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ALTDORF: Kunstvermittlerin Lotti Etter sucht eine neue Herausforderung

Die Kunstvermittlerin verlässt das Haus für Kunst Uri. Die 56-jährige Zugerin lädt morgen Abend letztmals zur Veranstaltung «Mein Danioth» mit drei Gästen ein. Lotti Etter fand den Zugang zu Danioth vor allem über dessen Frühwerke.
Lotti Etter im Danioth-Archiv, das sich im Haus für Kunst befindet. (Bild: MZ (Altdorf, 6. November 2017))

Lotti Etter im Danioth-Archiv, das sich im Haus für Kunst befindet. (Bild: MZ (Altdorf, 6. November 2017))

Patrizia Danioth, Nina Marty und Viktor Nager stellen morgen Abend im Haus für Kunst Uri ein Bild von Heinrich Danioth vor, das ihnen besonders gefällt (siehe Box).

Für Lotti Etter ist die Veranstaltung «Mein Danioth» morgen Abend eine ganz besondere. Es ist der letzte öffentliche Auftritt der Kunstvermittlerin im Haus für Kunst Uri. Sie verlässt Ende November das Haus. Beruflich sucht die 56-jährige Zugerin eine neue Herausforderung. «Ich will mir ein neues Tätigkeitsfeld in der Kunstvermittlung aufbauen», sagt sie. Mehr will sie noch nicht verraten.

Kunstvermittlerin führte 13000 Schüler durchs Haus

Begonnen hat Lotti Etter ihre Arbeit im Haus für Kunst Uri vor 15 Jahren. Gestartet hat sie noch im alten Haus für Kunst an der Herrengasse 10. 2004 fand der Umzug ins neue Haus an der Herrengasse 2 statt. Im Jahre 2009 wurde das Kunsthaus mit dem Danioth-Pavillon ergänzt.

In dieser langen Zeit hat ­Lotti Etter rund 13000 Schülern Kunst nähergebracht. Es kamen vor allem Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Oberstufe sowie vom Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Uri und vom Kollegi ins Haus für Kunst. Für verschiedene Projekte hat Lotti Etter auch mit Flüchtlingen zusammengearbeitet. Richtig Fahrt aufgenommen haben die Flüchtlingsprojekte 2015, als der grosse Strom der Flüchtlinge einsetzte. «Wir müssen die Türen öffnen, damit auch Migranten und Flüchtlinge an der Kultur teilhaben können», so Lotti Etter.

Im Haus für Kunst kam es zu vielen Kunstbegegnungen und Führungen mit dem besonderen Blick. Zu zahlreichen Ausstellungen im Haus wurde ein Gast eingeladen, mit dem Lotti Etter sich auf einen Rundgang begab. Der Skifahrer Walter Tresch war zu Gast. Der Komiker Beat Schlatter oder Fredi Hafner, der «Schimanski» von Zürich, kamen nach Altdorf. «Solche Veranstaltungen halfen mit, neues Publikum ins Haus zu bringen. Das ist eine wichtige Aufgabe der Kunstvermittlung», so Lotti Etter. Sie versuchte, festgefahrene Gleise zu verlassen und neue Zugänge zur Kunst zu finden. Dazu hat sie verschiedene Aus- und Weiterbildungen besucht.

Zenonis Danioth-Film brachte einen Sinneswandel

Mit der Eröffnung des Danioth-Pavillons kam für Lotti Etter die Aufgabe dazu, die Werke Heinrich Danioths dem Publikum näherzubringen. «Das war gar nicht so einfach», blickt Lotti Etter zurück. «Eine grosse Hilfe waren mir Danioths-Töchter Cilli und Madlen, die sich um den Nachlass ihres Vaters kümmern.» Die Haltung zu Danioth sei eine gespaltene gewesen. «Die einen liebten ihn, andere konnten nichts mit ihm anfangen.» Die Vorbehalte gegen Danioth hätten vermutlich daher gerührt, dass man glaubte, der Künstler werde von der Crème de la Crème in Uri vereinnahmt und sei daher nur einer besonderen Schicht vorbehalten. In den letzten Jahren habe aber ein Sinneswandel stattgefunden. «Dazu viel beigetragen hat Felice Zenonis Film über Danioth», ist Lotti Etter überzeugt. Auch zahlreiche Urner Schulkinder konnten den Film mit ihrer Klasse im Kino sehen.

Lotti Etter selber fand den Zugang zu Danioth über dessen Frühwerk. Dieses entstand bis etwa Mitte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Der Künstler war damals viel auf der Göschener- und Golzernalp, was seine Arbeit prägte. «Die Werke, die zu jener Zeit entstanden sind, wirken unverfälscht wahrhaftig», sagt Lotti Etter. Die grosse Begabung Danioths sei spürbar. «Ich bin von den Frühwerken sehr berührt.» Ob die Veranstaltungsreihe «Mein Danioth» weitergeführt wird, ist noch ungewiss. «Ausgeschöpft ist das Potenzial noch nicht», sagt Lotti Etter. «Aber wenn jemand anders kommt, gibt es neue Ansätze und Ideen.» Lotti Etter verabschiedet sich vom Haus für Kunst. Die Beziehungen zum Kanton Uri bricht sie aber noch nicht vollständig ab. Sie hat ein Teilpensum als Lehrerin. Sie unterrichtet weiterhin Flüchtlinge in Deutsch.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Veranstaltung «Mein Danioth» findet morgen Donnerstag um 18 Uhr im Haus für Kunst Uri statt.

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