ALTDORF: Keine Lawinen-Galerie im Urserental

Zwischen Hospental und Realp wird keine Schutzgalerie gegen Lawinen gebaut. Der Urner Landrat hat sich aus Kostengründen gegen den Planungskredit für das 30 Mio. Franken teure Projekt ausgesprochen.

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Die Sicherheit des Strassenabschnitts zwischen Hospental und Realp gibt schon seit Jahren viel zu diskutieren. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Die Sicherheit des Strassenabschnitts zwischen Hospental und Realp gibt schon seit Jahren viel zu diskutieren. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Das Kantonsparlament lehnte den Planungskredit von 440'000 Franken für eine 1,5 Kilometer lange Schutzgalerie im Gebiet Böschen mit 38 zu 21 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab. Auslöser für das Geschäft war eine Motion von Georg Simmen (FDP).

Alle Fraktionen sprachen sich gegen den Kredit aus. Zwar anerkannten sie die Forderung der einheimischen Bevölkerung nach mehr Verkehrssicherheit im Winter. Die geschätzten Baukosten von 30 Mio. Franken schienen ihnen als Preis aber zu hoch.

Einzelredner im Landrat sprachen sich dennoch für den Bau einer Galerie aus - allen voran Motionär Georg Simmen. Es gehe nicht um die Frage, ob Uri sich diese Galerie leisten könne oder nicht, sondern, dass an der gefährlichsten Stelle etwas für die Sicherheit getan werden müsse.

Alternative Vorschläge lehnte der Motionär ab. Sprengungen würden im Gebiet Böschen nicht den gewünschten Erfolg bringen, Lawinenverbauungen seien gleich teuer wie eine Galerie, und Investitionen in die Bahn habe man schon vor dreissig Jahren versprochen.

Baudirektor Markus Züst plädierte für eine Gesamtschau. Es sei logisch, wenn Realp den Bau einer Galerie fordere. Es sei aber auch richtig, wenn der Kanton mit Blick auf andere wichtige Projekte Nein sage.

Züst räumte ein, dass in den vergangenen Jahren nichts getan worden sei, um die Sicherheit der Bahnverbindung zu erhöhen. Die letzten Lawinenwinter hätten aber zu einem Umdenken geführt. Mit dem geplanten Bau von sechs neuen Auffangdämmen wolle die Matterhorn-Gotthard-Bahn die Erreichbarkeit von Realp auf der Schiene verbessern.

An den geschätzten Kosten von rund 10 Mio. Franken will sich die Regierung beteiligen. (sda)