noch offen. «Aufgrund der positiven Erfahrungen würde ich nicht grundsätzlich nein sagen», so Sommer. «Doch schauen wir erst Mal, wie das Stück und die Inszenierung beim Publikum ankommen.»

Bald steht Sommer wieder selber auf der Bühne. So feiert er am 29. Januar Premiere am Theater am Hechtplatz in Zürich mit einer Hommage an Cés Keiser und Margrit Läubli. Anschliessend spielt er im selben Haus in der Komödie «Ladies Night». Im September macht er am Casinotheater Winterthur bei der Operette «Die Fledermaus» mit. Sommer empfiehlt der Theatergruppe Eigägwächs, auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben: «Es gibt noch einige wenig bekannte Musical, die sich lohnen würden, aufgeführt zu werden.»

Hinweis

Tickets unter www.musical-pippin.ch oder bei Uri Tourismus AG (Telefon 041 874 90 09).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.