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ALTDORF: Kollegitheater feiert Premiere mit Eigenproduktion

Das Kollegitheater feierte am Freitag mit der Eigenproduktion «Das Geräusch von sich auflösendem Zucker – eine Stunde zu Hause» Premiere. Das selber erarbeitete Stück dreht sich um die Frage, was Heimat bedeutet.
Markus Zwyssig
15 Kollegischüler führen im Altdorfer Saal im Theater Uri eine Eigenproduktion auf. (Bild: Angel Sanchez (Altdorf, 22. März 2018))

15 Kollegischüler führen im Altdorfer Saal im Theater Uri eine Eigenproduktion auf. (Bild: Angel Sanchez (Altdorf, 22. März 2018))

Es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Wer beim neuen Theaterstück der Kantonalen Mittelschule Uri im Publikum sitzt, muss gut zuhören, um alle sprachlichen Feinheiten mit­zubekommen. Der Name des Stücks ist Programm: «Das Geräusch von sich auflösendem Zucker – eine Stunde zu Hause». Auch um das im Titel beschriebene Geräusch zu hören, muss man seine Ohren spitzen.

Die Jugendlichen haben ihr Stück selber «erhorcht», weitergesponnen und collagiert. Gut hingehört haben sie in Cafés, im Bus, auf dem Schulweg, in Warenhäusern oder am Mittagstisch. Sie hielten die Dialoge aus dem Alltag fest, zeichneten sie auf. Weitergesponnen und collagiert haben sie zusammen mit ihrem Spielleiter Matteo Schenardi. Jetzt im Theaterstück ­tauchen aufgeschnappte Dialoge anonymisiert wieder auf. Zentral ist dabei die Frage: Was ist zu Hause, was ist Heimat?

Zwei Drittel der Spieler sind zum ersten Mal dabei

Am Freitag fand im Altdorfer-Saal des Theaters Uri die Premiere statt. Schenardi freut sich über das, was die Jugendlichen gemeinsam erarbeitet haben. 15 Kollegi-Schüler vom 4. bis zum 6. Gymi stehen auf der Bühne, zwei Schülerinnen sind für die Technik verantwortlich. «Es ist das jüngste Ensemble, das ich je hatte», sagt Schenardi. «Weil viele der bisherigen Mitspieler im vergangenen Jahr die Matura abgeschlossen haben, sind nun zehn Jugendliche neu dazugekommen.» Zwei Drittel der Mitwirkenden standen zuvor noch nie bei einem Kollegitheater auf der Bühne. Doch sie meistern ihre Aufgabe bestens.

Im vorigen Jahr spielte das Kollegitheater «Animal Farm» von George Orwell, vor zwei Jahren war es die Eigenproduktion «Run For Your Life». «Es ist mir wichtig, dass die Kollegischüler ganz unterschiedliche Theaterstücke aufführen können», so Schenardi. «Man kann ausgehen von einer Kurzgeschichte, einem Hörspiel, von einer geschriebenen Vorlage mit einer geschlossenen Dramaturgie. Oder man nimmt ein Thema und baut so ein Stück mit einer offenen Dramaturgie, eine Collage», sagt der Spielleiter. Wichtig sei dabei ­immer, dass das Gespielte die ­Jugendlichen auch anspreche. Für einmal geht es nicht um Haupt- oder Nebenrollen. «Im Mittelpunkt steht vielmehr die Gruppe als Ganzes», so Schenardi. «Das Ensemble erzählt das Stück auf der Bühne gemeinsam.» Entstanden ist eine bunte Palette von Ereignissen aus dem Alltag der Jugendlichen. Im Theaterstück spielen sie sich selber oder schlüpfen in die Rollen ihrer Kollegen. Es geht um Themen, welche die Jugendlichen beschäftigen – um Schule, Freizeit und immer wieder um Freundschaften und die Liebe.

Das Bühnenbild stammt von Burkart & Pfaffen. Die Kollegitheatertruppe hat aber tatkräftig mitgeholfen. Zudem wird die schwarze Wand bei jeder Vorstellung aufs Neue beschriftet. Die Jugendlichen schreiben mit ­Kreide Sprüche an die Wand. Sie zitieren Werbesprüche. Neue selbst erfundene Reime kommen dazu. Die Jugendlichen erzählen von ihrem Elternhaus. Auf der Bühne wir auch mal kroatisch gesungen, italienisch das Märchen von Schneewittchen erzählt. Sinnieren kann der Zuhörer zudem über eingestreute Texte des Urner Autors Martin Stadler oder des Philosophen und Buchautors Christoph Türcke.

Nach und nach wird das Puzzle zu einem Ganzen

«Da, wo ich mich wohl fühle, auch wenn es stinkt» oder «Dèt, wo n äs fäinä Chääs git»: Die Beschreibungen der Jugendlichen, was für sie Heimat ist, fallen sehr unterschiedlich aus. Wie in einem Traum fügen sich während 60 Minuten die einzelnen Puzzlestücke zu einem Gesamteindruck zusammen. Man lacht, man fühlt mit. Und das Publikum kommt nicht darum herum, sich mit der eigenen Vorstellung vom «zu Hause» auseinanderzusetzen.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis
Das Theater der Kantonalen Mittelschule Uri spielt «Das Geräusch von sich auflösendem Zucker – eine Stunde zu Hause» heute Samstag, 24. März, um 16.30 Uhr; sowie ab morgen Sonntag, 25. März, bis Mittwoch, 28. März, jeweils um 19.30 Uhr, Infos:www.theater-uri.ch. Tickets sind beiwww.ticketino.cherhältlich.

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