ALTDORF: Ja zum 646'000 Franken-Kredit für Kirchplatz St. Martin

Der Kirchplatz St. Martin wird rollstuhlgängig. Die Stimmberechtigten befürworteten an der Kirchgemeindeversammlung die entsprechende Investition. Erneut gesenkt werden kann der Steuerfuss.

Remo Infanger
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Der Kirchplatz soll in Zukunft auch für Menschen mit Rollstuhl, Krücken oder Rollator problemlos zu bewältigen sein. Bild: Urs Hanhart 12. 12. 2016)

Der Kirchplatz soll in Zukunft auch für Menschen mit Rollstuhl, Krücken oder Rollator problemlos zu bewältigen sein. Bild: Urs Hanhart 12. 12. 2016)

Die Stimmberechtigten waren sich im Pfarreizentrum Bruder Klaus in Altdorf einig. Ohne Gegenstimme hiessen sie an der Kirchgemeindeversammlung den 640'000-Franken-Kredit zur Neugestaltung des Kirchplatzes St. Martin gut. 54 Personen waren an der Versammlung am Montagabend anwesend.

Kirchenratspräsidentin Sandra Lussmann-Arnold war über den Beschluss erleichtert: «Die Erneuerung des Kirchplatzes ist eine grosse und wichtige Investition.» So wird der Platz rund um die Kirche St. Martin auch für Menschen mit Rollstuhl, Krücken oder Rollator problemlos zu bewältigen sein.

Neugestaltung ist trotz Denkmalschutz möglich

«Die Natursteinpflästerung ist zwar schön anzusehen, aber ein bisher grosses Hindernis für Gehbehinderte», sagt Bauchef Jörg Annen. Zudem hätten die Baumwurzeln die Pflästerung teils stark beschädigt, sodass eine erhebliche Unfallgefahr für Fussgänger bestehe. Die dreijährige Planung des Neubauprojekts sei nicht ganz unproblematisch gewesen. «Die Kirche steht mit ihrem Platz unter Denkmalschutz und ist darum ein sensibler Bereich», betont Annen.

Doch mit dem Architekten Stefan Danioth und dem Entgegenkommen der Stiftung Kolpinghaus habe man eine Lösung gefunden, die den Vorgaben der Denkmalpflege entspreche. Danioth präsentierte das Projekt: «Der rollstuhlgängige Weg wird bei der Verzweigung Rosenbergweg/Tellsgasse beginnen und anschliessend über den Kolping­garten und den Kirchplatz zur südlichen Eingangspforte des Friedhofs führen.» Somit wird der Gehweg das Altersheim Rosenberg und die öffentlichen Parkplätze beim Von-Matt-Haus erschliessen. Mit Quarz-Sandsteinplatten soll der Weg ebenmässiger und mit LED-Lampen beleuchtet werden. Hinzu kommt eine neue Parkmöblierung mit Bänken, Abfalleimer und Anschlagkasten.

Ebenfalls werden die Parkplätze auf dem Kirchplatz neu positioniert, wobei zwei Parkmöglichkeiten wegfallen. Beim Rosenbergweg wird zu Gunsten der Verkehrssicherheit die Mauer von der Tellsgasse aus geöffnet.

Eröffnung ist für die Kilbi 2017 geplant

Nebst der Neubebauung des Kirchplatzes und seinem Weg sei auch eine Restaurierung der Platzentwässerung notwendig. Die Abwasserleistungen seien alt und beschädigt und müssten darum saniert werden. Mit dem Überbau wird im Juli nächsten Jahres begonnen. «Ziel ist es, dass wir den neuen Platz an der Altdorfer Kilbi einweihen können», meint Danioth.

Verwalter Erwin Inderbitzin erläuterte das Budget 2017, das ebenfalls einstimmig gutgeheissen wurde. Für das kommende Jahr prognostiziert es bei einem Aufwand von 2964500 Franken ein Defizit von 29300 Franken. «Der Grund für den Mehraufwand liegt in Investitionen wie dem Kirchenmobiliar oder der Restaurierung der Orgel», so Inderbitzin. Ein weiterer Grund für das leichte Defizit sei die erneute Senkung des Steuerfusses um weitere 5 Prozent. Die Stimmberechtigten genehmigten einstimmig den neuen Steuerfuss von 82 Prozent.

Mitte November konnte zudem eine neue Akustikanlage in der Pfarrkirche in Betrieb genommen werden. Die 56000-Franken-Investition miniere das Echo und beschalle den Raum gleichmässig.

Die Wahlen waren ein weiteres wichtiges Traktandum. Präsidentin Sandra Lussmann-Arnold freute sich über ihre Wiederwahl für die Amtsdauer 2017/18. Auch die Kirchenratsmitglieder Monika Planzer-Arnold, Thomas Imholz und Pfarrer Daniel Krieg wurden bestätigt. In der Rechnungsprüfungskommission waren ebenfalls keine Demissionen zu verzeichnen. Präsident Armin Auf der Maur sowie Adrian Zurfluh und Urs Stadelmann wurden alle wiedergewählt.

Zwei neue Delegierte im Grossen Landeskirchenrat

Änderungen gab es im Grossen Landeskirchenrat: Erwin Inderbitzin und Mirjana Matkovic-Zulj traten nach langjährigem Einsatz unter Dank der Versammlung ­zurück. Nebst den wiedergewählten Delegierten Pascal Bosshard und Pirmin Walker treten neu Evelyn Fedier-Ziegler sowie ­Monika Planzer-Arnold die vierjährige Amtsdauer an.

Remo Infanger