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ALTDORF: Klamaukiger Jazz-Alpin-Mix aus dem Allgäu

Jazz und Volks­musik made in Allgäu: Mit einer witzigen Alpin-Jazz- Musikshow wurde am Freitag das Festival Alpentöne eröffnet.
Pirmin Bossart
Die Band Six, Alps and Jazz hatte offensichtlich viel Spass bei ihrem Auftritt. (Bild Urs Hanhart)

Die Band Six, Alps and Jazz hatte offensichtlich viel Spass bei ihrem Auftritt. (Bild Urs Hanhart)

Schon bevor die ersten Konzerte im Theater Uri und im «Schlüssel»-Saal über die Bühne gingen, paradierten zwei Blasmusikformationen aus dem Tessin und das jazz-freakige Ton & Tal-Ensemble durch die Strassen von Altdorf und intonierten nach einem genauen musikalischen Fahrplan ein Gemisch aus Marschmusik, zeitgenössischen Kompositionen und flächigen Klang-Intonationen. Das war so feierlich wie stimmungsvoll.

Unglaublich wichtig

Die diesjährige Zusammenarbeit zwischen den Festivals Neue Musik Rümlingen und Alpentöne animierte auch die Nationalratsprädidentin Maja Graf bei ihrer Eröffnungsansprache zu einem Loblied auf die Kultur. An beiden ­Festivals würden Traditionelles und ­Modernes, Ländliches und Urbanes aufeinandertreffen, sagt Graf. Damit schaffe die Kultur den Boden für die Frage der Identität, die sich in der heutigen Schweiz mehr denn je wieder stelle. «Deshalb ist euer Festival und überhaupt die Kultur unglaublich wichtig. Es trägt dieses Bewusstsein hinaus und verändert uns alle.»

Wurden die früheren Alpentöne-Festivals oftmals mit komplexen Grossprojekten eröffnet, fiel der diesjährige Auftakt geradezu beschwingt aus. Auf der Bühne stand ein Sextett des bayrischen Trompeters Matthias Schriefl, in dem lauter Multiinstrumentalisten mitwirkten. Die Aussage von Schriefl, wonach sich Jazz und Volksmusik sehr ähnlich seien, aber 90 Prozent der Musiker das nicht wüssten, trifft sicher nicht auf seine Combo zu. Das Sextett scherte sich einen Deut um künstlerisch ­wertvolle Metamorphosen und ausgeklügelte Komplexitäten. Da bekam man nicht kopflastige Harmoniekonzepte mit Volksmusik-Koloraturen zu hören, sondern eine frisch-fröhliche Mixtur aus volksliedhaften Themen, in denen sich die dirty Sounds des Jazz, seine solistischen Extravaganzen und der freie Umgang mit dem Material süffig einwoben.

Auftritt im Grünen von Moop mama am Klangspaziergang. (Bild: Urs Hanhart)
Bläser der Unteriberger Hofmusik. (Bild: Urs Hanhart)
Zunderobsi spielen am Klangspaziergang im Russdelta. (Bild: Urs Hanhart)
Bild: Urs Hanhart
Die Musiker finden ihren Platz im Freien, um ein Ständchen zu bringen. (Bild: Urs Hanhart)
Die Unteriberger Hofmusik zog einige Besucher an. (Bild: Urs Hanhart)
Ein Konzert mit Ausblick auf das Reussdelta. (Bild: Urs Hanhart)
Unter freiem Himmel gaben die Musiker den Spaziergängern Konzerte. (Bild: Urs Hanhart)
Verschiedenste Instrumente kamen zum Einsatz. (Bild: Urs Hanhart)
Moop mama musizierten ebenfalls. (Bild: Urs Hanhart)
Auch ein Ständchen von «Wanapp» hörten die Besucher des Klangspaziergangs. (Bild: Urs Hanhart)
Töbi Tobler und Christoph Pfändler. (Bild: Urs Hanhart)
Camerata Variabilei. (Bild: Urs Hanhart)
die Vocal Group Putni. (Bild: Urs Hanhart)
Einmarsch der Musikanten im Dorf. (Bild: Urs Hanhart)
Bild: Urs Hanhart
Bild: Urs Hanhart
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Bild: Urs Hanhart
Bild: Urs Hanhart
Bild: Urs Hanhart
Nationalratspräsidentin Maya Graf richtet sich im Theater Uri an die Eröffnungsgäste. (Bild: Urs Hanhart)
Gemeindepräsidentin Christine Widmer Baumann bei ihrer Begrüssung im Theater Uri. (Bild: Urs Hanhart)
Trompeter Matthias Schriefl und sein Sextett im Theater Uri. (Bild: Urs Hanhart)
Bild: Urs Hanhart
Matthias Schriefl (Bild: Urs Hanhart)
39 Bilder

Musikfestival Alpentöne in Altdorf

Viel Klamauk

Es war eine skurrile Truppe, die da auf der Bühne stand und neben vir­tuosem Volks-Jazz-Musikantentum je länger, je deftiger auch den Klamauk zelebrierte. Natürlich ist diese fortwährende Ironisierung, wo es um Tradition und Volksmusik geht, mit der Zeit auch nur ein sich abnutzendes Stilmittel und kann zu viel werden. In diesem Falle aber hielten wir es knapp aus. Das Ensemble war musikalisch bravourös und überraschte immer mal wieder mit einem Schabernack.

Die «Schädelweh-Polka» war eine besonders kunterbunte Melange aus alpin-zappaesken Verrenkungen, sprunghafter Dynamik und persiflierenden Humpa-Humpa-Grooves à la «Musikantenstadl». Im «Alphornglühen» zeigten Schriefl und Johannes Bär ihre Künste auf dem Langhorn und kontrastierten ihre Eskapaden mit dem feierlichen Gebläse aus Flöte, Klarinette und Saxofon.

Als gegen Schluss auch noch eine esoterisch-meditative Variante die jazzalpinen Exkurse heimsuchte, waren wir langsam am Ende unserer Kräfte, während das Sextett nur noch an Energie zu gewinnen schien und das Publikum die heitere und heimlifeisse Fuhr dieses Eröffnungsabends ausgiebig beklatschte.

Hinweis

Festival Alpentöne, bis morgen Sonntag, 18. August. www.alpentoene.ch

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