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ALTDORF: Junge Künstler erhalten Plattform

Drei Schülerinnen und zwei Schüler der Kantonalen Mittelschule Uri präsentieren ihre Werke zum Thema «Sehen und gesehen werden» in der EWA-Galerie Niedervolta.
Paul Gwerder
Alexandra Infanger (links) erklärte Ihren Mitschülern Mario Mazzucchelli, Rebekka Truttmann und Carmen Arnold ihr Werk. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 30. Januar 2018))

Alexandra Infanger (links) erklärte Ihren Mitschülern Mario Mazzucchelli, Rebekka Truttmann und Carmen Arnold ihr Werk. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 30. Januar 2018))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie viele Freunde und Bekannte kamen am Dienstagabend zur Ausstellung «Sehen und gesehen werden» in die EWA-Galerie Niedervolta in Altdorf. «Ich bin sehr beeindruckt von den ausgestellten Werken, denn diese passen heute mehr denn je in unsere Gesellschaft», sagte Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des EW Altdorf einleitend. «Ich bin froh, dass wir den jungen Künstlern eine Plattform in unserem Haus geben können.»

«Die Arbeit der jungen Studierenden soll die persönliche Sichtweise akzentuiert zeigen und muss gestalterisch und schlüssig nachvollziehbar sein. Es wird damit ein mehrschichtiger Zugang zur Kunst ermöglicht werden», erklärte Marc Ochsner, Lehrer für bildnerisches Gestalten am Kollegi. «Sehen und gesehen werden»: Dies war das Thema, das der Lehrer den jungen Künstlern vorgab. Diese hatten knapp zwei Monate Zeit, sich gestalterisch damit auseinanderzusetzen, um ihre Werke der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen. Für die schulische Bewertung werden die Studien zum Werk, die Zwischentermine, die Abgabeform und die Planung der Ausstellungssituation berücksichtigt.

«Ob Sixtinische Kapelle, Frau vor dem Spiegel, mutierter Fabrikrauch, den Medien Entfliehende oder Instagrammerin – eure Werke dürfen sich sehen lassen, und ich bin überzeugt, dass die Ausstellung für positive Überraschungen sorgen wird», sagte Rektor Daniel Tinner in seiner Laudatio. Er dankte besonders den jungen Künstlern Carmen Arnold, Patrick Baumann, Alexandra Infanger, Dario Mazzucchelli und Rebekka Truttmann für ihre Ideen, welche die Betrachter zum Nachdenken führen und einen Einblick in die Gedankenwelt der jungen Erwachsenen ermöglichen. Zum Thema «Sehen und gesehen werden» sagte der Rektor: «Es braucht mindestens zwei Lebewesen, damit dies funktioniert, und der Seher ist zugleich selber ein Bild, ein Objekt der Beobachtung.

Werke werden von den Gästen wahrgenommen

Ein gutes Beispiel seien die heutigen Strassencafés, denn dort sässen die meisten Menschen nebeneinander – ähnlich wie in einer Kinobestuhlung – damit sie einen Blick auf die Fahrzeuge und die vorbeischlendernden Leute haben. Das Bild von Alexandra Infanger zeigt eine flüchtende Frau, die aus dem Bild zu steigen scheint. «Die Zeitungen im Hintergrund sollen die allgegenwärtige Informationsflut zeigen, gegen die wir nichts machen können, ohne wegzulaufen», erklärt dazu die 18-jährige Altdorfer Künstlerin. Beim Werk von Rebekka Truttmann sieht man erst auf den zweiten Blick die über 300 winzigen Instagramm-Profilbilder, die das riesige Beziehungsnetz der jungen Dame aufzeigen. Der Rektor erklärte dazu: «Eigentlich sind es zwei Porträts – auf der linken Seite jenes der Künstlerin und rechts ihr grosses Netzwerk.» Dazu passe der Spruch: «Sage mir, mit wem du befreundet bist, und ich sage dir, wer du bist». In der grossformatigen Zeichnung von Patrick Baumann erkennt man erst die aufmarschierenden Männer. Viele davon scheinen die Gäste direkt anzuschauen, aber genau diese Offenheit und der alte Trick zur Umkehrung macht dieses Bild so reizvoll. Was hat das mit dem Motto «Sehen und gesehen werden zu tun?, fragte sich der Rektor: «Ich vermute, es ist diese Bewegung von der Anonymität zur Invidualität, von der Masse zum Einzelnen.»

Dario Mazzucchelli hat sich an die Sixtinische Kapelle gewagt. «So wurde das Werk von Mazzucchelli für uns zu einer Schule des Sehens, denn Erwartungen werden dabei keine erfüllt», sagte Tinner. In Carmen Arnolds Werk steht eine vereinfachte Frauenfigur, mit Fassadenputz verkleidet, vor einem Spiegel. «Wenn man von einer Dame sagen kann, sie sei herausgeputzt, so ist es wohl diese, weiss verputzt, stramm und weiblich», meinte der Rektor. «Eigenartigerweise fällt erst mein zweiter Blick auf die Frau, der erste gilt dem Spiegel. Für mich ist es eine ungewohnte Perspektive, realitätsfremd und nur mit dem Spiegel möglich.»

Hinweis

Die Ausstellung in der EWA-Galerie Niedervolta in Altdorf dauert vom 31. Januar bis 18. Februar und ist täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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