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ALTDORF: Jauch: «Betreibung des Pflegeheims ist nicht mehr unsere Aufgabe»

Der Entscheid fiel deutlich aus: Die Bürgergemeinde übergibt nun ihre Anteile am Alters- und Pflegeheim Rosenberg der Gemeinde Altdorf. Zu reden gab aber ein damit verbundener Landabtausch.
Elias Bricker
Künftig ist die Gemeinde allein für das «Rosenberg» zuständig. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 12. April 2017))

Künftig ist die Gemeinde allein für das «Rosenberg» zuständig. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 12. April 2017))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Die Korporationsbürgergemeinde Altdorf zieht sich aus der Leitung des Alters- und Pflegeheims Rosenberg zurück. Dies beschlossen die Bürger am Donnerstagabend an der Korporationsbürgergemeinde-Versammlung. Der Entscheid fiel mit 82 Ja- zu 7 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen deutlich aus. Künftig soll allein die Gemeinde Altdorf für den Betrieb verantwortlich sein. Denn auch die Korporation Uri will ihre Anteile nun abstossen.

Die Bürgerräte waren nach der geheimen Urnenabstimmung entsprechend erleichtert, hatten sie doch mit Widerstand gerechnet und entsprechend für die Versammlung Leute mobilisiert. «Wir sind überzeugt, dass wir jetzt eine gute Lösung haben», sagte Bürgerrats-Vizepräsident Stefan Jauch. «Denn es ist heute einfach nicht mehr die Aufgabe einer Bürgergemeinde, ein Pflegeheim zu betreiben.»

Die heutige Struktur sei «sehr träge»

Einst war das Sozialwesen ein Kerngeschäft der Bürgergemeinde. Entsprechend hat sie in den Siebzigerjahren den Bau des Alters- und Pflegeheims Rosenberg forciert. Und deshalb gehört das 1982 eröffnete Heim noch heute der Bürgergemeinde (25 Prozent), der Korporation Uri (50 Prozent) und der Gemeinde Altdorf (25 Prozent).

«Die gesetzlichen Voraussetzungen haben sich aber verändert», erklärte Jauch. So gehört das Sozialwesen bereits seit 1984 nicht mehr zum Aufgabenbereich der Korporation und der Bürgergemeinde. Zudem ist seit 2012 die Gemeinde für die Finanzierung der Landzeitpflege und die Restkostenfinanzierung des Heims zuständig.

Konkret: Obwohl heute die Gemeinde die finanzielle Hauptlast des «Rosenbergs» trägt, hat sie bisher ein verhältnismässig kleines Mitspracherecht. Künftig kann sie aber mehr Einfluss auf die strategische Ausrichtung haben. «Dazu kommt, dass die Entscheidungswege heute sehr träge sind», sagte Jauch. «Wir brauchen flexiblere Strukturen.» Kleinste Investitionen müssten heute durch drei Institutionen abgesegnet werden, was sehr lange Vorlaufszeiten benötige.

Bürgergemeinde übernimmt den ganzen Boden

Die Korporation Uri wird nun an seiner Sitzung vom 23. Juni ebenfalls über ihren Rückzug befinden. Zudem ist im Herbst eine kommunale Urnenabstimmung in Altdorf geplant. Danach soll die bestehende Trägerschaft aufgelöst werden und in eine neue öffentlich-rechtliche Körperschaft übergehen. In naher Zukunft muss das Heim zudem umfassend saniert werden. Dabei erhält die Gemeinde dank der neuen Struktur mehr Gestaltungsspielraum. Die geplante Sanierung soll möglichst durch Rückstellungen aus dem Betrieb finanziert werden.

Bevor die bisherige Trägerschaft aber aufgelöst wird, müssen nun die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. «Dies soll ohne Ausgleichszahlungen erfolgen», betonte Jauch. «Wir wollen ja nicht Kosten auf die Heimbewohner abwälzen.»

Denn das Altersheim steht im Baurecht auf Boden, der heute je zur Hälfte der Korporation und der Bürgergemeinde gehört. Die Bürgergemeinde soll nun die gesamte Bodenfläche übernehmen und folglich auch wieder Einsitz im künftigen Verwaltungsrat haben. Dafür soll sie jährlich einen Baurechtszins erhalten.

«Byfang» diente einst zur Selbstversorgung

Im Gegenzug soll sie aber der Korporation Uri die landwirtschaftliche Liegenschaft Byfang beim «Waisenhaus-Gadä» an der Seedorferstrasse abtreten. Der rund 10 Hektaren grosse Betrieb gehörte zum früheren Armengut: Die Bewohner des 1978 abgebrochenen Bürgerheims Rosenberg betrieben dort einst zu Selbstversorgungszwecken Landwirtschaft und Gärten.

Der Landabtausch sorgte am Donnerstag bei der Versammlung der Bürgergemeinde für Diskussionen. Alt Bürgerrat Franz Walker stellte den Antrag, dass die Bürgergemeinde auf die Fläche des «Rosenbergs» verzichten und stattdessen den «Byfang» behalten soll. Er und andere Versammlungsteilnehmer störten sich daran, dass die Verantwortlichen den Wert der abzutauschenden Flächen nicht genau beziffern konnten. Walkers Vorschlag fand aber keine Mehrheit.

Rechnungen schliessen positiv ab

Zudem legte der Bürgerrat Bericht über das Geschäftsjahr 2016 ab. Die Jahresrechnung schloss mit einem bescheidenen Gewinn von rund 375 Franken – dies bei Einnahmen von rund 258000 Franken. Bei der Waldrechnung konnte die Bürgergemeinde Mehreinnahmen von rund 3300 Franken verbuchen – dies bei Einnahmen von 617500 Franken.

Hinweis

Urner Korporationsbürger mit Wohnsitz in Altdorf können am kommenden Dienstag bei der Bürgergemeinde im Fremdenspital den Bürgernutzen abholen – und zwar von 8 bis 19.30 Uhr.

Die Bürgergemeinde übergibt den Landwirtschaftsbetrieb Byfang an der Seedorferstrasse der Korporation Uri. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 27. April 2017))

Die Bürgergemeinde übergibt den Landwirtschaftsbetrieb Byfang an der Seedorferstrasse der Korporation Uri. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 27. April 2017))

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