ALTDORF: Kunst im Niedervolta: Schüler befassen sich mit Schichten

16 Künstler der Mittelschule Uri haben die unterschiedlichsten Werke geschaffen. Das Thema Schichten wurde dabei sehr verschieden und äusserst kreativ behandelt – vom Video bis zur Gips-Plastik.

Remo Infanger
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Die jungen Künstlerinnen stossen auf ihre ausgestellten Werke an. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 31. Januar 2017))

Die jungen Künstlerinnen stossen auf ihre ausgestellten Werke an. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 31. Januar 2017))

Remo Infanger

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Die EWA-Galerie Niedervolta platzte am vergangenen Dienstagabend aus allen Nähten. Grund dafür waren die Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern der Kantonalen Mittelschule Uri. 16 junge Künstler der Abschlussklasse mit Schwerpunktfach Bildnerisches Gestalten waren stolz, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

«Noch mehr Kreativität, und wir bräuchten grössere Räumlichkeiten», meinte Jörg Wild, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung. Es war auch gleichzeitig seine letzte Rede im Namen des EWA, da Wild nach 10 Jahren in seinem Amt das Unternehmen verlässt. «Umso mehr freut es mich, so viele Besucher in unserer Galerie begrüssen zu dürfen», sagte Wild.

Zu eigenen Kreationen angeregt

Wo und wann spricht man von Schichten? Was verbindet junge Menschen damit? Wie kann man sich gestalterisch damit auseinandersetzen? Mit solchen Fragen konfrontierte Zeichnungslehrer Marc Ochsner seine Schüler zu Beginn des Projekts. «Das Ziel war es, dass die Schüler ihre ganz eigenen Interpretationen zum Leitbegriff Schichten künstlerisch darstellen», so Ochsner. Entstanden sind 15 Kunstwerke, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Von Malereien über Video bis hin zu einem Goldbarrenturm aus Gips: Die Formate und Techniken waren so vielfältig wie die Interpretationen. «Schichten sind nicht nur ein gestalterisches Mittel, wo man Schicht um Schicht die Farbe aufträgt», sagte Kollegi-Rektor Daniel Tinner. «Schichten sind auch gesellschaftlichen Ursprungs und bezeichnen Barrieren oder Grenzen.» Die Werke würden ihre eigene Geschichten erzählen, und der Betrachter werde aufgefordert, sie zu entdecken.

Von Arm und Reich bis Jung und Alt

Schülerin Tiffany Ravay hat ihr Werk den sozialen Schichten gewidmet. Es zeigt eine Collage aus teils brennenden Geldscheinen, weinenden Gesichtern und schweigenden Mündern. Mit ihrem Kunstwerk will sie darauf aufmerksam machen, dass es auch in der wohlhabenden Schweiz Menschen gibt, die in Armut leben. «Das Werk versinnbildlicht die Perspektive mittelloser Leute, die sich täglich in einer von Reichtum dominierten Gesellschaft behaupten müssen», erklärt die 18-jährige Kollegischülerin aus Andermatt.

Andreas Wolf ging anders an das Thema heran. Zusammen mit Marius Eller drehte er das elfminütige Video «Timeout», in dem die Zeit und das Älterwerden als Schichten zu verstehen sind. «Der Film veranschaulicht die Zeit als vergängliche Ressource und soll zum Nachdenken anregen, wie man diese Zeit sinnvoll nutzen soll», erklärt der Gymnasiast. Auf die Frage, was denn die grösste Herausforderung dieser Arbeit war, meint der Schattdorfer: «Man muss den Mut haben, auch mal etwas zu verwerfen, selbst wenn man bereits mehrere Stunden darin investiert hat.» Nach einer gut achtwöchigen Arbeitsphase von der Themenfindung bis zur Vernissage sind die Kunstwerke nun endlich öffentlich zugänglich.

Hinweis

Die Galerie Niedervolta ist täglich geöffnet von 14 bis 17 Uhr. Die Bilder der Kollegi-Schülerinnen und -Schüler sind noch bis am 12. Februar ausgestellt.