ALTDORF: Kollegi-Schüler leiden an Schlafmangel

Romina Imhof möchte, dass der Unterricht an der Mittelschule morgens später beginnt. Trotz klarer Erkenntnisse der Schlafforschung ändert sich in Uri nichts – mindestens vorerst.

Markus Zwyssig
Drucken
Teilen
Das Bild trügt. Mittelschüler leiden unter einem grossen Schlafdefizit. (Archivbild Getty)

Das Bild trügt. Mittelschüler leiden unter einem grossen Schlafdefizit. (Archivbild Getty)

Der Schlafbedarf von Jugendlichen ist gross. «Die Schule beginnt am Morgen zu früh», ist Romina Imhof überzeugt. Die 18-jährige Altdorferin hat für ihre Maturaarbeit das Schlafverhalten der Mittelschüler genauer betrachtet. «Die Jugendlichen werden praktisch in ihrer biologischen Nacht unterrichtet und leiden dadurch während der Schulwoche unter einem grossen Schlafdefizit», gibt sie sich überzeugt. Hauptgrund für die morgendliche Schulmüdigkeit ist das Schlafhormon Melatonin.

Eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns von heute 7.30 Uhr auf 8 Uhr würde einiges bewirken. «Das würde den Jugendlichen im Schnitt eine Viertelstunde mehr Schlaf bringen», sagt Imhof. «Dadurch würde die Motivation gesteigert, die Konzentration verbessert und es gäbe bessere Noten», ist die Mittelschülerin überzeugt.

Ball liegt bei der Politik

Kompensieren könnte man den späteren Schulbeginn mit einer kürzeren Mittagspause. Doch da gibt es ein Problem. An der Mittelschule gibt es keine Mensa. Das Volk hat an der Urne einen entsprechenden Ausbau der Cafeteria abgelehnt. Romina Imhof hat ihre Arbeit dem Urner Bildungsdirektor sowie dem Rektor der Mittelschule gezeigt. «Sowohl Beat Jörg als auch Ivo Frey sind nicht abgeneigt, dass die Schule später beginnen würde», so Imhof. «Beide sehen dies aber zurzeit als nicht machbar.» Romina Imhof hofft trotzdem, mit ihrer Arbeit dem Anliegen mehr Gewicht zu geben. «Nun liegt es an der Politik, etwas zu ändern», sagt sie.