ALTDORF: Kanton Tessin will Shuttle-Züge am Gotthard

Neun Tessiner Organisationen haben eine Petition lanciert. Sie verlangen, dass während der Sanierung des Gotthardtunnels Autos und Lastwagen auf Shuttle-Zügen verladen werden.

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Bauarbeiten im Gotthard-Basistunnel. (Archivbild Adrian Baer/Neue LZ)

Bauarbeiten im Gotthard-Basistunnel. (Archivbild Adrian Baer/Neue LZ)

Neun Tessiner Organisationen haben zuhanden der kantonalen und nationalen Behörden eine Petition lanciert. Darin fordern sie eine sichere Süd-Nord-Verbindung – ohne zweiten Strassentunnel am Gotthard, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Bahn solle als Alternative während der geplanten Sanierung des Strassentunnels angeboten werden.

Sanierung nicht vor 2017
Unterstützer der Petition sind die Organisationen, respektive Tessiner Sektionen von Alpen-Initiative, Pro Natura, WWF, Leventina vivibile, Gewerkschaft SEV, SOS Ambiente, Greenpeace, VCS sowie Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz.

Sie verlangen, dass die Sanierungsarbeiten am Strassentunnel nicht begonnen werden bevor der Eisenbahn-Basistunnels am Gotthard 2017 in Betrieb genommen wird. Dann könnte ein Auto- und Lastwagenverlad auf Shuttle-Zügen möglich werden. Eine Studie der Alpen-Initiative vom Februar zeige, dass ein solcher Verlad machbar sei.

«Zweite Röhre schadet allen Tessinern»
Eine zweite Strassenröhre am Gotthard sei laut Mitteilung teuer, ziehe mehr Verkehr an und schade allen Tessinern. Das Tessiner Stimmvolk hat sich bereits zweimal gegen eine Erhöhung der Kapazitäten im Gotthardtunnel ausgesprochen: 1994 mit dem Ja zur Alpen-Initiative, 2004 mit dem Nein zur Avanti-Vorlage.

Die Petition wird der Tessiner Regierung, dem Bundesrat und dem eidgenössischen Parlament überreicht werden.

ana